John Asht und Literaturkritik

Ab und an schreibe ich hier ja auch mal über Bücher. In der Regel recht positiv, weil ich euch die Bücher vorstellen will, die ich gelesen und für gut befunden habe. Ähnlich – wenn auch viel mehr – macht es auch Myriel, die in ihrem Blog “Bücherzeit” über von ihr gelesene Bücher berichtet. So auch im letzten November, als sie über “Twin-Pryx. Zwillingsbrut” von John Asht berichtete. Und das nicht gerade positiv:

Bei meinem ersten Versuch mit diesem Buch habe ich es nicht mal bis Seite 30 geschafft, beim zweiten Anlauf immerhin bis Seite 90. Einen Dritten wird es nicht geben. Denn auf diesen Seiten sind mir schon so viele Dinge aufgefallen und haben mir quer im Magen gelegen, so dass ich gar nicht erst wissen möchte, wie es weiter geht.

 

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FATE als universelles Rollenspielsystem – oder: System matters

Gestern haben wir zum dritten und vorerst letzten Mal FATE gespielt. So ist das eben, wenn man eine Minikampagne abgeschlossen hat und das Flugzeug in letzter Sekunde von der deutschen Ausgrabungsstätte gestartet hat, bevor der Panzer dann doch tötlich tritt. In nächster Zeit wird wohl mehr D&D in der 4ten Edition gespielt – oder FATE in den Vergessenen Reichen? Continue reading

Prinz Kaspian von Narnia

image Heute lief der zweite Teil der Chroniken von Narnia an, bei dem 1.300 Jahre nach dem ersten Teil Prinz Kaspian um den wohlverdienten Thron von Narnia kämpft und damit das gute alte Narnia wieder herstellen will, nachdem sein Onkel Miraz sich zum König erklärte und alle Nichtmenschen vertrieben hatte. Wieder dabei sind auch die Charaktere Peter, Edmund, Susan und Lucy aus dem ersten Teil, die nach einem Jahr in der englischen Realität wieder in das Fantasyland gezogen werden.

Die Grundgeschichte ist damit grob erzählt und dieser Kampf zieht sich durch rund 140 Minuten in denen es nicht wirklich langweilig wird und der Film damit sicherlich besser ist als der erste Teil, aber auch abwechslungsreicher als die Romanvorlage von C.S. Lewis, die ich zuvor gelesen hatte. Prinz Kaspian von Narnia beeindruckt durch die durchaus gut inszenierten Schlachten, die guten Special Effects und einer Prise Humor, die die Charaktere etwas freundlicher erscheinen lässt – natürlich nur auf der einen (guten) Seite.

Klar, Narnia hat einen stark heroischen vielleicht sogar religiösen Einschlag, wenn man den allmächtigen Aslan betrachtet, der mit seinem Gebrüll oder einem Windhauch das Schicksal des Landes ändern kann und somit – ich denke es ist kein Spoiler, wenn man dies erwähnt – die Wende in dem Kampf bringt. Dies, der unbedingte Glaube an ihn und irgendwo auch die Tatsache, dass es kaum Fragen an die schicksalsbestimmten Gesandten “Adamssöhne” gibt denen alle Kreaturen umgehend die Treue schwören, untermauern die von einigen Seiten geäußerte Kritik an dem Film als “Rekrutierungsvideo” für die christliche Rechte.

image Vielleicht bin auch zu aufgeklärt dazu, aber ich finde die Wirkung des Films wird doch ein wenig überschätzt. Klar, der Löwe Aslan wird grade für jungere Zuschauer der Superheld des Film sein, der eben alles wieder “gut” macht. Aber ist das nicht oft so? Es gibt in sovielen Filmen den einen Charakter, der die Wende bringt – und wenn es in Herr der Ringe Gandalf ist. Es gibt so oft ein “gut” und ein “böse” – Star Wars als bestes Beispiel. Da gibt es auch nur ganz wenig grau dazwischen, also in Zeichentrickfilmen gibt es selten eine differenzierte Beschäftigung mit den Charakteren auf der bösen Seite, während die “Guten” eben immer alles richtig machen. Und das ist auch gut so.

