Literaturempfehlungen Kalter Krieg

Um es mir beim Zitieren etwas leichter zu machen und gleichzeitig ein wenig zu sammeln, welche Literatur im Rahmen der Blogreihe zum Kalten Krieg genutzt wurde, gibt es nun diese Literaturliste, die ich in den Artikeln verlinken werde. Dort werde ich dann – außer bei der ersten Nennung – nicht mehr den kompletten Buchtitel angeben, sondern nur Autor und Kurztitel (ggf. plus Jahr). Am Ende wird der Artikel dann auch in die Reihe eingefügt, noch muss er leider separat bleiben. Auch wird dieser Artikel im Laufe der Reihe sicher mehrmals überarbeitet werden, dies erkennt man auch an der folgenden Kommentierung der Bücher :)

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Lachsfischen im Jemen

Wenn es Gottes Wille ist, wird der Sommerregen die Wadis füllen, und wir werden Wasser von der Grundwasserschicht heraufpumpen, und die Lachse werden in den Fluss ziehen. Und dann werden meine Landsleute – Syyids, Nukkas, Jazr und alle Klassen und Arten von Männern – Seite an Seite an den Ufern stehen und nach Lachs fischen. Und auch ihr Wesen wird sich verändern. Sie werden dem Zauber dieses silbernen Fisches erliegen und ebenso der überwältigenden Liebe, die Sie, Dr. Alfred, und ich für diesen Fisch und den Fluss, in dem er schwimmt, empfinden. Wenn dann die Rede darauf kommt, was dieser Stamm gesagt hat oder jener getan hat, was man mit den Israelis machen soll oder mit den Amerikanern, und die Stimmen werden lauter und heftiger – dann wird jemand sagen: “Was soll’s? Gehen wir doch erst mal fischen.”

lachsfischen.jpgMit dieser Vision  begründet der arabische Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama seine ziemlich skurrile Idee Lachse im Jemen anzusiedeln – und gewinnt dadurch nicht nur beim skeptischen Fischereiwissenschaftler Dr. Alfred Jones Sympathie. Der Roman “Lachsfischen im Jemen” von Paul Torday lässt auch den Leser diese Faszination des Projektes miterleben und das Mitzittern, ob das Projekt gelingt oder scheitert. Vor allem, weil natürlich auch al-Qaida diesen Vormarsch westlicher Kultur nicht hinnehmen will. Das Ergebnis wird hier natürlich nicht verraten, aber das Buch sei jedem empfohlen – auch wegen seinem Schreibstil. Die Geschichte wird nicht einfach erzählt, sondern dargestellt als Untersuchungsbericht des britischen Parlaments bezüglich des Projektes. So wechseln sich Tagebucheinträge, Emails, Befragungsprotokolle und Presseberichte ab und erzählen so nach und nach die Geschichte. Am Ende konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war froh, dass ich heute schon früh von der Uni zuhause war :)

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Der Tod wird euch finden

der_tod_wird_euch_finden.jpgGestern habe ich wieder ein ganzes Buch geschafft – mag seltsam klingen, aber angesichts des riiieesigen Stapels ungelesenener Bücher ist das schon ein kleiner Schritt vorwärts: Okay, er wäre es, wenn man sich nicht zwischendurch neue kaufen würde und so war auch dieses ein Kauf im Bewusstsein, dass viele weitere eigentlich vor ihm dran sind. Aber das Thema interessiert eben und so habe ich die letzte Zeit meine Sachbuch-Aufmerksamkeit dem Buch “Der Tod wird euch finden” von Lawrence Wright gewidtmet. Für dieses Buch hatte der amerikanische Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor in diesem Jahr auch den renomierten Pulizer Preis gewonnen. Und das völlig zu Recht.

