“Wir haben nur betriebswirtschaftlich gearbeitet”

Mit dieser Aussage rechtfertigen einige Firmen jetzt den klaren Gesetzesbruch, wie man in einem Beitrag bei Panorama vom letzten Donnerstag sehen bzw. lesen kann. Die wissentliche Verletzung von Arbeiterrechten auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wird so beispielsweise von Nicole Sondermann von Sondermann Brot GmbH wie folgt “verteidigt”:

„Wissentlich möchte ich jetzt auch abwehren zu sagen. Sondern wir haben betriebswirtschaftlich gehandelt.“

Fazit: Wenn man betriebswirtschaftlich rechnet, gibt es keine Gesetze mehr. Das Problem ist, dass die Politik hier nicht gegensteuert, sondern noch unterstützend eingreift:

„Nur 8 Prozent der ostdeutschen Arbeitnehmer sind Mitglied einer Gewerkschaft. (…) Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit einer Reduzierung der Löhne bei einer gleichzeitigen Steigerung der Arbeitsstunden.“

steht in einer vom Bundesministerium unterstützen Studie für Wirtschaftsförderung in Ostdeutschland. Dass die Gottfried Friedrichs GmbH diese Möglichkeit dann gleich ausnutzt und im Osten die Menschen dann für 5,41 Euro arbeiten lässt, ist dann doch eine tolle Sache.

Insgesamt ein ziemlicher Skandal. Leider gibt es keinen der Betriebe bei mir, so dass ich diese aus Protest boykottieren könnte, aber zum einen ist das wie ich befürchte nur die Spitze eines Eisberges und zum anderen muss sich am Denken und den Verhältnissen etwas ändern. Wenn Arbeit den Mittelpunkt des Lebens darstellt, das ist, was einen Menschen ausmacht und man nur jemand ist, wenn man etwas macht – egal zu welchen Bedingungen – ist man m.E. nicht mehr weit davon entfernt die Sklaverei wieder einzuführen – betriebswirtschaftlich wäre sie sicherlich!

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