Ab Dienstag könnte gestreikt werden…

Bei der Bahn spitzt es sich jetzt doch wieder alles auf einen Streik zu. Die Verhandlungen zwischen GDL, den anderen Gesellschaften und der Bahn waren ja bereits gescheitert und nun endet die Friedenspflicht Ende des Monats. Bis Montag wurde noch Streikfreiheit garantiert, aber dannach könnte es schnell losgehen – eine 24 stündige Warnung soll es aber noch geben. Sandra hatte an anderer Stelle auf die persönlichen Folgen hingewiesen und auch ich muss sagen, dass ich gespannt bin, was in den kommenden Wochen passieren wird. Als die erste Streikgefahr aufkam Anfang August hatte ich Urlaub und Semesterferien, also hätte er mich nicht betroffen, aber es scheint nun ja, als wenn sogar die Semesterferien sich dem Ende zuneigen, wenn es wieder losgeht. Nun wird es bei mir in jedem Fall nicht soo drastisch, wie es bei vielen anderen Arbeitnehmern laufen dürfte, aber problematisch ist es in jedem Fall…

Wer die Lok wirklich steuert…

Ich habe schon oft die mangelnde Solidarität oder einseitige Fokussierung auf Lokführer kritisiert, denn ohne deren Arbeit herabzuwürdigen sind sie nicht die einzigen, die dafür Verantwortlich dafür sind, dass wir jeden Tag mit der Bahn sicher und naja relativ pünktlich reisen können. Die Süddeutsche hat heute mal einen Artikel gebracht, der aus einem Stellwerk berichtet und dem Arbeitsaufwand dort. Ein schönes Zitat von dort ist:

“Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.

Und trotz der stressigen Arbeit, die Reaktionen womöglich in Sekunden erfolgen erhalten diese auch nicht viel mehr als Lokomotivführer, wie die Welt vor Kurzem feststellte:

Über das Verteilen der Güterwagen auf die richtigen Gleise wacht Christian Möller (51) als sogenannter Bergmeister. (…) Trotz moderner Technik muss Möller binnen Sekunden reagieren und die Bremsen nachsteuern, wenn Wagen zu schnell oder zu langsam auf die abgestellten Züge zurollen. „Nervös zu werden kann man sich da nicht erlauben“, meint er. Für seine vor allem in den Nachtstunden intensive Arbeit erhält Möller rund 1500 Euro netto.

Aufgrund des Verhaltens der GDL kann ich nur raten, dass sich nun auch die Menschen im Stellwerk, die Personen in den Werkstätten oder diejenigen, die die schwere Aufgabe an Rangierbahnhöfen übernehmen alle eine eigene Gewerkschaft gründen, schön streiken und dann immer wieder streiken, wenn der andere etwas besseres hat – so hat der Bahnkunde das ganze Jahr Spaß. Oder vielleicht setzt man sich doch nochmal an einen Tisch, holt – wie von der Bahn vorgeschlagen – einen externen Gutachter und lässt alle Gehalte gleichzeitig überprüfen.

Update: Bahnstreikverbot

Zu dem Verbot des Bahnstreiks durch das Arbeitsgericht Nürnberg ist nun die Begründung abrufbar. Eine entscheidung über den Widerspruch wird erst am Freitag folgen. Die GDL hat inzwischen jedoch angekündigt strenger vorzugehen. Schon häufiger hatte diese die “Prozesshanselei” der Bahn kritisiert und als sie nun trotz Telefonat am Morgen nicht über den Antrag informiert wurden erklärte Gewerkschaftsvorsitzender Manfred Schell, dass es in Zukunft keine Vorwarnungen im Personenverkehr mehr gäbe. Also wird jeder Gang zum Bahnhof womöglich bald ein Glücksspiel werden…Hatte man als Arbeitnehmer zumindest die Angabe ob und wo gestreikt wird, fällt dies nun weg. Wie soll man sich das dann vorstellen? Zur Sicherheit zwei Stunden vorher hinfahren, weil man ja nicht weiss, ob nicht plötzlich auf halber Strecke Schluss ist? Hier schießt die GDL mit Sicherheit ein Eigentor und schadet nicht der Bahn, sondern in erster Linie den Arbeitnehmer, der auf die Bahn angewiesen ist… aber das mit der Solidarität hatten wir ja schon…

Zeitungstest Tag 3: Mal einzeln…

Ich hatte den Artikel schon weit angefangen und es mir am Ende beim X-ten Lesen des gleichen Inhalts anders überlegt: Der Zeitungstest, wie ich ihn zu beginn angekündigt hatte, bringt es nicht wirklich, sondern ist zu aufwändig und vielleicht auch zu uninteressant? Naja, jedenfalls werde ich mit täglichen Berichten aufhören, lieber entspannt lesen und das machen, was ich zuvor auch getan habe: Das Interessante kommentieren und nicht wie in den letzten Tagen Inhaltswiedergaben schreiben. Am Samstag werde ich dennoch ein Fazit dieser Zeitungswoche ziehen. Nun das, was ich bisher zu FAZ und Süddeutscher geschrieben hatte ;) Continue reading

Streiks verboten (Update)

Das Arbeitsgericht Nürnberg hat soeben per Einstweiliger Verfügung sämtliche Streiks der GDL bis zum 30. September verboten. Begründet wurde diese Entscheidung mit dem Schaden, den der Streik in der Hauptreisezeit auf die Volkswirtschaft habe. Es ist allerdings anzunehmen, dass die GDL gegen diese Entscheidung vorgehen wird. Illegale Streiks wird es jedoch nicht geben. Bis zur Entscheidung der nächsten Instanz mit der Ende dieser oder zu Beginn nächster Woche gerechnet werden kann, sind Streiks damit ausgeschlossen. Die Gewerkschaft hatte für den morgigen Donnerstag einen vierstündigen Streik im Güterverkehr angekündigt. Streiks im Personenverkehr waren frühestens am dem kommenden Montag geplant.

 (SpON, Tagesschau)

Presseschau Tag 2 – Wieder Bahnstreik

Am Tag 2 meines Tageszeitungstests sind alle Zeitungen angekommen und um es gleich vorweg zu nehmen: Es gab – für mich – wie gestern nur ein bestimmendes Thema: Den Bahnstreik ab Donnerstag. Alle Zeitungen hatten das Ergebnis der Abstimmung auf der Titelseite, wenn die FAZ auch wiedermal eher an den Rand gedrängt. Bei vielen Zeitungen war es gar das Hauptthema des Tages im Innenteil. Continue reading

Zeitungstest Tag 1: Bahnstreik

So, nun Teil 1 der Zeitungsanalyse dieser Woche. Die Welt und Neues Deutschland sind nicht gekommen, mal gucken, ob das in den kommenden Tagen so bleibt. Junge Welt und Tagesspiegel kommen jedoch erst am Nachmittag mit der normalen Post, darum gibt es den Tagesvergleich erst gegen Abend. (Klicks auf die Bilder offenbare die Titelseiten) Continue reading

Streiks bei der Bahn wieder erlaubt

Das Arbeitsgericht Mainz hat das Verbot von Streiks der GDL aufgehoben. Bis kommenden Donnerstag dürfte aber nicht mit Streiks gerechnet werden, da die GDL bis zur nächsten Verhandlungsrunde mit der Bahn darauf verzichtet. Laut Bahn-Spass.de dürfte aber dannach einiges ins Haus stehen, da die GDL diese Runde als “letzte Chance” für ein “vernünftiges Angebot” sieht.