Neue Partnerschaft mit Afrika

Horst_Koehler.jpgBundespräsident Horst Köhler hat anlässlich des Welternährungstages eine “ehrliche, verlässliche und auf Partnerschaft fußende Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten” gefordert. Insbesondere die vom Westen vorgegebene Ausrichtung auf Export fördere den Anbau von Monokulturen und habe damit – wie mit dem Aufbau von unnötigen Prestigeobjekten – falsche Weichenstellungen gesetzt. Auch sei es wenig sinnvoll, überschüssige Nahrungsmittel aus Europa “dauerhaft in Entwicklungsländern unterzubringen”, sondern oberstes Ziel müsse es sein “eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln vor Ort und aus der Region” zu erreichen. Continue reading

Bush der Wohltäter?

George Bush junior hat international den Ruf der Vereinigten Staaten ruiniert und steht selbst in den USA kurz davor den Titel des unbeliebtesten Präsidenten noch zu erreichen. Dennoch muss man auch feststellen, dass er nicht nur außenpolitischen Unsinn in seiner Legislaturperiode gemacht hat, sondern im Bereich der Entwicklungspolitik durchaus einen Wandel der US-Politik herbeigeführt hat. Wurde in den jahren vor seiner Amtszeit konsequent an der Entwicklungshilfe eingespart, hat Bush diesen Etatposten nun aufgestockt und die Vereinigten Staaten damit in absoluten Zahlen zum Hauptgeldgeber gemacht: 20 Milliarden Dollar gibt der Staat jährlich dafür aus (im Vergleich: Deutschland 10 Milliarden). Zugegeben, wenn man es mit dem Bruttonationaleinkommen vergleicht oder gar die Militärausgaben heranzieht, relativiert sich die Zahl ein wenig, dennoch wird die Veränderung der Entwicklungspolitik der USA als “vielversprechendste Umgestaltung der US-Entwicklungshilfe seit John F. Kennedy” bezeichnet. Continue reading

Wenn Rohstoffreichtum arm macht

Wenn man an Gold, Öl oder Diamanten denkt, dann sieht man oft ermessenen Reichtum vor seinen Augen. Auch für die Länder, in denen solche Rohstoffe gefunden werden stellt man sich ein Leben in Reichtum vor. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall: Von den Geldern des Rohstoffexportes kommt nicht viel bei der Bevölkerung an und schlimmer erhöht der Reichtum die Chancen auf bewaffnete Konflikte: Es kommt zum sogenannten Reichtumsparadoxon. Continue reading

Fair Trade

Zusammensetzung des Kaffee Preises - Quelle: WikipediaEr ist für viele Menschen vom Frühstückstisch nicht mehr wegzudenken und oft kommt man erst mit ihm „richtig in Schwung”: Der Kaffee. In Deutschland trinkt jeder durchschnittlich pro Tag 4 Tassen und somit 160 Liter des Getränks pro Jahr. Und es ist auch erschwinglich: rund 4 – 5 Euro muss man für 500 Gramm Kaffee auf die Ladentheke legen.Aber grade hier liegt ein Problem: Hast du dir beim Einkaufen mal Gedanken darüber gemacht, was hiervon am Ende bei den Kaffee-Bauern ankommt? Grade mal 5 Prozent dieses Betrages, also 20 bis 30 Cent erhält derjenige, der tagtäglich dafür auf dem Feld arbeitet. Das übrige bleibt bei Zwischenhändlern stecken.

Auch der Weltmarkt spielt eine große Rolle. Wurden 1995 für 500 Gramm noch 1,51 Euro auf dem Weltmarkt bezahlt, sind es seit 2001 nur noch 0,54 Euro – mit drastischen Folgen für die Bauern in Entwicklungsländern.

Auch bei anderen Rohstoffen ist unfairer Handel an der Tagesordnung. Bei einer Tafel Schokolade mit einem angenommenen Preis von einem Euro erhält der Kakaobauer 3 Cent., jeweils 32 Cent gehen an die Schokoladenfabrik und den Supermarkt, insgesamt 19 Cent an den Aufkäufer des Kakaos und dessen Importeur, und 14 Cent erhält der Staat über Steuern. Continue reading

Wochenblick 31-07: MLPD, Bauernregeln, der 17. Juni und mehr…

Clips im Netz, Geburtstag der Stalinfreunde von der MLPD, der 17. Juni 1953 in Ost und West, Bauernregeln, statistische Weltkarten, was die Amerikaner dem Nahen Osten bieten

Gefälschte Clips im Internet

Folgendes Video zeigt mal interessant, dass man vorsichtig sein muss bei Videos auf YouTube – dazu passt auch diese Warnung vom letzten Montag ;)

[youtube oAeIt1dz7iQ]

MLPD feiert Geburtstag

Ich hätte es nicht gedacht auch mal über die MLPD zu bloggen und mehr als ein kleiner Hinweis wirds nicht. Und zwar ein Artikel in der TAZ der auch den selbsternannten Arbeiterführer Engel zum Thema Stalin und Sozialismus zu Wort kommen lässt:

“Stalin hat sich dadurch ausgezeichnet, dass er den Sozialismus verteidigt hat. Gut”, sagt Engel und neigt den Kopf, als wäge er etwas ab, “er hat nicht immer die feine Art gehabt. Aber wir meinen, dass das Sozialismus war, und kein ‘Linksfaschismus’, wie das in der Propaganda behauptet wird.”

