Twitterzitat des Tages: Alkohol und “Killerspiele”

Nein, eine Reihe wird nicht draus, aber ich fand die Aussage einfach zu gut, um sie hinten rüber fallen zu lassen. Also: Puh (Patrick Steinke) schrieb vor etwa 4 Stunden:

Jedes Jahr sterben zigtausende Menschen in folge von Alkoholkonsum aber der Kaufhof nimmt Spiele ab 18 aus dem Verkauf – gehts noch dümmer?

Viel mehr kann man eigentlich zu der Entscheidung von Kaufhof nicht geben, außer vielleicht, dass bei unvernünftigem Alkoholkonsum die Folgen sehr viel eindeutiger sind, als bei dem unvernünftigen Umgang mit Computerspielen – dort kippt man eher vom Stuhl, wenn man zuviel spielt, oder verliert seine sozialen Kontakte, aber nur wenn noch ganz, ganz, ganz, ganz viel anderes dazu kommt, kann dies dazu führen, dass jemand zum Amoktäter werden könnte. In Deutschland ist dies bisher 3 mal passiert – zugegeben mit einigen – zuvielen – Toten. Aber wenn man wirklich etwas tun will, dass weniger Menschen sterben in Deutschland, dann fängt man mit  Computerspielen am falschen Ende der Statistik an!

Nachwehen von Winnenden

Vor einer Woche gab es den schockierenden Amoklauf in Winnenden. Und eins muss man dann doch feststellen: Die panikartigen Schreie nach dem Verbot der bösartigen Killerspiele sind ohne größere Wirkung geblieben – zumindest in der Politik. Allerdings gab Galeria Kaufhof bekannt, dass man selber keine USK 18 Spiele mehr verkaufen wolle. Halte ich persönlich auch für Blödsinn – fliegen dann auch bald Filme mit rotem Aufkleber raus? – aber sei es drum, dann kauft man das eben woanders.

Rechtliche Folgen dürfte es wohl für den Vater des Täters haben: Die Staatsanwaltschaft bereitet eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung vor. Also ich muss sagen, dass ich es ein wenig wie Heribert Prantl sehe und mich frage, ob dies sinnvoll ist. Also zum einen ist er sowieso schon ziemlich gestraft, aber ich frage mich auch, ob man auch wirklich nachgewiesen werden kann, dass er eine Labilität bei seinem Sohn erkennen konnte, die auf einen Amoklauf hindeuten könnte. Also mal abgesehen von der Waffe: Wenn er das hätte sehen können, wäre es nicht ohne Waffe das selbe?

Also natürlich gehört es bestraft unsorgsam mit den Waffen umzugehen, aber ich bin mal gespannt und eher etwas kritisch, ob es wirklich eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung sein muss.

Killerspiele verboten

Die Bundesregierung hat sich heute auf eine Änderung des Jugendschutzgesetzes verständigt, nach der Computerspiele, die

“besonders realistische, grausame und reißerische Gewaltdarstellungen und Tötungshandlungen beinhalten, die das mediale Geschehen selbstzweckhaft beherrschen”

mit entsprechenden Vertriebs-, Werbe- und Abgabeverboten bestückt sind. Also angesichts der Tatsache, dass Gewalt oder Krieg verherrlichende Spiele sowieso verboten sind, dürfte die Frage im Raum stehen, welche Spiele nun unter diesen Gummiparagraphen fallen. Der Interessensverband BitKom bezeichnet die Regelung damit zu Recht als

“ausgesprochen interpretationsfähige und nicht zuletzt durch das subjektive Empfinden des jeweiligen Nutzers geprägte Begrifflichkeiten”.

