Vier Tage Dauerstreik

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es Donnerstag, Freitag, Montag und Dienstag ganztägige Streiks der GDL geben. Ein Ultimatum an die Bahn ist heute ereignislos vorbeigegangen. Auch wird es keine 24-stündige Vorwarnung geben, sondern eine Warnung am späten Nachmittag des Vortages. Nach Angaben der Bahn wird es dadurch schwerer Notfallpläne zu erstellen, und die GDL schade damit den Bahnkunden.

Bahnstreik vor Gericht

Am Freitag sollten die Streiks der GDL wieder losgehen. Nun hat die Bahn abermals die Gerichte eingeschaltet, um diese per einstweiliger Verfügung aufzuheben. Währenddessen wurde bekannt, dass die Streikmassnahmen noch begrenzt seien und auch nur wenige Stunden dauern würden. Dennoch werde ich wohl eher meinen Arbeitstag in Düsseldorf von Freitag auf Donnerstag vorverlegen. Wie lange sich das hinzieht, weiss ich nicht – ich befürchte momentan das Schlimmste. Mich würde aber mal interessieren, was du von diesem Streik erwartest? Also wie lange wird er dauern, wie kann er enden? Vielleicht ergibt sich ja eine kleine Diskussion hierzu ;) Continue reading

Ab Dienstag könnte gestreikt werden…

Bei der Bahn spitzt es sich jetzt doch wieder alles auf einen Streik zu. Die Verhandlungen zwischen GDL, den anderen Gesellschaften und der Bahn waren ja bereits gescheitert und nun endet die Friedenspflicht Ende des Monats. Bis Montag wurde noch Streikfreiheit garantiert, aber dannach könnte es schnell losgehen – eine 24 stündige Warnung soll es aber noch geben. Sandra hatte an anderer Stelle auf die persönlichen Folgen hingewiesen und auch ich muss sagen, dass ich gespannt bin, was in den kommenden Wochen passieren wird. Als die erste Streikgefahr aufkam Anfang August hatte ich Urlaub und Semesterferien, also hätte er mich nicht betroffen, aber es scheint nun ja, als wenn sogar die Semesterferien sich dem Ende zuneigen, wenn es wieder losgeht. Nun wird es bei mir in jedem Fall nicht soo drastisch, wie es bei vielen anderen Arbeitnehmern laufen dürfte, aber problematisch ist es in jedem Fall…

Artikel zur Bahnprivatisierung

Keine langen Reden, nur zwei Links zu Artikeln, die sich mit der Bahnprivatisierung beschäftigen: Die Frankfurter Rundschau berichtet so von einer internationalen Studie, die die negativen Folgen der Bahnprivatisierung im internationalen Vergleich zeigt: Weniger Arbeitsplätze, Weniger Sicherheit, Weniger Ausbildung und weniger Fahrtstrecken: “Nur Investoren profitieren”. Auch die TAZ guckt über die Ländergrenzen hinweg und beleuchtet sehr genau die Folgen der Bahnprivatisierung in Großbritannien. Viel Spaß beim Lesen und dannach könnte man ja nochmal Bahnopoly spielen ;)

Bahnopoly

Zur Bahnprivatisierung hatte ich meine ablehnende Meinung ja schon dargestellt und sowohl als Kommentar darauf, wie auch per Email wurde ich heute auf Bahnopoly hingewiesen, ein “Spiel” welches die Folgen der Privatisierung deutlich macht (irgendwie habe ich nur verloren ;) ).  Dieses Spiel kann man dann im zweiten Schritt auch an die lokalen Bundestagsabgeordneten geschickt werden und somit haben sowohl der Herr Poß wie auch Herr Meckelburg schon eine entsprechende Aufforderung im Postfach. Apropos Email: Auf die letzte Aktion hat die Landesregierung geantwortet und wenn man es positiv sehen will den Umgang mit dem Emailprogramm nicht gelernt, denn alle Emailadressen aller Teilnehmer waren im “An” Feld deutlich zu sehen – Tipp: BCC ist eine tolle Sache! Ansonsten nichts bewegendes, die Landesregierung werde sich “sicher sein, dass sich die Landesregierung für die Interessen aller Kunden im Nahverkehr stark machen wird”.

