Tarifeinigung im öffentlichen Dienst

Es scheint so, als ob der Tarifstreit im öffentlichen Dienst nun ein Ende hat. Die Schlichter haben ein Ergebnis gefunden, welches beide Seiten wohl mehr oder weniger zufrieden stellt:

Der Schlichterspruch sieht ab Januar 2010 rückwirkend 1,2 Prozent mehr Geld vor, ab Januar 2011 0,6 Prozent und ab August 2011 weitere 0,5 Prozent. [...] Zudem soll es zum 1. Januar 2011 eine Einmalzahlung von 240 Euro geben.

Wie gesagt scheinen beide Seiten ganz zufrieden sein, wobei die Arbeitgeber – also die Kommunen – etwas zögerlich sind. Das wiederum kann ich kaum verstehen. Die 1,2 Prozent jetzt oder 1,1 Prozent im nächsten Jahr sind nicht viel mehr als ein Inflationsausgleich – und das auch nur bei der schwachen Wirtschaftslage grade. Da könnte ich mir sogar mehr vorstellen, aber ich bin auch nicht ganz unbefangen, weil mein Arbeitsvertrag daran gekoppelt ist ;)

Bald wieder Streik auf der Schiene?

Es ist schon seltsam: Als ich heute morgen von den Streiks im öffentlichen Dienst gehört habe, war ich froh, dass ich – zumindest noch – nicht davon betroffen bin und musste an die Zeit zurückdenken, als man mit Notfahrplänen zur Uni kam. Mit ein bischen Pech wird es aber bald wieder so kommen, denn GDL Chef Schell sieht keine Einigung mit den anderen Gewerkschaften und der Bahn in Sachen Kooperationsabkommen oder Grundlagenvertrag. Und damit könnte die zuvor mit großem Jubel angenommene Einigung im Tarifstreit hinfällig werden. Es stehen wieder spannende Tage an… (siehe auch FAZ)

Bahnstreik noch vor Weihnachten?

ARGH!! Hab ich aufgrund der Grünen Weihnachtsfeier ja erst jetzt gesehen: Die GDL hat die Verhandlungen mit Bahn und anderen Gewerkschaften abgebrochen. Genaueres erfährt man wohl erst um 14 Uhr, aber dennoch eine überraschende Wende in den Verhandlungen mit der Bahn – irgendwie dachte ich das wird schon. Hoffe jetzt (ganz egoistisch :D ) nur, dass die nicht auf die Idee kommen, morgen zu streiken, denn am letzten Arbeitstag vor dem Urlaub werde ich definitiv nach Düsseldorf müssen. ARGH!! Achja, Transnet hat auch gleich anklingen lassen, ab Januar vielleicht auch zu streiken, na dann ein schönes neues Jahr … *grummel*

Gewerkschaft der Arbeitgeber

Ich respektiere die Demokratie in Gewerkschaften sehr stark, auch wenn sie nicht mit meiner Meinung übereinstimmt – wie bei den Forderungen der GDL oder der Zustimmung zur Bahn Privatisierung bei Transnet. So ist das eben in einer pluralistischen Demokratie. So habe ich zwar ziemlich gestutzt, als plötzlich die Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste sich gründete und gegen den Mindestlohn protestierte, aber mir auch gedacht, dass es auch das Recht dieser Angestellten ist, sich für ihre eigene Meinung einzusetzen – selbst wenn diese sich gegen höheren Lohn wenden. In Report Mainz wurde mein Stutzen jedoch zu einem ziemlichen Grummeln, denn was dort passiert, ist schon sehr merkwürdig: Die Angestellten werden von dem Arbeitgeber fast zur Demo gezwungen, erhalten die komplette Ausrüstung dafür und auch das Büro der Gewerkschaft wird gut finanziert. Während in manchen Betrieben noch Probleme bekommen, wenn sie Gewerkschaften beitreten oder Betriebsräte gründen, hat man dort wohl eher ein Problem, wenn man es noch nicht tut. Leider ist der Bericht noch nicht online, aber ich werde den Beitrag hier mit dem entsprechenden Link versehen, wenn es soweit ist. Bis dahin bietet die Readers Edition auch einen kurzen Bericht dazu. In jedem Fall ein ziemlich schockierender Fall davon, wie Arbeitgeber nun Arbeitnehmerrechte ausnutzen und diese nun zum Schein für ihre Interessen kämpfen lassen :(

Wer die Lok wirklich steuert…

Ich habe schon oft die mangelnde Solidarität oder einseitige Fokussierung auf Lokführer kritisiert, denn ohne deren Arbeit herabzuwürdigen sind sie nicht die einzigen, die dafür Verantwortlich dafür sind, dass wir jeden Tag mit der Bahn sicher und naja relativ pünktlich reisen können. Die Süddeutsche hat heute mal einen Artikel gebracht, der aus einem Stellwerk berichtet und dem Arbeitsaufwand dort. Ein schönes Zitat von dort ist:

“Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.

