Socialcamp – der zweite Tag (Teil 2)

So, das wars. Zwei Tage Socialcamp sind nun vorbei, die letzte Session grade beendet. Um das Schreiben ging es bei der Session von Falk Lübe und als Teil der Übung um das Verkürzen, den Aufhänger und so zu lernen, sollte ein Text geschrieben werden. Hier ist meiner (minimal modifiziert):

Die Sonne scheint durch die großen Fenster des Industriegebäudes herein und dennoch erreicht mich langsam ein Gefühl der Müdigkeit, grade wenn man dann noch Menschen auf der großen Sofas liegen sieht. Der Grund? Zwei Tage Socialcamp und abends viel zu lange Abende in Terrys WG. Ein erholsames Wochenende sieht anders aus. Nicht das ich mich beklagen möchte: Viele Seiten voller Internetadressen, viele Ideen und Kontakte waren den Aufwand wert. Ob nun die Frage nach eDemocracy, Veränderungen der NGO im Zuge der Medien mitmachen sollten (oder müssen?) oder das Web 2.0 allgemein sind Fragen, die man nicht schnell beantworten kann. Im Gegenteil sind vielmehr neue aufgekommen. Vielleicht bietet die Bahnfahrt die Zeit dazu, wenn nicht dann die Müdigkeit kommt und ich im Zug selber wie auf dem Sofa döse.

Vorher hab ich noch ein Seminar dazu besucht, wie NGOs Open Source nutzen können oder sollten. Neben der Überlegung Flyer oder weitere Publikationen unter CC Lizenz herausgeben, ist aber nicht wirklich viel herausgekommen für mich. Aber vielleicht muss man das auch noch Sacken lassen und es kommt bei kommenden Aktionen dann doch diese Idee wieder auf.

Naja, bin jetzt auch etwas müde, werde gleich zum Berliner Hauptbahnhof tingeln und gucken, ob in der Bahn vorher eine Stunde noch ein Platz frei ist. Ansonsten bin ich recht müde und habe noch einen ganzen Block voller Notizen, die noch durchgesehen werden müssen.

Fotos gibt es bei Flickr ;)
(alle aber erst ab heute abend – WLan zu lahm :D )

Socialcamp – der zweite Tag (Teil 1)

Bevor ich in dieser Mittagspause kurz über die beiden Sessions berichte, die bisher stattgefunden haben, noch zwei Updates und Links im Bezug auf den Artikel gestern: Zum einen ist die Präsentation zum Onlinemarketing online, zum anderen bin ich auf einen Artikel in der Süddeutschen gestoßen, bei dem unter anderem auch mein Kollege Björn zu Wort kommt ;) Achja: Und WLan geht auch wieder :D

Der Tag heute begann wieder recht früh, aber bisher mit zwei Interessanten Sessions: In der ersten griff Stefan Everts eine Idee von Dirk Olbertz auf, die
im Prinzip eine Art Werbeprogramm oder Bannerprogramm für Kampagnen darstellen könnte. Dabei können NGOs ihre Kampagnen mit Werbemittel etc. in eine Datenbank eintragen und Blogger können auf ihrer Seite entsprechende Werbemittel einbinden. Dies müsste dann nicht nur Banner bedeuten, sondern kann eben auch für die Schäuble-Ecke und ähnliche Elemente dienen. Wichtig ist dabei, dass Blogger oder andere Werbetreibende die Kampagne entsprechend auswählen können. Eine ähnliche Idee scheint auch OneAim.org zu verfolgen, bei denen es allerdings längerfristiger um die Etablierung eines neuen Webstandards geht.

Die zweite Session war mit 1,5 Stunden recht lang und hat eher Fragen aufgeworfen, aber das ist bei der Frage Demokratie 2.0 auch nicht anders zu erwarten. In der Präsentation wurde zunächst auf Seiten wie Abgeordnetenwatch oder Trupoli verwiesen, dabei seien Blogger doch viel dezentraler und böten die Möglichkeit der Gegenöffentlichkeit. Interessant dabei war der Verweis auf einen Artikel über die “Unpolitischheit und Unreifheit” von Bloggern in der Netzzeitung samt entsprechender Reaktion von Netzpolitik.org. Beides eben längere Texte und nicht mal eben runterzulesen, aber sicher interessant und vorgemerkt für später ;)

Als Möglichkeit der Vernetzung wurde Blogpolis vorgestellt, welches in gewisser Form an Blogparaden erinnert, hierbei aber die Organisation übernimmt.

Allgemein kam es zu einer Diskussion über eDemocracy, beispielsweise aufgrund eines Polizeigesetzes in Neuseeland, welches im Wiki erstellt wurde oder einem Bürgerhaushalt, der so erstellt wurde. Naja, es folgte jedenfalls eine lange Diskussion über die Frage, wie Komplex Entscheidungen für Bürgerbeteiligungen sein sollen und inwiefern beispielsweise Betroffene in der Lage sind auch über den Tellerrand hinaus zu gucken.

