Obamas Kriege

image Heute habe ich das neuste Buch von Bob Woodward durchgelesen, in dem dieser sich mit “Obamas Kriegen” beschäftigt, womit nicht nur der “wirkliche” Kritik in Afghanistan gemeint ist, sondern auch der “Krieg” mit oder zwischen Militär und Beratern im eigenen Land. Woodward der zusammen mit Carl Bernstein den Watergate Skandal recherchierte gilt als einer der renommiertesten Journalisten der Vereinigten Staaten und dies erkennt man auch an dem Buch. An vielen Stellen bekommt man fast den Eindruck, Woodward habe bei den Besprechungen im Oval Office oder Situation Room dabei gesessen. Von daher bekommt man einen Einblick in die amerikanische Politik und diesen Konflikt zwischen Militär und politischer Führung im ersten Jahr der Präsidentschaft von Obama.

Kern war dabei die Frage nach der Strategie und die Anzahl der dafür benötigten Soldaten. Kernbegriffe dabei sind die Aufstandsbekämpfung (die eine hohe Präsenz zum Schutz der Bevölkerung benötigt) und die Terrorbekämpfung (nach der man mit Spezialkräften gezielt gegen Terrorcamps vorgeht). Auch die Frage, was ein “Sieg” oder “Erfolg” ist, spielt dabei eine Rolle.

Während die Militärs eigentlich nur eine wirkliche Option – 40.000 Soldaten auf unbestimmte Zeit – zur Aufstandsbekämpfung haben wollten, ging es Obama vor allem auch um die Frage, wie man diesen Krieg so beenden kann, dass die afghanische Seite selber für die Sicherheit sorgen kann. Dabei geht es dann nicht mehr um eine schwer vorstellbare Vernichtung der Taliban, als viel mehr eine “Eindämmung”, die eine Machtübernahme durch diese unmöglich macht. Dies führte dann über einen langen Weg, viele Diskussionen und interne Konflikte zu dem Strategiepapier von Obama, nachdem 30.000 Soldaten geschickt werden, um die Dynamik der Taliban zu stoppen.

Neben diesem internen Konflikt wird aber auch deutlich, welche Probleme die afghanische und pakistanische Regierung einer Lösung des Konfliktes dienen und wie ratlos auch die Vereinigten Staaten dort stehen.

Man bekommt beim Lesen also einen interessanten Einblick in die Politik der USA. Der Krieg spielt natürlich seine Rolle, aber man kommt nach dem Lesen einer eigenen Lösung nicht wirklich näher. Im Gegenteil: Es scheint eher so, als ob die handelnden Personen in der USA selber einem Erfolg bis zum Juli – dann soll der Rückzug eingeleitet werden – skeptisch gegenüber stehen. Aber der Fokus des Buches liegt eher darin, die Entscheidungsprozesse in den USA und Beziehungen zwischen den verschiedenen zivielen und militärischen Beratern darzustellen. Dazu ist dieses Buch wirklich interessant geschrieben und wer wissen will, wie die Amerikaner über diesen Konflikt denken und wie sie “ticken”, sollte es gelesen haben.

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Obama: Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen

Offensichtlich kommt es zu einem Strategiewechsel in Afghanistan. Denn während oft diejenigen belächelt und kritisiert wurden, die meinten man könne doch mit gemäßigten Taliban reden, erklärt dies nun der neue US-Präsident Barack Obama. Der Krieg in Afghanistan sei nicht mehr zu gewinnen und die USA definitiv nicht auf der Siegerstraße. Stattdessen werde nun mit gemäßigten Taliban gesprochen und gleichzeitig versucht die Probleme an der afghanisch-pakistanischen Grenze zu klären. Gleichzeitig wird aber auch das Engagement in Afghanistan verstärkt.

Unterstützt der Iran die Taliban mit Waffen?

Zumindest wird dies nun von amerikanischer Seite behauptet. Für viele mag das ein vorgeschobenes Argument sein, um einen Angriff zu rechtfertigen, aber ist es das wirklich? Der Iran hätte neben einer vermeintlichen Nähe zu den Taliban auch das handfeste Interesse amerikanische Truppen in Afghanistan zu binden, ja “dem Westen” in Afghanistan eine Niederlage zuzufügen. Und dass der Iran mit der Hisbollah den Libanon, der Hamas den Gazastreifen und weiteren Unterstützungen den Irak destabilisiert sind auch mehr als Verschwörungstheorien. Natürlich bleibt aber der entscheidene Beweis bisher aus und die gefunden Waffen könnten auch aus früheren Zeiten stammen, dennoch würde es auch zum Auftreten Irans passen, welcher dieser in letzter Zeit an den Tag gelegt hatte. Bis Ende des Monats wird der Iran nach IAEA Angaben über 3.000 Zentrifugen verfügen – genug um innerhalb eines Jahres eine Atombombe herzustellen. Für Präsident Ahmadinedschad Grund genug von der “Endphase” zu reden, nach der nichts mehr Einfluss auf die iranische Politik habe. [Quelle] Insgesamt scheint der Iran sich in der Rolle als Regionalmacht wohlzufühlen und darein würde auch diese zusätzliche Unterstützung der Taliban im Iran durchaus passen.