Ich streite ja nichtmal ab, dass man in Narnia durchaus mehr Beziehungen zu dem Wirken von Jesus Christus ziehen mag, als in anderen Filmen. Aber ob man deswegen von einer Art Propaganda reden kann, weiß ich nun wirklich nicht. Für mich ist Narnia ein Fantasyspektakel  welches sich – anders als Herr der Ringe – eher an ein jüngeres Publikum richtet und demnach ein wenig platter und ja auch einfacher in der Gefühlswelt gestrickter ist. Wenn jemand daraus seine Schlüsse für den Glauben ziehen möchte, mag er das tun. Nur das jemand der bisher dem Christentum vielleicht nicht ablehend, aber eben auch neutral gegenüber stand (also zur üblichen “Rekrutierungszielgruppe” gehören dürfte) nun auf die Idee kommt, plötzlich fundamentalistischer zu werden, wage ich doch zu bezweifeln.

imageIn diesem Sinne kann ich den Film allen empfehlen, die Lust auf ein gut unterhaltendes Fantasy-Märchen Lust haben, welches mit durchaus liebenswerten Charakteren aufwarten kann, mit einer gesunden Art Humor und einer Story, die sich durchaus sehen lassen kann und die 140 Minuten auch füllt. Wer allerdings bewusst nach christlichen Analogien suchen will, kann den Film natürlich auch gerne angucken, aber ich befürchte man verdirbt sich damit zu schnell einen schönen Filmabend. In meiner Bewertung schwanke ich ein wenig zwischen 4 und 5 (von 5 möglichen) Punkten, tendiere aber nach einmaligem Gucken, doch eher zur Höchstwertung.

Hier noch der Trailer zum Abschluss ;)

Jonathan Strange & Mr. Norrell

jonathanstrange Über 1.000 Seiten hat das Buch, welches ist nun endlich geschafft habe und bei der Blogparade Bücher bereits vorgeschlagen hatte: “Jonathan Strange & Mr. Norrell” heißt das Erstlingswerk von Susanna Clarke und es spielt im England des beginnenden 19. Jahrhunderts im England, welches sich noch im Krieg mit Napoleon’s Frankreich befindet. Soweit klingt es nach einem normalen historischen Roman, aber was, wenn ich nun hinzufüge, dass während dieser kritischen Kriegszeit ein Mann vom Lande die Politik und das Kampfgeschehen deutlich aufmischt. Mr. Norrell hat nämlich beschlossen, die Magie in England wieder aufleben zu lassen. Als er schließlich noch den jungen Zauberer Jonathan Strange als Lehrling aufnimmt scheint die Erstehung der neuen Traditionen nicht mehr aufzuhalten. Aber irgendwann kommt es genau wegen diesen Traditionen zum Streit und eine Rivalität entsteht…

Naja, wie es genau weitergeht, soll nicht verraten werden, aber das Buch kann jedem, der ein gewisses Interesse an Fantasy hat, aber die Verbindungen zur Realität dennoch schätzt, nur empfohlen werden. Es liest sich sehr gut, auch wenn es den großen Push-Effekt nicht direkt gab, also andauernde Spannung kann ich jetzt nicht versprechen. Aber durchgehend eine schlüssige Darstellung der Welt mit Magie ohne damit gleichzeitig langweilig zu werden. In dem Sinne kann ich die Kritik von Noch etwas Salz ((Teilweise zu langatmig, Charaktere nicht lebendig genug, keine “Buch nicht aus der Hand zu legen” Situation)) nachvollziehen und sie ist durchaus auch berechtigt, aber die Sprache hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Beschreibung dieser Welt.

Dementsprechend hat das Buch einige Mängel und könnte in diesen Dingen noch etwas besser sein, aber wer weiß – vielleicht ist das nächste Buch der Autorin ja in diesen Dingen etwas ausgefeilter. Ob es dafür allerdings wieder 10 Jahre braucht, ist aber angesichts des Erfolges von diesem wohl eher zu bezweifeln…