Fair Game

Wieder ein Film am Abend – doch ein klein wenig eine Ausnahme. Heute war Fair Game im Blu-Ray Player. Bei dem Thriller geht es um die Palme-Affäre in den USA, bei der die Identität einer CIA Agentin vom Weißen Haus offen gelegt wurde, nachdem deren Mann Kritik an den vorgegeben Gründen zum Irakkrieg geäußert hatte. Hier der Trailer, der das vielleicht nochmal darlegt:

Der Film selber ist eine gute Mischung aus dem Privatleben und der Politik zum Irakkrieg und zeigt auch gut den Druck, der damals ausgeübt wurde, um ja zu “beweisen”, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt. Das schafft er auch sehr gut und schildert so die Begebenheiten damals sehr gut. Natürlich ist es kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber ich glaube, dass ist bei nachgespielten Filmen auch nicht so eben möglich und man kann ihn sich doch sehr gut angucken. Für ein paar Euro ist er auch als DVD oder Bluray erhältlich :)

Four Lions

Heute abend habe ich Four Lions gesehen. In dieser britischen Komödie aus dem Jahr 2010 geht es um vier islamistische Terroristen in London, die eben ihren Teil zum Dschihad beitragen wollen – und eigentlich keine Ahnung haben, was sie da tun. Das Internet in die Luft zu jagen ist definitiv keine gute Idee. Den Trailer hatte ich schon vor einiger Zeit gesehen (ihr könnt das weiter unten) und muss sagen: Der Film ist okay, aber über weite Strecken gesehen nicht so spannend und die witzigen Szenen tauchen auch schon im Trailer auf. Es ist durchaus schwarzer Humor, so sterben auch Menschen und Tiere zu unpassenden Momenten, um Komik zu erzeugen. Für eine Abendunterhaltung war der Film ganz nett, im DVD Regal wird er aber eher nicht landen.

Hangover II

Nach dem PolitCamp am Samstag ging es noch ins Kino: Hangover 2 läuft seit Donnerstag im Kino und wurde natürlich sofort gesehen. Grund dafür war der geniale erste Teil und auch der zweite konnte durchaus anschließen.

Der zweite Teil ist ziemlich identisch mit dem ersten vom Grundablauf, was natürlich ein wenig an Originalität nimmt. Nichts desto trotz kann der Film absolut überzeugen, was auch an der schauspielerischen Leistung von Zach Galifianakis liegt, der es schafft seine Rolle Alan skurril, komisch und trotzdem liebevoll rüberbringt. Für mich ist er eh einer der Aufsteiger der letzten Jahre und reicht schon aus um ins Kino zu gehen.

Naja, nochmal kurz, worum es bei Hangover 2 geht: Stu hat die Partnerin fürs Leben gefunden und feiert seine Hochzeit in Thailand. Mit dabei natürlich auch seine Freunde – und Alan :) Und auch wenn natürlich alle (?) vorhaben die Ereignisse in Las Vegas sich nicht wiederholen zu lassen kommt es genau so. Eine durchgezechte Nacht später wacht man in Bangkok auf – und eine Person fehlt. Und was letzte Nacht geschehen ist, weiß auch niemand mehr. Und wie auch im ersten Teil beginnt dann eine Schnitzeljagd anhand von einzelnen Fundstücken und erst nach und nach offenbart sich die Geschichte der letzten Stunden.

Ich hab mich im Kino sehr gut amüsiert und der Film ist wirklich sehr gut, kommt aber eben nicht ganz an den ersten dran, weil das neue irgendwo fehlt. Damit etwas “schlechter” als der Vorgänger ohne wirklich schlecht zu sein. Ein klarer Kino-Tipp, vor allem solange man das Kino noch als Gemeinschaftsgefühl hat und nicht am Ende alleine dort sitzt. Ein gemeinsam lachendes Kino hat schon was für sich, ebenso wie gemeinsamer Applaus am Ende.