Bahnreisen mal angenehm

Bei der Suche für den vorherigen Artikel bin ich bei Bahnsinn auf einen Artikel mit Tipps für entspanntes Bahnfahren gestoßen, die ich euch nur anraten möchte. Verpflegung und Bahnreservierung sind bei mir grundsätzlich Pflicht auf längeren Fahrten. Beim ÖPNV jetzt nicht wirklich, denn leider gibt es da keine Reservierung (von Düsseldorf nach Gelsenkirchen wäre das echt notwendig :D ) und man hält es die 40 Minuten auch mal ohne Essen aus. Freundlich bin ich eigentlich auch meistens, auch wenn es nach der Arbeit etwas schwieriger ist noch fröhlich zu sein, wenn man zu erschöpft ist. Das einzige Problem ist Nummer 6: Rücksicht auf andere.

handygejaule2.jpgAlso ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Kopfhörer auf habe, aber angesichts der Konkurrenz im Leutebelästigen bin ich wirklich noch harmlos. Und ganz ehrlich: Gegen die ganz coolen Typen, die dort in voller Lautstärke ihre Musik laufen lassen sehe ich darin das einzige Mittel. Mit denen Anlegen habe ich keine Lust drauf, maximal wäre noch zu überlegen irgendein nerviges Lied auf dem Handy zu speichern und gegen zu beschallen. Beim StudiVZ werden im übrigen Aufkleber mit nebenstehdem Aufdruck organisiert. Ich werde wohl einige Bestellen (Preis steht noch nicht fest – zwischen 2 und 7 ct/Stk. + Porto). Wer noch welche möchte, kann sich ja melden ;)

Wie geht ihr mit dieser Lärmbelästigung um? Habt ihr den ein oder anderen Tipp für den Umgang mit diesen Ruhestörern? Denn leider ist ja nicht immer ein Rocker wie in diesem Fall als Sitznachbar verfügbar ;)

B-Aktie: Kaufen, was einem schon gehört

Im Zuge der Bahnprivatisierung planen Teile der SPD schon länger Volksaktien heraus zu geben, anstatt sie gleich dem freien Markt zur Verfügung zu stellen.

Stattdessen solle der Bund Eigentümer von Stammaktien werden, die 51 Prozent ausmachen würden. Bis zu 49 Prozent sollten als nicht stimmberechtigte Vorzugsaktien an Normalanleger ausgegeben werden. Nur so werde die politische Kontrolle des Bundes gesichert, damit die Bahn in der Fläche präsent bleibe und ihren umweltpolitischen Verpflichtungen nachkomme.

Da ich grundsätzlich gegen die Privatisierung bin, wäre ich es hier auch, vor allem weil ich den Sinn (neben mehr Geld in der Kasse) nicht wirklich sehe. Und machen wir uns nichts vor, auch Volksaktienbesitzer wollen – zurecht – irgendwann ihr Geld wieder sehen können, wenn sie die Aktien verkaufen. Profitinteresse ist also noch immer vorhanden. Und faktisch ist es ja schon so, dass uns allen die Bahn schon gehört. Die Bürger kaufen damit etwas, welches uns allen schon gehört.

Die Erweiterungsideen, die bei Readers Edition kritisch vorgestellt wurden, den Aufsichtsrat um “Umwelt-, Fahrgast- und Verbraucherverbände” klingen ja nicht schlecht, aber muss es dafür eine Privatisierung geben? Das Schienennetz lässt sich eben nicht wirklich teilen. Es ist nur ein Zug auf dem Gleis. Aber keine Grundsatzdiskussion hier, denn noch etwas lässt diesen Plan schlecht aussehen: Die Premiere mit der T-Aktie.

