Wenn die SPD zweimal umfällt…

Diese Woche ist eine traurige Woche für den Datenschutz und die Zensurfreiheit in Deutschland: Am Donnerstag wird im Bundestag voraussichtlich das Gesetz zu den Internetsperren verabschiedet, am Freitag ein neues Datenschtzgesetz. Bei beiden beruhten die Hoffnungen aller Gegner der bekanntgewordenen Regierungspläne noch auf der SPD … und wurden enttäuscht.

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Macht eBay PayPal zur Pflicht?

Ich habe schon länger nichts mehr bei eBay verkauft, aber in den kommenden Wochen hatte ich dies wieder vor und für meine Mutter ist der Handel auf der Auktionsplattform schon zum Hobby geworden. Umso größer die Überraschung, als dann plötzlich folgende Meldung beim Einstellen eines neuen Artikels auftauchte:

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Also kurz: PayPal ist Pflicht. Bei mir, der ein PayPal Konto hat, sieht es momentan so aus:

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Vorhin war hier noch ein Auswählen möglich, jetzt ist das Ankreuzen vorgegeben. In den Geschäftsbedingungen habe ich nichts gefunden und in angesprochenem Grundsatz steht auch nichts von PayPal Verpflichtung.

Allgemein wird in Foren gerne von einem Softwarefehler gesprochen (jetzt kann ich jedenfalls nach Reload doch wieder den Haken entfernen), aber doch ein seltsamer Fehler, wenn PayPal nicht am Ende doch verpflichtend werden soll, oder? Wieso sonst sollte es überhaupt einen Text geben, der Aussagt, dass

“alle Verkäufer PayPal als Zahlungsmethode in ihren Angeboten anbieten müssen.”

In Australien war eine entsprechende Planung bereits vor kurzem gestoppt worden. Ich hoffe auch in Deutschland wird es einen entsprechenden Stopp dieser Praxis geben, bei der die eigene Marktmacht zur Förderung der Tochterfirma genutzt wird.

Mal abgesehen von den üblichen Kritiken an Paypal möchte ich doch nochmal deutlich machen, was das praktisch bedeutet. Paypal kostet zwar formell nichts, aber der Empfang von Geld kostet 0,35 ct. + 1,9%. Also wenn man nun einfach mal einen Artikel für einen Euro annimmt, was nicht unüblich ist wenn man seinen Privatkram verkauft, und zwei Euro Versand draufrechnet, kommt man also alleine für Paypal schon auf ca. 41 cent. Dazu noch die eBay Gebühren mit momentan 8 cent ((Aktuell ist die Einstellung von 1 Euro Artikeln kostenlos)) und man zahlt fast die Hälfte der Einnahmen für eBay und PayPal. Da lohnt sich der Aufwand kaum noch.

Ich habe die Verbraucherschutzzentrale mal angemailt, keine Ahnung ob die der richtige Anlaufpunkt sein, aber was sich hier anbahnt ist eine ziemliche Abzocke, die ein wenig an die Verbindung vom Internet Explorer und Windows erinnert – mit dem Unterschied, dass der IE immerhin kostenlos war.

Update: Bitte neuen Bericht mit Reaktion von eBay betrachten.

Trickserei mit dem Testsiegel

Nur ein kurzer Hinweis, wie mit dem Testsiegel der Stiftung Warentest schon schindluder getrieben wird: Neben der großen Anzeige des Fahrrads prangt ein ebenso großer Button mit der Auszeichnung “gut”. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass diese Bewertung für das Dynamo galt und nicht für das Fahrrad. Dies ist in einem Schnelltest dann durchgefallen – die Bremsen versagten bei Nässe. Mehr dazu hier und der Tipp des Tages: Genau hingucken bei Testsiegeln.

Telefonmarketing: Gegenscript getestet

Manchmal ist das schon seltsam, dass sich einige Dinge gleichzeitig ergeben: Gestern habe ich noch über den Wallraff Film zu Call Centern berichtet und dabei die PDF Datei mit dem Gegenscript vorgestellt und heute stolpere ich über Dantan, der genau diesen Script zweimal getestet hat – erfolgreich. Also lest euch seinen Bericht durch und probiert die PDF Datei selber aus :D

Abzocke am Telefon

Dienstag abend lief eine Dokumentation von Günter Wallraff bei der dieser sich – typisch investigativ – mit Abzockern bei Call Centern und Telefonwerbung beschäftigt. Inzwischen ist diese auch über die ZDF Mediathek abrufbar und damit übers Internet zu sehen – es lohnt sich. Als Reaktion auf Anrufe gibt es auch einen guten Fragebogen, den man mit dem Anrufer durchgehen könnte. Viel andere Möglichkeiten außer jemanden laange in ein Gespräch zu verwickeln um am Ende dann doch zu sagen, dass man auf keinen Fall etwas kaufen wolle, sind wohl kaum gegeben, auch wenn es verboten ist, jemanden ungebeten mit Werbung am Telefon zu belästigen.