Rango

Gestern Abend ging es wieder ins Kino. Bei dem Stress aktuell eine willkommene Abwechslung. Und dann auch eine sehr gute. Es ging in den Zeichentrickfilm Rango, bei dem eine Echse den “Wilden Westen” aufmischt, aber seht vielleicht selber den Trailer:

Okay, man sieht schon, es gibt moderne Elemente, aber offensichtlich ist die Tierwelt eben noch in der Zeit des Wilden Westens – und das ist auch gut so. Denn es gelingt dem Film sehr gut den Flair von Westernfilmen aufzugreifen ohne dabei den Humor und die Lockerheit aufzugeben, die ein solcher Zeichentrickfilm braucht. Wenn Rango in seiner unbedarften und oft aufschneiderischen Art in dieser Welt auftritt, macht es wirklich Spaß, dies anzusehen. Aber auch die Charaktere in “Dreck” sind mehr als einfache Zeichentrickfiguren. Viele von ihnen entwickeln in den paar Minuten des Films einen wirklichen Charakter.

Die Geschichte selber ist nicht die große Überraschung oder wahnsinnig neuartig. Zusammenfassen lässt sie sich mit “Fremder rettet Dorf” mit den üblichen Wendungen. Aber diese Geschichte braucht auch nicht eine wandelnde Geschichte, sondern spielt manchmal mit der Vorhersehbarkeit und lebt eben von den Charakteren und insbesondere Rango.

Technisch ist der Film sehr gut umgesetzt. Manchmal vergisst man glatt, dass es sich um einen Zeichentrickfilm handelt und es wurde auf Details und Mimik sehr geachtet.

Alles im Allem ein mehr als gelungener Film, den ich nur empfehlen kann.

Stichtag – Ein würdiger Hangover “Nachfolger”

Nach einem Tag an der Uni ging es dann noch recht spontan ins Kino. Ein kurzer Blick auf die Möglichkeiten lies dann “Stichtag” offen. Beworben wurde er auch damit, dass er vom “Hangover” Regisseur Todd Phillips stammt. Ich bin bei solcher Werbung immer etwas skeptisch, da man sich so leicht auf früheren Lorbeeren ausruht. Dem – soviel kann man verraten – ist hier definitiv nicht so.

Bei Stichtag geht es ganz grob gesagt um einen Roadtripp. Peter Highmann (gespielt von Robert Downey Jr.) muss in 5 Tagen von Atlanta nach Los Angeles. Bereits vor dem Flug lernt er Ethan Tremblay (gespielt von Zach Galifianakis) etwas ungünstig kennen, fliegen kann er später auch nicht und es bleibt nichts anderes, als gerade mit diesem quer durch Amerika zu fahren, um es rechtzeitig zur Geburt des Kindes zu kommen. Und wie es sich für eine Komödie gehört, geht dabei einiges schief und die zwei verschiedenen Charaktere geraten mehr als einmal aneinander:

Cinema sagt zu dem Film:

"Hangover" ist ein echter Brüller, während man "Stichtag" lediglich als witzig und amüsant (ärgerlicherweise wurden die besten Szenen bereits in den Trailern verwurstet) loben kann.

Was den Film dennoch unbedingt sehenswert macht, sind seine Darsteller. Unvorstellbar, dass jemand anderes als Robert Downey Jr. ("Iron Man") und Zach Galifianakis ("Hangover") die gegensätzlichen Reisegefährten hätten spielen können. Auf wunderbare Weise gelingt es beiden Darstellern mit todernster Miene, für die größten Lacher zu sorgen.

Fazit: Bloß nicht zu viel erwarten, die neue Komödie vom "Hangover"-Macher ist kein Brüller, aber herrlich gespieltes Schmunzelkino

Ich muss sagen ich kann das so nicht ganz bestätigen. Ehrlich gesagt finde ich es auch im Rückblick etwas schwierig beides zu vergleichen. Hangover ist wirklich zum Lachen und das ohne wirkliche Pause. Ich finde Stichtag hingegen lebt gerade von den Charakteren und auch von dramatischen und tragischen Momenten, die perfekt in Szene gesetzt wurden und wo man aus einem sehr heiteren Moment direkt in eine andere Stimmung versetzt wird und mit den Charakteren mitfühlt. Der Film ist jedenfalls nicht ganz so eindeutig auf Komödie gestrickt hat mich aber in den entsprechenden Teilen durchaus sehr amüsiert. Und wenn ich dem Kinosaal traue war das sonst auch so. Schöner Charakter-Humor eben. Und was die Trailerkritik angeht: Stimmt wahrscheinlich. Habe gerade mal geguckt und schöne Szenen findet man wirklich im Netz. Also: Nicht viele Trailer gucken, sondern sofort ins Kino :)

