Wie geht es weiter im Bahnkonflikt?

Gestern abend lief bei Anne Will eine mehr als interessante Diskussion zum Thema Bahnstreik – ich würde sogar sagen, es war bisher die beste Sendung von Anne Will bisher. Jedenfalls ging es um den Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn und es kam fast zu einem Spitzentreffen, denn neben dem GDL Vorsitzenden Schell saß das Vorstandsmitgliedglied der Bahn Margret Suckale. Und ich muss sagen, dass der GDL Chef war schon sehr überzeugend…

Zumindest habe ich jetzt eher verstanden, wo die Problemlinien liegen. Wenn die Bahn über die 4,5 Prozent – die sie mit Transnet und GDBA vereinbart hat – nicht hinausgeht, wird man kaum verhandeln können – selbst dann nicht, wenn die GDL auf 10-15 Prozent heruntergehen würde. Dies hatte Schell in der Sendung zumindest nicht als unmöglich zurückgeweiesen. Andererseits kann ich noch immer die Bahn verstehen, die eben versucht eine Gerechtigkeit in dem Unternehmen zwischen den verschiedenen Arbeitnehmern sichern will – und wohl auch zu verhindern versucht, dass nach der GDL später Transnet und GDBA für die gleiche Erhöhung streiken werden.

Das Problem ist aber nun, dass sich beide Seiten in eine Sackgasse manövriert haben: Die GDL kann nicht auf eigenständigen Tarifvertrag und Lohnerhöhung verzichten, die Bahn genau dieses kaum anbieten. Demnach schien momentan der einzige Weg die Kapituation einer Seite sein. Als gestern der Verhandlungsexperte Matthias Schranner meinte, dass sich beide Seiten nun treffen müssten, sagte die Suckale gleich alle Termine für heute ab und rief Schell auf, an den Verhandlungstisch zu kommen. Der zeigte sich sichtlich überrascht nicht bereit dem sofort zuzustimmen, sagte später im Chat jedoch:

Wir werden morgen der Einladung des Bahnvorstandes nicht Folge leisten können. Weil ich morgen für 10.30 Uhr eine Besprechung mit 10 ausländischen Journalisten und weiterhin einen Termin mit unserem Dachverband DBB. Wir werden heute Abend den Vorstand anbieten, Dienstag zu sprechen. Dienstag wäre es dem gesamten Geschäftsführenden Vorstand der GDL möglich.

Und so ist es auch gekommen.  Ob eine Lösung kommt? Zweifelhaft, aber sicher zu hoffen. Bereits der letzte Streik hatte der Wirtschaft geschadet und dem normalen Pendler wären langatmige Tarifauseinandersetzungen sicherlich nicht zuzumuten. Es muss jetzt darum gehen bei aller Kritik an der Position des Gegenüber diese nun anzuerkennen und gemeinsame Lösungen zu finden…

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