Twitter als Medium der iranischen Opposition

Die Wahlen im Iran haben einige Unzufriedenheit hervorgerufen. Ob es Hossein Mussawi der Herausforderer des amtierenden Präsidenten Mahmud Ahmadineschad – - nun am Ende geschafft habe sei mal dahin gestellt, aber eins ist eindeutig: Ein solcher Erdrutschsieg riecht eben nach Wahlfälschung. Nun kommt es tagtäglich zu Massenprotesten im Land – oft gegen die Verbote des Innenministeriums und den Widerstand von Polizei und Milizen.

Seit gestern kann man feststellen, dass #IranElection immer wieder bei Twitter auftaucht. Direkte Berichte werden über diesen Dienst verbreitet und so erfährt man nicht nur von den Nachrichtenagenturen, was in Teheran vor sich geht. Wie wichtig dieser Dienst inzwischen ist, zeigt sich an einer bemerkenswerten Aktion: Eigentlich sollte Twitter heute nacht zu Wartungszwecken für 1,5 Stunden ausgeschaltet werden, wogegen sich eben per Twitter einiger Widerstand meldete – mit Erfolg. So kann man auf Twitter.com nun nachlesen, dass der Wartungstermin verschoben wurde:

In coordination with Twitter, our network host had planned this upgrade for tonight. However, our network partners at NTT America recognize the role Twitter is currently playing as an important communication tool in Iran. Tonight’s planned maintenance has been rescheduled to tomorrow between 2-3p PST (1:30a in Iran).

Natürlich versuchen staatliche Stellen den Zugriff auf diesen Dienst wie weitere zu unterbinden, aber die Opposition umgeht diese eben mit verschiedenen Proxyservern – im übrigen nur am Rande: So wie man die Netzsperren in Deutschland auch umgeht. Man sieht also, dass eine Internetsperre in der globalisierten Welt nicht wirklich haltbar ist – zumindest nicht für die informierten Bürger. Twitter ist eben mehr als eine “virtuelle Klowand”.

Mehr zu dem Nutzen von sozialen Netzwerken im Iran gibt es auch bei Spiegel online oder Carta.

Beweis für Wahlfälschung in Simbabwe

Das die Wahlen in Simbabwe keineswegs fair und demokratisch waren, ist ja von allen entsprechenden Organisationen und Wahlbeobachtern ja auch so angesehen worden. Nun gibt es aber einen klaren Videobeweis, der auch zeigt, wie dafür gesorgt wurde, dass Robert Mugabe auch auf seine Stimmen kommt. Der ehemalige Gefängniswärter Shepherd Yuda hatte die rund 10 Minuten mit versteckter Kamera aufgenommen und hatte sie dem Guardian zur Verfügung gestellt:

 

Das Original beim Guardian kann man sich hier ansehen. In dem Video kann man – kurz zusammengefasst – eindeutig sehen, wie die Menschen offen abstimmen müssen und Wahlzettel anhand einer Nummer mit der Person in Verbindung zu bringen sind. In einer verpflichtenden Veranstaltung im Gefängnis wird dann Werbung für Mugabes Zanu-PF gemacht: “Selbst wenn Tsvangirai gewinnt, wird er niemals dieses Land regieren.”

Ob das Video größere Bedeutung erlangen wird, muss man abwarten. Ich bin da eher skeptisch, Mugabe war bei dem Afrikagipfel ja bereits geschont wieder rausgekommen und im UN-Sicherheitsrat halten neben Südafrika auch China und Russland die Hände schützend über das Regime in Harare.