Übrigens: Man kann den Film auch schon auf Blu-Ray oder DVD vorbestellen – kommt am 4. März :)

Und ein wirklicher Nachtrag: Ein inhaltlicher Nachfolger ist Stichtag natürlich nicht zu Hangover, sondern eben nur der nächste Film des Regisseurs :)

Kick ass

Letzten Samstag ging es nach der Demo in Ahaus noch ins Kino zum Entspannen. Kevin hatte zwar schon “Kick-ass” vorher im Gespräch, aber man muss ja gucken, was sich spontan hinbekommen lässt. Aber er und wir hatten Glück und in den Apollo Cinemas in Gelsenkirchen konnten wir den Film dann sehen. Aber worum geht es überhaupt?

Der Schüler Dave (Aaron Johnson) ist schon etwas, was man positiv nen Nerd nennt mit ständigem Besuch im Comic Laden ( (der btw. ziemlich cool ist, weil man da auch Kaffee trinken kann)). Dabei kommt dann irgendwann die Frage auf, wieso eigentlich niemand einen Anzug überstreift und als Superheld wirklich versucht die Welt etwas besser und sicherer zu machen. Und irgendwann bestellt er sich im Internet einen Anzug, der ein wenig an Froschkönig erinnert und macht sich auf den Weg. Der erste Einsatz endet allerdings im Krankenhaus. Kurz: Er stellt sich etwas unbeholfen in seiner Rolle als “Kick-ass” an.

Etwas anders ist da “Hit-Girl”. Das 11-jährige Mädchen (gespielt von Chloe Moretz) ist von ihrem Vater in einen schon fast psychopatischen Rachefeldzug eingesponnen, was einen sowohl schockt, aber – wenn man bereit ist den Film als Fiktion zu akzeptieren – auch einen gewissen Charme und Spaßfaktor aufbaut, wenn dieses 11-jährige Mädchen frech und skrupellos vorgeht.

Das ist auch öfter kritisiert worden an dem Film. Es wäre sicherlich interessant mehr darüber zu erfahren, wie sie bei den Dreharbeiten auf ihre Psyche geachtet wurde, aber die Interviews nach dem Film hinterlassen bei mir eher ein Eindruck eines aufgeweckten 13-jährigen Mädchen – zum Beispiel hier beim MovieNerd. Konkret rief sie in der Sun dazu auf, den Film als Film zu sehen:

“Ein kleines Mädchen kann natürlich nicht riesige, schwere Männer verprügeln und umbringen. Ich verstehe nicht, wie jemand nicht kapieren sollte, dass das nicht echt ist. Es ist eine kontroverse Rolle. Aber es war eine Rolle, die ich spielen wollte. Wenn ich auch nur einen Bruchteil der Wörter, die ich in dem Film benutze, zuhause gesagt hätte, dann hätte ich sicherlich für den Rest meines Lebens Hausarrest bekommen.”

Für mich ist Kick-ass eine gelungene Mischung aus selbstironischer Gewaltdarstellung – wie bei Shoot’em up – und Superheldenkomödien wie bei Mystery Men – natürlich mit einer etwas rabiateren Form der Darstellung. Wenn man sich daran gewöhnt hat und sich darauf einlassen kann, dann erlebt man durchaus gute Kino-Unterhaltung.