0180 Nummern meiden

Viel neues sage ich nicht, wenn ich auf die gesalzenen Preise von 0180 Nummern hinweise, bei denen ein Anruf auch gerne in der Warteschleife landet und erstmal kassiert wird. Wenn nicht grade eine 2 oder 4 an der fünften Stelle steht, kostet es bis zu 14 ct. pro Minuten. Eine Telefonflatrate hilft da nicht – bisher. Denn über das Morgenmagazin bin ich auf eine Datenbank gestoßen, die andere Telefonnummern angibt. Bei einem ersten Überblick grade habe ich auch gesehen, dass sich oft eine 0800 Nummer dahinter verbirgt – die kostenlos anzurufen ist. Also beim nächsten mal einmal schnell hier vorbeigucken, bevor man zuviel bezahlt :)

Datenblatt für 1.400 Euro

Einen ziemlich dreisten Fall von Betruf findet man momentan bei dieser Ebay Auktion. Vielleicht magst du es dir erstmal selber in Ruhe angucken und prüfen, was ich meine? (Falls es die Auktion nicht mehr gibt, findet sich bei Flickr ein kompletter Screenshot.) Unabhängig davon, ob du es gelesen hast, sieht alles nach der Versteigerung eines ganz tollen Flachbildschirmfernsehers aus. Die Beschreibung geht ja auch sehr eindeutig auf dieses Gerät ein. Continue reading

Rechnung vom Anwalt

Oft habe ich hier schon vor irgendwelchen Rechnungen gewarnt, die per Email kommen und verdächtig sind. Daran hat sich auch nichts geändert. Etwas mulmig wurde mir aber schon, als ich gestern ein Anwaltsschreiben aus Hamburg bekommen habe und darin Forderungen der Firma Cyberservices aus Amsterdam in Höhe von 498,96 für “LiveVideos” um genauer zu sein Leistungen aus dem Bereich “Freestrip (1)” zu fordern.

Das war schon ein großer Schock. Also um eins gleich vorweg zu nehmen: Es gibt vieles für das ich Geld ausgebe, manchmal auch sinnlos, aber für sowas nun wirklich nicht! :) Nun, spannend wurde es dann aber als eine “beweisbare Bestätigung” auftauchte, mit falcher Telefonnummer und dementsprechend wahrscheinlich auch falscher IP Adresse. Unter der Nummer erreicht man niemanden mehr, aber mir soll es egal sein – hoffe ich zumindest – denn ohne Vertrag keine Leistung. Also werde ich keinen cent zahlen.

Was mir grade aufgefallen ist: Ist es bei irgendwelchen Stripangeboten nicht erforderlich nachzuweisen, dass man volljährig ist, also irgendwie mit dem Personalausweis oder so? Das wäre jedenfalls – wie es aussieht – eine bessere beweisbare Bestätigung, als ein Telefonanruf.

Morgen früh geht Brief und Fax an die Anwaltskanzlei raus, in dem ich dies so schildere. Von der falschen Telefonnummer, über die unbekannte Emailadresse bis zum Fehlenden Widerspruch bei meiner Bank. Ich habe auch darum gebeten, mir bis Freitag eine Antwort zukommen zu lassen, sonst gehe ich zur Verbrauerzentrale, um mich beraten zu lassen. Ich halte euch auf dem Laufenden (auch wenn es euch nicht interessieren sollte ;) )

Der Trick mit der Packung…

Gestern abend hatte ich mir bei dem Lernen was zum Knabbern gönnen wollen und von daher zu Pringels gegriffen – die hatte ich schon lange nicht mehr gegessen. 25g mehr versprach die Verpackung, nicht das dies das Hauptargument gewesen wäre, aber warum nicht :)

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Tja, und irgendwann gestern abend wurde die Verpackung dann geöffnet. Und interessant wie diese 25g mehr, die von außen groß angeprangert waren dann aussehen:

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Also oben erstmal einige Zentimeter Freiraum, so dass man denkt, die hätten die 25g vergessen. Getan haben sie es jedenfalls nicht – glaube ich zumindest, denn bis auf 5g stimmte meine Waage überein und da meine Waage nicht die beste ist, lasse ich das mal durchgehen.

Aber danach war mir eingefallen, dass da doch schonmal mit der Verpackung von Pringels etwas im Fernsehen lief, und richtig Googlen hat nen Artikel im Focus und den Bericht der Verbraucherzentrale (PDF) gefunden. Zusammengefasst kann man sagen: Im September wurden die Packung neu, aber nicht nur die:

Bei diesem Relaunch wurde nicht nur das Packungsdesign verändert, sondern auch der Chip selbst verbessert. Eine neue Chip-Formulierung sorgt dafür, dass der Chip noch knuspriger ist und besser schmeckt. Der Chip selbst wurde dadurch dicker und leichter. Die Anzahl der Chips in der Dose wurde von 95 auf 90 Chips reduziert.

Diese Angabe von Pringles auf die Anfrage der Verbraucherzentrale basiert darauf, dass das Gewicht der Packung von 200g auf 170g gesenkt wurde, ohne dass der Preis sich änderte. Durch die neue Rezeptur seien 170g (oder 90 Chips) genauso viel Wert wie 200g (95 Chips): 1,59 Euro – eine Preiserhöhung von 17,6 Prozent.

Tja, und nach dieser Preiserhöhung gab es nun das tolle Geschenk – 25g mehr! Immer noch 5g unter dem ursprünglichen Gewicht, also weniger als vor einem Jahr – und gleichzeitig ein tolles “Geschenk” welches man der Öffentlichkeit verkaufen kann. Achja, besser als ich diese Pringles in Erinnerung hatte, haben diese seit September neuen Chips nicht wirklich geschmeckt…