Nimm2 ist nicht für Kinder

Die Organisation foodwatch verleiht jährlich den goldenen Windbeutel an Firmen, die es mit ihrer Werbebotschaft und deren Wahrheitsgehalt nicht so genau nehmen. Unter den Nominierten in diesem Jahr ist auch “Nimm 2″ welches ja mit “Vitamine und Naschen” wirbt und damit so tut, als wäre es fast gesund hier zuzugreifen. Aber foodwatch hat das falsch verstanden, die Werbung richtet sich ja an Erwachsene:

Unter www.abgespeist.de könnt Ihr mitbestimmen, ob das für den goldenen Windbeutel reicht, aber die Konkurrenz ist auch nicht schlecht mit der Milchschnitte, gesunden Würstchen und mehr… :)

Gegen das “undeutsche Negergebrülle in den Radios”

Ich mag Wahlvideos. Insbesondere die von kleinen Parteien, die eben nicht von Werbeagenturen professionell gedrehte Fernsehspots hinbekommen.

Heute wurde mir ein weiterer Klassiker gezeigt aus dem Jahr 1987. Die Christliche Bayerische Volkspartei forderte damals eine Unterstützung des Arpartheitsstaates Südafrika und forderte mehr “deutsches Liedgut” anstatt “undeutsches Negergebrülle”. Lustig nur begrenzt, aber seht selbst:

Die Partei existiert seit 1988 nicht mehr und ist wieder in die Bayernpartei eingegangen.

Richtig Mixer verkaufen…

Homeshopping-Sendungen sind maximal für ein belustigtes Betrachten der Moderatoren und ihre geheuchelte Begeisterung über die technischen Errungenschaften des jeweiligen Gerätes gut. Das es auch anders geht, zeigt eine virale Werbekampagne in den USA. Und zwar für Mixer. Während bei uns soetwas eher so aussieht:


Kalkofe Mixer – MyVideo

In den USA gibt es aber BlendTec, dessen Firmengründer wohl auf die Idee gekommen ist, lieber mit kleinen verrückteren “Tests” nach dem Motto “Will it blend?” durchzuführen. So findet man Chuck Norris ebenso bei den Testobjekten, wie die Kandidaten bei den Wahlen in den USA. Besonders schmerzhaft wurde es aber bei diesem Test:

Bei Basicthinking findet sich (noch?) ein interessanter Artikel dazu ;)

Spendenrekord

Ich will noch kurz von einem Spendenrekord berichten. Nein, nicht den von Obama, der alleine im September 150 Millionen eingenommen hatte, und um ganz ehrlich zu sein ist es wohl kein offizieller Rekord. Im Prinzip fing alles gestern morgen mit einer Idee an: Auf den Bussen in London soll eine atheistische Werbebotschaft erscheinen: “There’s probably no God. Now stop worrying and enjoy your life.” ((Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Nun hört auf euch Sorgen zu machen und genießt euer Leben.)) Man mag jetzt davon halten, was man will, aber das Ergebnis ist schon besonders: Aus den 5.500 gewünschten Pfund sind inzwischen 76.865,00 geworden. Alles über das Internet und gepuscht von der BBC, anders als über die klassischen Medien wäre das wohl auch sehr vermessen, oder? Naja, jedenfalls wurde das Ziel weit übertroffen und offenbar hat der Initiator mit dieser Aktion wohl ein größeres Bedürfnis in der britischen Bevölkerung geweckt. Mehr zu der Aktion im Kampagne 2.0 Blog und im Blog von JustGiving, dem Spendensammler :)

Politikum um Evonik

Am letzten Wochenende spielte bekanntlich Schalke gegen Dortmund und dieses Fußballspiel ist immer schon etwas besonderes, immerhin ist es ein Revierderby und hier besonders aufgeladen. Ich erinnere mich daran, wie meine Großeltern aus dem ländlichen Norden an einem solchen Wochenende hier in Gelsenkirchen waren und es ewig dauerte, bis sie aus der Stadt zurückkehrten. Man machte sich schon fast Sorgen, um dann später zu erfahren, dass sie sich nur begeistert angeguckt hatten, wie Schalke und Dortmund-Fans sich voller Inbrunst gegenseitig beleidigt hätten. Sei es drum, ich schweife ab. Jedenfalls ist ein solches Spiel in beiden Städten immer irgendwo etwas besonderes.

Am Samstag hatte der Hauptsponsor des BVB deshalb folgende Anzeige geschaltet:

Ich hatte es am Samstag bereits im pottblog gesehen ((daher auch das Bild, vielen Dank für die Genehmigung das Bild auch hier zu nutzen:) )) und für lustig empfunden. Jetzt vielleicht nicht zum auf dem Boden rumkugeln, aber für einen Schmunzler über diese kleine Stichelei an einem Tag, bei dem eben die Rivalität dieser beiden Städte auf dem Spielfeld symbolisiert wird (eigentlich gibt es sie auch nur da) hat es doch gereicht. Wie dem auch sei, dachte ich damit wäre es nun gegessen und gut.

Aber nein: Die Gelsenkirchener Lokalpolitik fühlt sich von dieser Anzeige enorm beleigt und reagiert entsprechend mit der Forderung einer Entschuldigung, etc. pp. Liebe Leute. Diese Stadt hat wahrlich größere Probleme, als diesen Scherz. Meines Erachtens wurde hier etwas aufgebauscht, was gang und gebe ist. Einige Personen in unserer Stadt nehmen das Wort Dortmund nichtmal in den Mund, sondern weichen aus Abneigung wegen dem Fußballverein auf Dinge wie “Vorort von Lüdenscheid” aus und auch die Stadtmarketing spielt doch – wie Jens in einem anderen Beitrag zeigt – ganz offen mit dieser Rivalität.

