Statistiken die niemand braucht

Manchmal werden Daten gesammelt oder erhoben, die man wirklich nicht braucht. Heute in der Süddeutschen bin ich jedenfalls über eine Umfrage über das Sexualverhalten in Beziehung zu den Parteien gestoßen. Das Sozialforschungsinstitut Gewis befragte dabei im Auftrag der Zeitung “Cicero” 1254 Männer und Frauen zwischen 16 und 60 Jahren. Die Ergebnisse in Kurzform:

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Töchter führen zum Linksruck in der Familie

Es gibt wahrscheinlich einige Themen, bei denen das Interesse bei Sozialwissenschaftlern etwas ausgeprägter ist, als bei dem übrigen Teil der Bevölkerung. Der Zeitungsartikel, dass Töchter die Eltern politisch eher nach Links, Jungen eher nach Rechts ((im Sinne von Konservativ)) abrücken lassen, gab im Freundeskreis jedenfalls eher die “Wo ist der Bus?” Antwort. Tja, und somit muss sich die große Blogosphäre mit dieser Information herumschlagen ((bei anderer Reaktion wahrscheinlich auch)) :)

Nun so haben Forscher jedenfalls nach Studien in Deutschland und Großbritannien herausgefunden, dass die Geburt einer Tochter die Möglichkeit von links stehenden Eltern um zwei Prozent erhöht, während dies bei Söhnen umgekehrt ist. Amerikanische Soziologen hatten im Vorfeld bereits rausgefunden, dass Abgeordnete sich nach der Geburt einer Tochter in moralisch aufgeladenen Diskussionen eher einer “feministischeren” Position annähernden – beispielsweise bei der Frage der Abtreibung.

Die Hintergründe vermuten die Forscher ebenso wie bei unterschiedlichem Wahlverhalten – 2005 stimmten beispielsweise 44,3 Prozent der Frauen für rot-grün, aber nur 40,2 Prozent der Männer – in unterschiedlichen Lebenssituationen:

“Männer, die im Regelfall besser verdienen, interessieren sich mehr für niedrige Steuersätze, die meist konservative Parteien fordern. Frauen hingegen richten ihre Wahlentscheidung stärker an Themen wie dem Sozialstaat oder der Familienpolitik aus – hier engagieren sich eher Parteien der Linken”

Im Bezug auf die Kinder wird also davon ausgegangen, dass Väter sich bei der Geburt der Tochter in die weibliche Position eindenken und dann die Höhe der Steuern vielleicht eine geringere Rolle spielt, während eine Mutter durch die Geburt eines Sohnes in die andere Richtung bewegt werden könnte.

Parteipolitisch ist dies aber wohl kaum nutzbar, werden doch gleichviele Jungen wie Mädchen geboren, allenfalls – so spekuliert der Artikel zum Ende – durch Fotos mit dem eher den anderen Lager zugehörigen Kindern könnte ein anderer Eindruck erzeugt werden.

Interessante Nebeninformation: Eine gefestigte politische Sichtweise im Elternhaus erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder diese annehmen um 20 Prozent. Was mich nur noch interessiert: Wie hoch ist die Grundwahrscheinlichkeit oder wie ist es im anderen Fall? Immerhin haben die zwei Söhne im Hause Jedamzik doch eine ziemlich eindeutige politische Präferenz :)

Rückzug der Freiheit?

Der neuste Bericht der Organisation Freedom House aus den USA zeigt einen Rückgang der Freiheit in der Welt. Zwar habe sich zwischen den Kategorien “Unfrei”, “Teilweise frei” und “frei” nur wenig bewegt, aber innerhalb gab es doch negative Bewegungen: Insbesondere in Afrika und Asien verschlechterte sich die Freiheitssituation nach diesem Bericht. Beispiele sind Bangladesh, Georgien, Kenia, Niger, die Phillipinen und Tunesien, aber es sind auch minimale positive Entwicklungen zu erkennen: Thailand und Togo sind von den “unfreien” Staaten zu den “teilweise freien” aufgerückt, während den palästinensischen Autonomiegebieten der gegenläufige Trend festzustellen ist. Besonders entscheidend bei diesem “Angriff auf die Freiheit” seien die “marktorientierten Autokratien und energiereichen Diktaturen, wie Russland, Iran, Venezuela und China” so die Erklärung der Organisation für diese Entwicklung. Siehe auch den Artikel “Flüchtige Freiheit” der Süddeutschen Zeitung.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt…

…oder am nächsten Mittwoch, vielleicht auch erst am 12. Dezember. Jedenfalls wurde der Lotto Jackpot am letzten Samstag nicht geknackt und damit stehen am Mittwoch 43 Millionen Euro für mich zur Verfügung. Und: Ja, ich bin mir bewusst, dass die Chancen für den Hauptgewinn verschwindend gering sind, aber das Träumen ist ja noch erlaubt. Und im übrigen gibt es auch Mathematiker, die tagtäglich nichts anderes als Wahrscheinlichkeiten kennen und bei solchen Summen dennoch Lotto spielen. Und wer weiss, jedenfalls stirbt die Hoffnung ja zuletzt ;)