Jetzt auch der Südpol…

Karte_Antarktis.pngNachdem sich bereits mehrere Länder über die Zugehörigkeit des Nordpols zum jeweils eigenen Territorium und die damit verbundenen Rohstoffe streiten, scheint sich ähnliches für den Südpol anzubahnen. Großbritannien hat jetzt jedenfalls die Souveranitätsrechte über einen großen Teil der Antarktis bei den Vereinten Nationen beantragt. Damit verbiegt das Land den 1959 und 1991 bis 2041 verlängerten Antarktisvertrag aber schon fast bis zur Unkenntlichkeit. Darin hatten sich alle Staaten mit Besitzansprüchen (neben Großbritannien auch Australien, Argentinien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland und Norwegen) geeinigt diese Ansprüche im Gedanken gemeinsamer Forschung ruhen zu lassen. Auch wenn die Rohstoffe in der Region aufgrund der hohen Meerestiefe nur schwer zu erreichen sind, will Großbritannien sich damit anscheinend bereits einige jahrzehnte im Voraus absichern. Die Anreiner Argentinien und Chile dürften über diesen Vorstoß mehr als verärgert sein, da die Regionalansprüche sich deutlich überschneiden (siehe Grafik links – nach klick). Während diese ihre Ansprüche mit der geographischen Nähe oder der Fortsetzung Südamerikas begründet, weißt Großbritannien auf frühe Erkundungsreisen im 19. Jahrhundert hin, die das Gebiet in Besitz genommen hätten.

Wenn Rohstoffreichtum arm macht

Wenn man an Gold, Öl oder Diamanten denkt, dann sieht man oft ermessenen Reichtum vor seinen Augen. Auch für die Länder, in denen solche Rohstoffe gefunden werden stellt man sich ein Leben in Reichtum vor. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall: Von den Geldern des Rohstoffexportes kommt nicht viel bei der Bevölkerung an und schlimmer erhöht der Reichtum die Chancen auf bewaffnete Konflikte: Es kommt zum sogenannten Reichtumsparadoxon. Continue reading

Am Nordpol wirds bunter…

Karikatur der Welt vom 15.08.07

Mit dieser Karikatur griff die Welt heute sehr passend das Thema des “Kampfes” um den Nordpol wieder auf, denn nach der russischen Aktion letzte Woche, machen sich nun auch die Dänen und Amerikaner mit Forschungsmissionen auf dem Weg in kühle Gefilde. Auch Kanada reagiert – mit dem Aufbau eines Tiefsee- und Marinehafens und bei Norwegen, welches mit den Inseln der Spitzbergen Gruppe vor Ort Interessen vertritt, werden auch Planungen für eine Mission vermutet. Fest stehen sie bei Russland, sie schicken zum zweiten Mal Schiffe in die Region, bei der nach US Berichten, noch mehr als ein Virtel der Eröl- und -gasreserven dieser Welt lagern. Aufgrund des Seerechts kann ein Staat außerhalb der 200 Meilen Zone auch dann Seegebiet zur eigenen Ausschließlichen Wirtschaftszonen hinzurechnen, wenn der Kontinentalschelf (der Festlandsockel) darüber hinausgeht. Die Länder versuchen nun jeweils diese Ansprüche nachweisen zu können.

Kalter Krieg um kaltes Land

Zwei russische U-Boote sind auf dem Weg zum Grund des Meeresboden am Nordpolarmeer. Die vermeintlich wissenschaftliche Mission hat aber einen geostrategischen Hintergrund. So geht es Russland darum nachzuweisen, dass der Teil des Meeres aufgrund des sogenannten Lomonossow-Rückens noch zum russischen Kontinentalschelf gehört. Sollte dem so sein, könnte Russland dadurch wirtschaftliche Rechte aus diesem Gebiet ziehen und hätte damit Zugriff auf die rund 10 Milliarden Tonnen Öl und Gas, die dort vermutet werden.

Aber nicht nur Russland hat interesse an diesem Gebiet und Ansprüche erhoben, sondern beispielsweise auch Dänemark, welches die 1,2 Quadratkilometer als Teil des grönländischen Territoriums sieht. Ebenso erheben Norwegen, die USA und Kanada Ansprüche auf das Gebiet.

Das Vorgehens Russlands, welches den Anspruch 2001 gegenüber den Vereinten Nationen erklärte, wird in den anderen Staaten sehr skeptisch begutachtet, auch wenn bisher noch alles im juristischen Rahmen ausgetragen wird. Dennoch hat Kanada bereits die Anschaffung von acht Partouillenschiffen angekündigt, um die “territoriale Integrität” Kanadas zu schützen. Und auch Russland strebt einem Ausbau der Marine an: Bis 2015 werden 140 Milliarden Euro in die Aufrüstung gesteckt, davon ein Viertel in die Marine, die in 20 Jahren die zweitstärkste der Welt werden soll. Bahnt sich hier ein neuer Kalter Krieg um Öl im kalten Norden an?