Wüstenblume

Direkt am Abend der Bundestagswahl hatte ich noch das Vergnügen mit zwei guten Freundinnen in die Spätvorstellung von Wüstenblume zu kommen. Zunächst hatte ich den Film schicksalshafterweise mit Feuerherz verwechselt, also war von einem Film über Kindersoldaten ausgegangen. Ob meine beiden Begleiterinnen mich nun bewusst in dem Fehlglauben ließen, sei mal dahin gestellt, aber als ich herausbekam, um was es in dem Film wirklich ging, waren die Karten gekauft und mein Pfirsichsaft in der Kinobar auch fast ausgetrunken. Vielleicht war es aber auch ganz gut so, denn Wüstenblume dreht sich auch um das Schicksal vieler Kinder in Afrika, genauer um das von Mädchen, denn es geht um die Genitalverstümmelung ((Ich verwende die gleichen Begriffe wie von terre de femmes vorgeschlagen, werde hier im Artikel deshalb immer von Genitalverstümmelung sprechen und nicht von Beschneidung, da dies das Ausmaß der Tat deutlicher macht. Eine Beschneidung wird womöglich der bei Männern zu schnell gleichgesetzt und dadurch verharmlost. Gegenüber Opfern sollte dennoch dieser Begriff benutzt werden, denn als verstümmelt sollte man diese dennoch nicht bezeichnen.)) derselben, die vor allem dort aber auch in anderen Teilen der Welt geschieht.

Wahrscheinlich hätte ich mir den Film ohne diesen Irrtum und ohne meine Begleiterinnen nicht angesehen. Warum kann ich nichtmal genau sagen, das Thema hatte mich vorher nicht wirklich interessiert. Es wäre vermessen zu behaupten der Film hätte nun alles geändert, aber ein wenig mitfühlender, was dieses Thema angeht bin ich dann doch geworden. Aber vielleicht kurz erstmal worum es geht:

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch Wüstenblume von Waris Diries, in dem diese ihren Weg von der somalischen Steppe bis zum weltberühmten Starmodell darstellt. Dies alleine erscheint einem oft schon wie ein Märchen und voller glücklicher Zufälle getragen, aber hinter allem liegt der Schatten eben der Beschneidung mit drei Jahren, die sie schließlich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in einem Interview publik macht und damit das Thema der öffentlichen Diskussion aussetzt.

Wie schon gesagt: Es ist oft wie ein großes Märchen: Die Flucht aus Somalia gelingt nur, weil die Großmutter jemanden in London kennt, dort lernt Waris die Lebenskünstlerin Marilyn kennen und schließlich wird sie in einem Fastfood Restaurant als Modell entdeckt. Manche Geschichten schreibt das Leben eben doch selbst. Immer wieder wird in diese Geschichte jedoch der dunkle Schatten der Vergangenheit eingepflegt, ob nun beim Flirt in der Disco, als sie Marilyn beim Sex überrascht oder eben ganz konkret, als sie unter Schmerzen leidend ins Krankenhaus geht. Und als schließlich das Interview aufkam hoffte ich nur, dass es bei der Erzählung bleibt und einem der Rückblick erspart bleibt. Aber der Film hätte seine Wirkung verfehlt, würde er diesen Zeitsprung nicht machen und das Gesicht des leidenden Kindes überspringen. Die ganzen im Film deutlich werdenden Folgen dieses Verbrechens an kleinen Mädchen haben in dieser Szene ihren Ursprung.

Im Prinzip ist dies auch der Wendepunkt ihres Lebens wenn man es so will. “Die Genitalverstümmelte” sei ihr Job geworden, so ihr Manager. Ein ziemlich harter und unangenehmer Job, wie man auch in einem Interview für die Brigitte nachlesen kann:

Ich habe es so satt, darüber zu sprechen. Ich mache das nicht zum Vergnügen, es ist nicht leicht sich immer wieder vor Menschen zu stellen und diese sehr persönliche Geschichte zu erzählen. Es ist anstrengend, und es wird mit der Zeit auch langweilig. Es geht hier nicht um meinen persönlichen Kampf, deshalb macht es mich wütend, wenn Leute mir zurufen: "Viel Glück, was du machst ist großartig." Als wäre ich alleine für die Bekämpfung von Genitalverstümmelung verantwortlich.