Und trotz der stressigen Arbeit, die Reaktionen womöglich in Sekunden erfolgen erhalten diese auch nicht viel mehr als Lokomotivführer, wie die Welt vor Kurzem feststellte:

Über das Verteilen der Güterwagen auf die richtigen Gleise wacht Christian Möller (51) als sogenannter Bergmeister. (…) Trotz moderner Technik muss Möller binnen Sekunden reagieren und die Bremsen nachsteuern, wenn Wagen zu schnell oder zu langsam auf die abgestellten Züge zurollen. „Nervös zu werden kann man sich da nicht erlauben“, meint er. Für seine vor allem in den Nachtstunden intensive Arbeit erhält Möller rund 1500 Euro netto.

Aufgrund des Verhaltens der GDL kann ich nur raten, dass sich nun auch die Menschen im Stellwerk, die Personen in den Werkstätten oder diejenigen, die die schwere Aufgabe an Rangierbahnhöfen übernehmen alle eine eigene Gewerkschaft gründen, schön streiken und dann immer wieder streiken, wenn der andere etwas besseres hat – so hat der Bahnkunde das ganze Jahr Spaß. Oder vielleicht setzt man sich doch nochmal an einen Tisch, holt – wie von der Bahn vorgeschlagen – einen externen Gutachter und lässt alle Gehalte gleichzeitig überprüfen.

Update: Bahnstreikverbot

Zu dem Verbot des Bahnstreiks durch das Arbeitsgericht Nürnberg ist nun die Begründung abrufbar. Eine entscheidung über den Widerspruch wird erst am Freitag folgen. Die GDL hat inzwischen jedoch angekündigt strenger vorzugehen. Schon häufiger hatte diese die “Prozesshanselei” der Bahn kritisiert und als sie nun trotz Telefonat am Morgen nicht über den Antrag informiert wurden erklärte Gewerkschaftsvorsitzender Manfred Schell, dass es in Zukunft keine Vorwarnungen im Personenverkehr mehr gäbe. Also wird jeder Gang zum Bahnhof womöglich bald ein Glücksspiel werden…Hatte man als Arbeitnehmer zumindest die Angabe ob und wo gestreikt wird, fällt dies nun weg. Wie soll man sich das dann vorstellen? Zur Sicherheit zwei Stunden vorher hinfahren, weil man ja nicht weiss, ob nicht plötzlich auf halber Strecke Schluss ist? Hier schießt die GDL mit Sicherheit ein Eigentor und schadet nicht der Bahn, sondern in erster Linie den Arbeitnehmer, der auf die Bahn angewiesen ist… aber das mit der Solidarität hatten wir ja schon…

Zeitungstest Tag 3: Mal einzeln…

Ich hatte den Artikel schon weit angefangen und es mir am Ende beim X-ten Lesen des gleichen Inhalts anders überlegt: Der Zeitungstest, wie ich ihn zu beginn angekündigt hatte, bringt es nicht wirklich, sondern ist zu aufwändig und vielleicht auch zu uninteressant? Naja, jedenfalls werde ich mit täglichen Berichten aufhören, lieber entspannt lesen und das machen, was ich zuvor auch getan habe: Das Interessante kommentieren und nicht wie in den letzten Tagen Inhaltswiedergaben schreiben. Am Samstag werde ich dennoch ein Fazit dieser Zeitungswoche ziehen. Nun das, was ich bisher zu FAZ und Süddeutscher geschrieben hatte ;) Continue reading

Streiks verboten (Update)

Das Arbeitsgericht Nürnberg hat soeben per Einstweiliger Verfügung sämtliche Streiks der GDL bis zum 30. September verboten. Begründet wurde diese Entscheidung mit dem Schaden, den der Streik in der Hauptreisezeit auf die Volkswirtschaft habe. Es ist allerdings anzunehmen, dass die GDL gegen diese Entscheidung vorgehen wird. Illegale Streiks wird es jedoch nicht geben. Bis zur Entscheidung der nächsten Instanz mit der Ende dieser oder zu Beginn nächster Woche gerechnet werden kann, sind Streiks damit ausgeschlossen. Die Gewerkschaft hatte für den morgigen Donnerstag einen vierstündigen Streik im Güterverkehr angekündigt. Streiks im Personenverkehr waren frühestens am dem kommenden Montag geplant.

 (SpON, Tagesschau)

Presseschau Tag 2 – Wieder Bahnstreik

Am Tag 2 meines Tageszeitungstests sind alle Zeitungen angekommen und um es gleich vorweg zu nehmen: Es gab – für mich – wie gestern nur ein bestimmendes Thema: Den Bahnstreik ab Donnerstag. Alle Zeitungen hatten das Ergebnis der Abstimmung auf der Titelseite, wenn die FAZ auch wiedermal eher an den Rand gedrängt. Bei vielen Zeitungen war es gar das Hauptthema des Tages im Innenteil. Continue reading