Man darf gespannt sein, welche Spiele in Zukunft unter diese Regelungen fallen…

Computerspiel Schuld am 11.September

Die internationale Kritik an Computerspielen hat einen neuen Höhepunkt: In dem angekündigten Film Moral Kombat wird neben dem üblichen Hinweis auf die Gewalt in Computerspielen auch wieder der Verweis auf den 11. September und den Microsoft Flugsimulator aufgebauscht. Wie schön, dass man alles auf Computerspiele schieben kann – und interessant was ich nach der Theorie alles kann: U-Boote steuern, Kampfjets oder Hubschrauber fliegen, mit dem Schwert oder auch Magie finstere Drachen besiegen, Städte aufbauen, die Weltherrschaft übernehmen, Fremde Welten erkunden, Großunternehmen aufbauen – wow, wieso studiere ich eigentlich noch? Alles was ich zum Leben brauchte habe ich – nach deren Theorie – ja schon durch Computerspiele gelernt. Achja, über die laschen Waffengesetze als Ursache für Gewalt in den USA haben die Filmmacher natürlich nichts gesagt… Continue reading

Updates einiger Beiträge

Hier einige aktuelle Meldungen zu zwei älteren Berichten von mir – zwar hat sich (wahrscheinlich) diese Änderung nicht durch mich ergeben, aber interessant ist es dennoch zu beobachten, wie sich etwas entwickelt ;)

Zum Artikel “Kinderrechte ins Grundgesetz” vom 20. September:
Die Forderung danach Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen hat sich wohl durchgesetzt. Neben von der Leyen haben sich Vertreter aller Parteien positiv dazu geäußert.

Die Vorsitzende der Kinderkommission im Bundestag, Miriam Gruß (FDP), erklärte: “Wir müssen zeigen, dass das Kindeswohl für uns an erster Stelle steht. Und was gebe es da Schöneres, als mit einer überwältigenden Mehrheit im Bundestag für die Kinderrechte zu stimmen?

Wäre schön, wenn dem so wäre und sich dann natürlich auch in praktischer Politik niederschlägt.

Ansonsten hat Frontal 21 auf des Video reagiert, in dem die fehlerhafte Berichterstattung der Medien aufgelistet wurde. In dem fünfseitigen PDF Dokument versucht die Redaktion m.E. einfach anhand einzelner Beispiele die tendenziöse Darstellung rechtfertigt.

Killerspiele – einige Klarstellungen

Killerspiele sind ja eine tolle Zielscheibe für Politiker und die Lösung für alle Probleme mit gewalttätigen Jugendlichen – wenn man den Medien glauben darf. Dass man dies nicht sollte, zeigt folgendes Video, welches einigen Blödsinn richtigstellt (meine Lieblingsstelle: World of Warcraft (Fantasy Rollenspiel) mit Battlefield (Taktik-Shooter) verwechselt!)

[youtube R9JRm3iQQak]

Update: Frontal 21 hat mit einem PDF Dokument geantwortet – siehe Beitrag.

Im Shooter auf Israelis und Amerikaner schießen…

…kann man beim neuen Ego-Shooter aus dem Iran. In Special Operations 85 befreit man so iranische Staatsbürger aus einem israelischen Gefängnis, und muss dabei den ein oder anderen israelischen oder amerikanischen Soldaten beseitigen. Mit diesem Spiel soll für “Selbstlosigkeit, Hingabe und die Verteidigung” des Irans geworben werden. Deshalb wird es auch konkret für Kinder angeboten – Bedenken zum Jugendschutz gibt es dort nicht. Auch wenn man darüber nur den Kopf schütteln kann, sollte einem der Inhalt nicht zuviel zu denken geben, bei uns hat man auch jahrelang auf den bösen Russen geschossen…

Wieder Gewalt aus Computerspielen in die Realität übertragen

Panzer.jpgOb es wirklich einen Zusammenhang zwischen den untenstehenden Ereignissen in Sydney bzw. San Diago und Computerspielen gibt weiss ich nicht, ich wage es sogar zu bezweifeln, aber angesichts der allgemeinen Logik und den sofortigen Schuldzuweisungen müsste man eigentlich sagen, dass beide Fahrer einfach zuviel GTA gespielt haben müssen. Zumindest haben mich die Bilder ein wenig dran erinnert ;) Continue reading