Und auch wenn ich den Film zu Beginn ein wenig als Märchen – von armen somalischen Flüchtling zum Top-Modell – bezeichnet habe, darf man diesen Hintergrund nicht vergessen. Und vor allem nicht, dass sie damit symbolisch für die Mädchen in der Welt stehen, die diesen Weg nicht gehen können.

The International

image Nachdem Clieve Owen sich mit dem offensichtlich überzeichneten Action Film “Shoot em up” sich in unser Herz geschossen hatte, ging es gestern dann auch mal in “The International“. Der Startfilm bei der Berlinale wurde dabei insbesondere wegen seines Bezugs zur Finanzkrise gelobt, wobei ich finde, dass dies etwas übertrieben ist. Die einzige Verbindung ist dabei eine fiese Bank. Diese finanziert das illegale Verbrechen und fördert insbesondere den Waffenhandel, was das Interesse von Interpol-Agent Louis Salinger (CLIVE OWEN) und der New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (NAOMI WATTS) weckt. In einem Wirrwar vor gekauften Polizisten, getöteten Kronzeugen arbeiten sich beide immer weiter an die Geschäftsetage der Bank heran.

Der Film war soweit okay, aber meines Erachtens nicht den Hype wert, der um ihn gemacht wurde. Die Geschichte ist meines Erachtens etwas zu gradlinig und im Prinzip nach dem gleichen Muster aufgebaut: Man findet einen neuen “Zeugen”, der wird erschossen und dennoch kommt man irgendwie weiter. Die einzige Szene, die mir wirklich gefallen hatte, war die Schießerei im Guggenberg Museum in New York. Nicht unbedingt weil ich finde, dass zu einem guten Film auch eine gute Schießerei gehört, aber diese Szene stach als einziges aus dem Film wirklich heraus.

Was mich ebenfalls etwas gestört hatte, war der leicht philosophische Anspruch dieses Film oder man sollte eher sagen die oft entsprechend angehauchten und abgedroschenen Sprüche der Akteure. Der einzige was hängen blieb, war eine Aussage nach dem Sinn “Wer die Schulden kontrolliert, hat die Macht” (wie gesagt sinngemäß, ganz so platt war die Aussage dann doch nicht :D ).

Ich weiss nicht, ob meine Müdigkeit gestern verhindert hat, die Brillianz des Films zu erkennen, aber mehr als netter Thriller kann ich leider nicht sagen. Die Bösartigkeit der Bank ist nicht soo überraschend und politische Kritik des Kapitalismus wird nur in einem Gespräch ein wenig offensichtlich. Auch wenn ich grade sagte, dass der Film etwas gradlinig und vorhersehbar war, war der Film nicht langweilig und durchaus eine gute Unterhaltung. Aber mehr leider eben auch nicht…

The dark knight

Heute abend ging es mal wieder ins Kino. “The dark knight” die neuste Batman Verfilmung war im Vorfeld ja für die Schauspielerische Leistung des inzwischen verstorbenen Heath Ledger hoch gelobt, so dass diesem hierfür durchaus zugetraut wird als zweiter Schauspieler auch postum den Oscar verliehen zu bekommen. Und das zu Recht: Die Leistung den verrückten Joker auch verrückt darzustellen, ohne ihn dadurch lächerlich zu machen ist wirklich grandios. Ich muss dazu sagen, dass ich weder die Comics, noch die Filme von Batman kenne und auch grundsätzlich Heldengeschichten etwas skeptisch gegenüberstehe. Naja, und dann das: 152 Minuten wird eine spannende und authentische Geschichte geboten, die mit ihren vielen Wendungen auch doch noch immer zu schockieren weiss und wo einem nicht nur aufgrund des schauspielerischen Talents ein schockiertes “Der ist ja total verrückt” durch den Kopf spukt. Also insgesamt ein wirklich beeindruckender Film, den zu gucken sich in jedem Fall lohnt! ;)

Prinz Kaspian von Narnia

image Heute lief der zweite Teil der Chroniken von Narnia an, bei dem 1.300 Jahre nach dem ersten Teil Prinz Kaspian um den wohlverdienten Thron von Narnia kämpft und damit das gute alte Narnia wieder herstellen will, nachdem sein Onkel Miraz sich zum König erklärte und alle Nichtmenschen vertrieben hatte. Wieder dabei sind auch die Charaktere Peter, Edmund, Susan und Lucy aus dem ersten Teil, die nach einem Jahr in der englischen Realität wieder in das Fantasyland gezogen werden.