Auf die rund 14 Euro, die man für die ersten Aktien damals ausgeben musste kommt man schon lange nicht mehr, von den 30 oder gar über 60 Euro in der zweiten oder dritten Ausgabe von Aktien brauchen wir garnicht reden. Mehr dazu hat Chris bei fixmbr.de geschrieben ;)

Also lassen wir Bahn lieber in staatlicher Hand und sehen sie als grundlegende Infrastruktur des Staates, anstatt sie dem Markt zu überlassen – oder Verbraucher für etwas zahlen zu lassen, wofür sie bereits Steuern zahlen.

Wer die Lok wirklich steuert…

Ich habe schon oft die mangelnde Solidarität oder einseitige Fokussierung auf Lokführer kritisiert, denn ohne deren Arbeit herabzuwürdigen sind sie nicht die einzigen, die dafür Verantwortlich dafür sind, dass wir jeden Tag mit der Bahn sicher und naja relativ pünktlich reisen können. Die Süddeutsche hat heute mal einen Artikel gebracht, der aus einem Stellwerk berichtet und dem Arbeitsaufwand dort. Ein schönes Zitat von dort ist:

“Jeder Lokführer fährt genau einen Zug. Wir hier fahren 20.

Und trotz der stressigen Arbeit, die Reaktionen womöglich in Sekunden erfolgen erhalten diese auch nicht viel mehr als Lokomotivführer, wie die Welt vor Kurzem feststellte:

Über das Verteilen der Güterwagen auf die richtigen Gleise wacht Christian Möller (51) als sogenannter Bergmeister. (…) Trotz moderner Technik muss Möller binnen Sekunden reagieren und die Bremsen nachsteuern, wenn Wagen zu schnell oder zu langsam auf die abgestellten Züge zurollen. „Nervös zu werden kann man sich da nicht erlauben“, meint er. Für seine vor allem in den Nachtstunden intensive Arbeit erhält Möller rund 1500 Euro netto.

Aufgrund des Verhaltens der GDL kann ich nur raten, dass sich nun auch die Menschen im Stellwerk, die Personen in den Werkstätten oder diejenigen, die die schwere Aufgabe an Rangierbahnhöfen übernehmen alle eine eigene Gewerkschaft gründen, schön streiken und dann immer wieder streiken, wenn der andere etwas besseres hat – so hat der Bahnkunde das ganze Jahr Spaß. Oder vielleicht setzt man sich doch nochmal an einen Tisch, holt – wie von der Bahn vorgeschlagen – einen externen Gutachter und lässt alle Gehalte gleichzeitig überprüfen.

Bahnprivatisierung stoppen!

bahnprivatisierung_stoppen.jpgLetzte Woche hatte das Kabinett der Bahnprivatisierung zugestimmt und damit den ersten Schritt zum Verkauf der Bahn getan. Auch wenn sich in den Ländern Widerstand regt, sollte man hier nochmals Druck machen. Die Kampagne Campact hat hierzu eine Aktion gestartet bei der man dem jeweiligen Verkehrsminister und dem Ministerpräsidenten eine Email schicken kann mit dem Aufruf sich gegen die Privatisierung auszusprechen.

Ich kann euch nur alle auffordern, dies zu tun, denn die Privatisierung der Bahn ist – abgesehen vom Verscherbeln von Volksvermögen und ziemlich blödsinniger Regelungen wie der Rückkauf des Schienennetz das dem Staat aber eigentlich noch gehört – nur schlecht für uns Fahrgäste. Wenn nicht mehr das Prinzip der Grundversorgung mit öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) gilt, sondern das Ziel der Gewinnmaximierung, dann fallen über kurz oder lang eben unrentable Strecken weg, Zugverbindungen werden ausgedünnt und ganze Städte werden von dieser umweltfreundlicheren Art des Reisens abgeschlossen. Das gilt es zu verhindern!

Streiks bei der Bahn wieder erlaubt

Das Arbeitsgericht Mainz hat das Verbot von Streiks der GDL aufgehoben. Bis kommenden Donnerstag dürfte aber nicht mit Streiks gerechnet werden, da die GDL bis zur nächsten Verhandlungsrunde mit der Bahn darauf verzichtet. Laut Bahn-Spass.de dürfte aber dannach einiges ins Haus stehen, da die GDL diese Runde als “letzte Chance” für ein “vernünftiges Angebot” sieht.