Ist dem noch viel hinzuzufügen? Nicht viel, außer vielleicht, dass diese “Verteidigung” rund 60 Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Aber, nein, das ist kein Linksfaschismus.

Der 17. Juni in verschiedenen Ansichten

Dazu passend vielleicht auch die unterschiedliche Darstellung des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in DDR und der Bundesrepublik, die Don Farrago gepostet hatte um deutlich zu machen, wie stark die Unterschiede damals waren. Aber auch damals wurde ja nur der Sozialismus verteidigt…

Krieg auf dem Desktop

Verteidigen müssen sich auch die Icons bei diesem kleinen Video. Mehr Text gibts nicht ;)

Kostenlose Bücher

Sehr viel mehr Text dagegen bei diesen kostenlosen Büchern von Galileo Design zu Dreamweaver 8 und dem Adobe Photoshop CS 2.

Wenn der Hahn krät auf dem Mist…

Wer kennt nicht die alten Bauernweisheiten zum  Wetter, Frank Abel hat sich dieser angenommen und mal die 10 aussagekräftigsten Bauernregeln dargestellt

Statistiken zum Anfassen

Über das Globalisierungsblog bin ich auf eine interessante Seite von Google gestoßen, bei der verschiedene Statistiken auf der Karte dargestellt werden können.

Amerika bringt dem Nahen Osten…

 

IraqVictory.jpg

Nettes Bild gefunden bei Lupe 

Meine Stimme gegen Armut

[inspic=272,left,fullscreen,180]Heute endete meine G8 Woche mit dem Konzert “Deine Stimme gegen Armut” von Herbert Grönemeyer. Rund 70.000 Menschen hatten sich auf dem IGA Gelände versammelt um dort zusammen mit Grönemeyer, den Toten Hosen, Seeed, den Fantastischen Vier und vielen anderen Bands ein Zeichen für die Verantwortung entwickelter Länder zu setzen. Erweitert wurde dieses Event um Musiker und Vertreter der Zivilgesellschaft von acht ausgewählten armen Ländern der Erde. Continue reading

Entwicklungshilfe 2006: Nach dem Schaden auch noch Spott

Die vom Entwicklungshilfeausschuss der OECD (DAC) heute vorgelegten Zahlen
über die globalen Entwicklungshilfeleistungen zeigen, dass Deutschland wie
schon in 2005 nur durch die Anrechnung von Schuldenerlassen einen leichten
Anstieg seiner Hilfe erreicht.

Von insgesamt 10,3 Mrd. US-$ öffentlicher Entwicklungshilfe sind netto 2,7
Mrd. US-$ auf Schuldenerlasse zurückzuführen. 377 Mio US-$ wurden dem Irak
erlassen und 1,75 Mrd. US-$ resultieren aus dem Schulden-erlass für Nigeria.
Der Rest geht auf die deutsche Beteiligung an der multilateralen
Entschuldungsinitiative für die ärmsten Länder (HIPC) zurück.

erlassjahr.de Koordinator Jürgen Kaiser: “Kredite, mit denen seinerzeit
West- und Ostdeutschland den Krieg Saddam Husseins gegen die Iran
unterstützen, und die undurchsichtigen Geschäfte des nigerianischen
Diktators Abacha mit der deutschen Bauindustrie werden nachträglich als
Entwicklungshilfe deklariert. Die Bevölkerung der beiden Länder muss so
nicht nur einen Teil der Schulden, die einst zu ihrer Unterdrückung gemacht
wurden, zurückbezahlen. Sie hat nun zum Schaden auch noch den Spott, indem
der Erlass eines ohnehin nicht mehr eintreibbaren Teils als großzügige
Entwicklungshilfe verkauft wird.”

Beim Schuldenerlass für Nigeria war überdies der DAC zutiefst gespalten.
Einige Mitglieder, darunter die skandinavischen Länder und der Vertreter der
EU haben sich gegen die Anrechnung der letzten Tranche des Nigeria-Erlasses
selbst unter den aktuellen Regelungen ausgesprochen, da es sich um einen
Schuldenrückkauf – also eine klassische Inkasso-Operation – handelte. Andere
Mitglieder, darunter Deutschland, haben im Interesse geschönter
Entwicklungshilfe-Bilanzen eine Anrechnung im DAC betrieben. In seinem
Bericht weist der DAC nun diesen Anteil – 429 Mio US-$ für Deutschland -
gesondert aus.

Jürgen Kaiser: “Solche Schuldenerlasse als Entwicklungshilfe zu deklarieren
ist ungefähr so logisch, als verlange eine Bank für die Abschreibung eines
faulen Kredits eine Spendenquittung.”

Mehr Informationen: www.erlassjahr.de