Die Grundgeschichte ist damit grob erzählt und dieser Kampf zieht sich durch rund 140 Minuten in denen es nicht wirklich langweilig wird und der Film damit sicherlich besser ist als der erste Teil, aber auch abwechslungsreicher als die Romanvorlage von C.S. Lewis, die ich zuvor gelesen hatte. Prinz Kaspian von Narnia beeindruckt durch die durchaus gut inszenierten Schlachten, die guten Special Effects und einer Prise Humor, die die Charaktere etwas freundlicher erscheinen lässt – natürlich nur auf der einen (guten) Seite.

Klar, Narnia hat einen stark heroischen vielleicht sogar religiösen Einschlag, wenn man den allmächtigen Aslan betrachtet, der mit seinem Gebrüll oder einem Windhauch das Schicksal des Landes ändern kann und somit – ich denke es ist kein Spoiler, wenn man dies erwähnt – die Wende in dem Kampf bringt. Dies, der unbedingte Glaube an ihn und irgendwo auch die Tatsache, dass es kaum Fragen an die schicksalsbestimmten Gesandten “Adamssöhne” gibt denen alle Kreaturen umgehend die Treue schwören, untermauern die von einigen Seiten geäußerte Kritik an dem Film als “Rekrutierungsvideo” für die christliche Rechte.

image Vielleicht bin auch zu aufgeklärt dazu, aber ich finde die Wirkung des Films wird doch ein wenig überschätzt. Klar, der Löwe Aslan wird grade für jungere Zuschauer der Superheld des Film sein, der eben alles wieder “gut” macht. Aber ist das nicht oft so? Es gibt in sovielen Filmen den einen Charakter, der die Wende bringt – und wenn es in Herr der Ringe Gandalf ist. Es gibt so oft ein “gut” und ein “böse” – Star Wars als bestes Beispiel. Da gibt es auch nur ganz wenig grau dazwischen, also in Zeichentrickfilmen gibt es selten eine differenzierte Beschäftigung mit den Charakteren auf der bösen Seite, während die “Guten” eben immer alles richtig machen. Und das ist auch gut so.

Ich streite ja nichtmal ab, dass man in Narnia durchaus mehr Beziehungen zu dem Wirken von Jesus Christus ziehen mag, als in anderen Filmen. Aber ob man deswegen von einer Art Propaganda reden kann, weiß ich nun wirklich nicht. Für mich ist Narnia ein Fantasyspektakel  welches sich – anders als Herr der Ringe – eher an ein jüngeres Publikum richtet und demnach ein wenig platter und ja auch einfacher in der Gefühlswelt gestrickter ist. Wenn jemand daraus seine Schlüsse für den Glauben ziehen möchte, mag er das tun. Nur das jemand der bisher dem Christentum vielleicht nicht ablehend, aber eben auch neutral gegenüber stand (also zur üblichen “Rekrutierungszielgruppe” gehören dürfte) nun auf die Idee kommt, plötzlich fundamentalistischer zu werden, wage ich doch zu bezweifeln.

imageIn diesem Sinne kann ich den Film allen empfehlen, die Lust auf ein gut unterhaltendes Fantasy-Märchen Lust haben, welches mit durchaus liebenswerten Charakteren aufwarten kann, mit einer gesunden Art Humor und einer Story, die sich durchaus sehen lassen kann und die 140 Minuten auch füllt. Wer allerdings bewusst nach christlichen Analogien suchen will, kann den Film natürlich auch gerne angucken, aber ich befürchte man verdirbt sich damit zu schnell einen schönen Filmabend. In meiner Bewertung schwanke ich ein wenig zwischen 4 und 5 (von 5 möglichen) Punkten, tendiere aber nach einmaligem Gucken, doch eher zur Höchstwertung.

Hier noch der Trailer zum Abschluss ;)