Als Neuerung habe ich noch den Begriff des “Echo Chamber effect” mitgenommen, der wohl beschreibt, dass man im gleichen Lager sucht oder aktiv ist. Also es fällt einfach schwer nicht-politisch Interessierte für politische Themen zu interessieren. Demnach konkurrieren politische Seiten oder eben Kampagnen immer um den leichen Pool von Leuten. Einen Weg dieses zu umgehen versucht getdocued.net, welche über den Weg von sozialen oder politischen Dokumentationen Menschen für Politik interessieren können. Mit kurzen Blick auf die Homepage finde ich es als eine interessante Sammlung, die sich durchaus lohnt.

Am Abschluss gab es noch eine durchaus treffende Sichtweise von Markus Beckedahl darüber, wieso politische Blogs in Deutschland noch nicht so angekommen sind. Er sieht den Grund insbesondere darin, dass auch politische Blogs in erster Linie “draufhauen”, also hier auch eine gewisse Boulevardisierung festzustellen sei. Ich denke das trifft es auch ganz gut. Politikinhalte werden eben auch skandalisiert, anstatt sie vielschichtig zu betrachten und werden demnach weniger betrachtet als Zeitungen.

So, und nun gehts in die letzte Sessionphase vor dem Ende des Socialcamp.

Erster Tag beim Socialcamp

Soeben endete der erste Tag des Socialcamps in Berlin. Dort geht es um die Verbindung von Politik oder eben NGOs und neuen Medien und dem Web 2.0.

Den Auftakt bildete um 10 Uhr eine Session zur Verbindung von NGOs und den verstreuten Akteuren und “Aktivisten” im Web 2.0. Also wie bringen NGOs ihre Inhalte auch an die unabhängigen Menschen im Netz. Neben einigen Links muss ich sagen, dass ich nicht wirklich viel hieraus genommen habe. Es gab zwar durchaus eine interessante Diskussion darüber, ob NGOs noch zeitgemäße Strukturen haben, oder ob nicht viel mehr eine stärkere Dezentralisierung beispielsweise durch bloggende Mitglieder und entsprechende Profile erreicht werden sollte. Auch sei ein Problem Menschen in die Aktionen einzubinden, ohne sie im Bezug auf die Kampagne mitentscheiden zu lassen. Das Follow-up am Abend habe ich leider nicht mehr mitbekommen, aber denke es lief im Kern auf zwei Problematiken hinaus:

1. Es fehlt eine zentrale Anlaufstelle, um für eigene Aktionen oder Kampagnen zu werben.

2. Hierbei aber auch darüber hinaus gibt es Konkurrenzprobleme zwischen NGOs, die ja um Mitglieder, Spender und Aufmerksamkeit konkurrieren.

Tagesplanung beim Socialcamp

Den zweiten Block bildete die “politisches Bloggen”, wobei sich dies im Anbetracht von einer Handvoll Bloggern bei vielen “Unwissenden” auch in eine allgemeine Einführung und Diskussion zu Blogs entwickelte.

Nach der Mittagspause gab es dann eine Session zu Onlinemarketing von Richard Gasch, der auch die Seite Africa-Help.org betreibt. Es ging dabei von einfacher Bannerwerbung bis zu Google Ads und Maßnahmen die die Optimierung der Seite für Suchmaschinen oder Soziale Medien, wobei dies – auch aufgrund der knappen Zeit eher angeschnitten wurde. Jedenfalls sehr interessant das Ganze.

In der vorletzten Sessionzeit des Tages hatte ich zwischenzeitig das Progamm gewechselt, da die Veranstaltung über “Vertrauen” und “Wirkung” sich zu sehr mit Sozialen Netzwerken beschäftigte und ich lieber einmal bei den Campaignern von Campact vorbei gucken wollte. Dort ging es um die Erweiterung und Modifizierung dieser überaus erfolgreichen Plattform – eine Diskussion, die morgen noch fortgeführt wird.

Die letzte Session bildete eine Bericht über Fundraising 2.0, wobei ein Projekt vorgestellt wurde, bei dem über Partnerprogramme beispielsweise bei Amazon.de, ebay oder Google AdSense und eine Browserleiste Einnahmen kreiert werden sollen, die dann schließlich an gemeinnützige Organisationen weitergegeben werden – zu 90%. Es gab hierbei einige Skepzis im Raum, ob sich dies wirklich so realisieren lässt, dennoch den jungen Unternehmern hierbei viel Erfolg. Ich bin jedenfalls gespannt was raus kommt, auch wenn ich direkt für die eigene Arbeit nicht viel herausziehen konnte.

So, der Tag geht zuende, gleich wird noch Fußball geguckt und dann wird geschlafen, bevor es morgen zum letzten Tag des Socialcamps und schließlich nach Hause geht.

Einziger Wermutstropfen: WLan auf dem EEE will nicht mehr wirklich. Darum auch keine Bilder. Hoffe, dass es morgen wieder geht.

Update: WLan macht noch immer Probleme, auch in der WG, die mich übers Wochenende aufgenommen hat. Upload der Bilder ging nun aber über einen offenen Access Point.