In den Kommentaren zu einem weiteren evonik Bericht bei ihm bin ich auch auf folgendes Bild aus Schalker Kreisen gestoßen:

Ich weiss nicht, ob es für soetwas eine Entschuldigung gab oder ähnliches, aber auch das würde ich peinlich finden. Hier wurde einfach mit etwas gespielt, was denn Menschen in Gelsenkirchen und Dortmund bekannt ist und wo es irgendwo dazu gehört, den anderen ein wenig zu pisaken. Aber wer mehr in soetwas reininterpretiert, sollte sich doch mal Gedanken darüber machen, ob Fussball und diese Rivalität nicht etwas übersteigert sind…

Alkoholkonsum begrenzen

Der Sucht- und Drogenrat hatte gestern einige Vorschläge gemacht, um den schädlichen Umgang mit Alkohol, der 70.000 Menschen pro Jahr das Leben kostet, zu begrenzen. Inhalte unter anderem ein Verkaufsverbot an Tankstellen, Autorasstätten und Bahnhöfen, Beschränkung des Verkaufs in Sportstadien und dessen Sponsoring und Werbung allgemein. Die entsprechende Industrie schrie natürlich gleich auf, ganz Deutschland werde in alkoholpolitische Sippenhaft genommen und Werbeverbote würden an der Problematik vom Konsum durch Jugendliche nichts ändern, weil dafür ja eher das Familienumfeld entscheidend sei.

Klar, ein gutes Umfeld stärkt sicher den verantwortungsvollen Umgang mit dieser Droge und lässt einen sicher nicht so schnell in die Abhängigkeit abrutschen, aber man macht es sich da natürlich auch etwas zu einfach. Man kann sich doch einfach mal die Werbung im Fernsehen angucken: Erlebe die Party deines Lebens mit V+, Segeln und Sonne mit Becks oder Fussball eben nur mit Krombacher (und der Freundin in der Abstellkammer). Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen und bringt eins rüber: Nur mit Alkohol ist die Party ein Hit und macht Spaß. Man denke nur an die Anti-Werbung von Jägermeister, wo Spießige Personen als „Kein Jägermeister” oder so dargestellt wurde. Das Ziel der Werbung ist eben genau diese Botschaft rüberzubringen. Sei cool, trink dir nen Bier. Das tut dann seinen Teil dazu bei, dass Jugendliche zumindest auf Partys unreflektiert auch mal zu dem „coolen” Getränk greift. Also es gibt für Zigaretten ein Werbeverbot, wieso sollte man sich dies für die andere Gesellschaftsdroge nicht auch vorstellen können?

Was die Verbote angeht, kann man sicher drüber streiten, inwieweit eine solche Einschränkungen wirklich sinnvoll sind. Ich meine bei Raststätten an der Autobahn könnte ich mir das durchaus vorstellen, auch weil die vornehmlichen Benutzer einer solchen (Autofahrer) eben nüchtern bleiben sollten. Aber ob ein Verbot hier wirklich den Alkoholkonsum wesentlich senkt, müsste man wohl erst untersuchen.

Also ich finde durchaus, dass man sich gut überlegen sollte, was man tun kann, um gegen Alkohol vorzugehen, bzw. diesen insbesondere für Jugendliche schwerer zugänglich zu machen. Solche Aussagen wie von Beckstein, dass man nach zwei Maß Bier doch noch Auto fahren könne, sind dabei aber extremst ungünstig. ((Und im übrigen auch falsch, denn 1,2 Promille liegen weit über dem Grenzwert, selbst ein Maß Bier ist wohl zuviel.)) Die Regel sollte doch eher sein: Don’t drink and drive. Aber solange Alkohol allgemein anerkannt wird, braucht sich nicht zu wundern, wenn Jugendliche auch ganz ungezwungen zugreifen.

Paul Potts

Man stelle sich einfach mal folgende Situation vor: Eine Castingshow am Samstag Abend, nächster Kandidat ist ein etwas unsicherer Telefonverkäufer, dicke Wangen, schiefe Zähne und ein verkrampftes Lächeln und dann auch noch Opern singen. Klingt ein wenig nach den typischen Casting-Show Lachnummern, oder? Seht selbst:

 

WOW, ich war baff, als ich das zum ersten mal gesehen habe und bin es noch immer. Um die Geschichte weiter zu erzählen, hat Paul Potts am Ende den Casting Wettbewerb gewonnen und mit One Chance bereits sein erstes Album aufgenommen.

Darüber gestoßen bin ich nur, weil die Telekom in einem neuen Werbespot dieses Lied dafür benutzt, den neuen Slogan “Erleben was verbindet einzufügen. Wer den Spot noch nicht gesehen hat, kann dies jetzt hier tun oder direkt bei der Telekom.

Link: sevenload.com

Ein wirklich genialer Spot, der die Stimmung bei diesem Auftritt sehr gut für dieses neue Firmenimage benutzt.

Ich habe mir nur die Frage gestellt, ob ein solches Talent bei uns eine Chance hätte. Wenn es bei DSDS überhaupt bis zur Jury kommen würde (Altergrenze!), würde es dann wahrscheinlich nicht ins Sendekonzept passen. Und selbst wenn ein deutscher Paul Potts dann doch die Bühne betreten würde, würde er dann den Geschmack der Betrachter einer solchen Sendung treffen? Ich befürchte nicht, aber vielleicht habe ich ein zu schlechtes Bild von unseren Castingshows? Bisher haben die m.E. jedoch nur Leute hervorgebracht, die durch nichts aus der großen Masse der Musiker herausstechen.

(Quellen: Robert Basic | Eliwagar | und nochmal Robert Basic zum ersten Auftritt)