Vodafone und eine Hetzjagd

Ich hatte es bei Twitter vor einiger Zeit schon gelesen: Sascha Lobo solle sich von Vodafone distanzieren. Warum? Nun er macht Werbung für Vodafone, wie auch andere bekanntere “Persönlichkeiten” der Web-Szene. Ich dachte mir damals schon: “So what!” Freut mich für die Leute, bekommen ja bestimmt ein paar Euro dafür. Und dass Vodafone nun versucht eine “Generation Upload” für sich zu begeistern und es eben als “unsere Zeit” abtut ist auch ganz nett. Ob Vodafone dafür der richtige Anbieter ist, bleibt dann jedem selbst überlassen zu bewerten – oder den Leuten von basicthinking :) Die Geschichte ging entsprechend mehrmals durch das Web und nun hat es offensichtlich so starke Beleidigungen gegeben, dass “Frau Schnutinger” nun ihren Rückzug aus dem Web 2.0 bekanntgab:

Das alles ist schon extrem krude! Die Werbung ist das eine, aber wenn mir persönlich nicht mehr geglaubt wird, dann geht nichts mehr, dann bleibt nur eins: Der Rückzug. Ich werde vielleicht irgendwann an einer ganz anderen Stelle, ganz anders weitermachen, gewiss werde ich nicht mehr Web 2.0 machen.

Irgendwann muss man sich doch fragen, ob man nicht etwas zu weit geht. Hierzu ist dem Kommentar von basicthinking nicht viel hinzuzufügen:

Vielleicht ist es eines von den vielen deutschen Phänomenen, die tatsächlich nur hierzulande auffällig häufig hervortreten: Das Gemeckere, das Konservative, das Rechthaberische, die Furcht vor dem Neuen und der Neid, der Neid, der Neid. Anders sind derart persönliche Angriffe nicht zu erklären.

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4 thoughts on “Vodafone und eine Hetzjagd

  1. Wenn dir die CDU Gelsenkirchen morgen 1500 Euro in die Hand drückt und du in Folge dessen fröhlich über das nun DEINER GEKAUFTEN MEINUNG nach sagenhafte Parteiprogramm der CDU Gelsenkirchen twitterst und bloggst, möchte ich erleben, was dir deine Stammleser alles (dann zurecht) um die Ohren hauen. Mann kann mit seinem Blog für alles werben, aber seine Meinung, die darf man nicht verkaufen. Zumindest dann nicht, wenn man nachher noch ernstgenommen werden will. Basic’s Vermutung, dass einige Blogger neidisch sind, kann hinkommen. Allerdings ist es bei mir eher Mitleid. Mitleid dafür, wie billig manche Menschen ihre Meinung veräußern.

    • Also ich sehe doch noch einen Unterschied zwischen politischer Werbung und solcher für ein Wirtschaftsunternehmen wie Vodafone. Aber sei es drum: Verkauft nicht jeder Werbende seine Meinung? Also selbst Johannes B. Kerner mit seiner Werbung für (Gutfried?) Wurst, verkauft doch seine Meinung, wenn er Werbung dafür macht. Von daher sehe ich den riesigen Unterschied nicht. Vodafone hat versucht in die Web 2.0 Szene reinzukommen, sich dafür vermeindliche Ikonen derselben angeheuert und ist damit – so man den Berichten glauben darf – mehr oder weniger auf die Nase gefallen. Klar kann man die Teilnehmenden kritisieren, wie man es bei Kerner und der Wurst auch machen könnte, aber hier geht es eben oft um mehr. Ich denke durchaus, dass das ein oder andere eher Neid mitschwinkt, wenn man sich über Sascha Lobo als Leitfigur der Bloggerszene aufregt oder es ist die alte Diskussion, dass man mit Bloggen kein Geld verdienen könne – eine Diskussion, die wir bei trigami und Co. ja schon hatten. Das ärgert mich, weil irgendwelche dann vorschreiben wollen, was eine Einzelperson darf und was nicht. Und dazu kommt: Die Kritik war manchmal wirklich unterste Schublade, wie man bei basicthinking ja auch lesen konnte.

  2. Lieber Patrick, vielen Dank für deine Verlinkung. Leider scheint Dir entgangen zu sein, dass meine Forderung fast wortgleich mit der von der Piratenpartei an Bodo Thiesen gerichteten Aufforderung um Distanzierung ist. Es handelt sich folglich um eine Satire.

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