In dem Buch geht es darum, die Vorgeschichte des 11. September zu erzählen, aber insbesondere einen Schwerpunkt dabei auf die Entstehungsgeschichte von al Qaida zu setzen. Demnach beginnt das Buch auch schon Ende der 40er Jahre, als sich ein ägyptischer Autor und Lehrer auf dem Weg in die Vereinigten Staaten befand, um dort nochmal die Schulbank zu drücken. Sajid Qutb, der später mit seinen “Wegzeichen” ein Buch schuf, welches als Grundlage für den Islamismus anzusehen ist und damit eine Bedeutung habe wie Rousseaus Gesellschaftsvertrag, war damals noch nicht religiös oder gar von einem Hass auf die USA oder den Westen erfüllt, sondern baute diesen erst dort aufgrund der Lebensweise in den USA auf. Deshalb müsse der Islam die Führungsrolle übernehmen und entsprechend wurde die Welt aufgeteilt. Continue reading

Sprengsatz Afghanistan

P1010469 Ich hatte angekündigt über das Buch zu berichten und jetzt habe ich das Buch auch bereits durch: Sprengsatz Afghanistan – Die Bundeswehr in tödlicher Mission von Christoph R. Hörstel. Für nur 9 Euro bekommt man hier auf fast 290 Seiten einen guten Überblick über die aktuelle Lage in Afghanistan, aber vor allem einen Weg, der das Land stabilisieren könnte.

Christoph R. Hörstel war lange Zeit als Korrespondent in Afghanistan aktiv und auch beim Fall der Taliban 2001 als einziger westlicher Reporter in Kabul. Dadurch verfügt er nicht nur über eine gute Kenntniss der Region, sondern auch Kontakte zu Widerstandskämpfern wie Gulbuddin Hekmatyar. Sein Buch beginnt mit einer Analyse der Lage in Afghanistan, der geschichtlichen Hintergründe und einer Kritik an den westlichen Medien, die nach Hörstels Meinung oft einseitig ist. Es folgt dann ein interessanter Bericht über die eigenen Erfahrungen im Land am Hindukusch, welches er seit 1985 regelmässig besucht. Die letzten 50 Seiten bildet dann sein Friedensplan, welchen ich auch schon vorgestellt habe. Kurz gesagt geht es darum schrittweise eine Friedensordnung zu finden, was allersings eben auch die Kommunikation mit den Widerstandskämpfern erfordert.

Interessant sind ebenfalls die Interviews im Anhang des Buches, welche mit Hekmatyar und einem regionalen Anführer der Taliban geführt wurden. Man erhält so einen Einblick in andere Blickwinkel, auch wenn ich zwischen beiden durchaus Unterschiede erkenne und ich mich frage, ob sich beide Perspektiven für Afghanistan wirklich koppeln lassen. Insgesamt ist das Buch aber auf dem aktuellsten Stand, den man sich wünschen kann. Bis in den Juli hinein sind aktuelle Ereignisse in den Text eingeflossen – eine genauere Analyse wird man wohl kaum finden.

Ob der Friedensplan funktioniert, weiss ich natürlich nicht – garantieren kann es sicher niemand, aber ich finde sie hat definitiv mehr Perspektiven, als das vorangetragene “Weiter So” von der Bundesregierung und NATO. Für alle, die also ein wenig über den Tellerrand einfacher Antworten gucken will und sich eingehender mit Afghanistan beschäftigenwill, sollte hier zugreifen. 9 Euro für neue Ideen sind doch sicher nicht zuviel, oder?

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Harry Potter und der Orden des Phönix

harrypotter5buch.jpgIch hätte nicht gedacht, dass ich nochmal über Harry Potter blogge. Vor Jahren hatte ich den ersten Band gelesen und dannach dann die Filme gesehen, aber jetzt ohne eine Art von Begeisterung. Es war eben gute Fantasy-Unterhaltung, aber irgendwie auch nicht mehr für mich. Nun ergab es sich, dass ich vor kurzem alle vier Filme gesehen habe und sich grade durch den Zusammenhang die Spannung aufgebaut hatte. Grade wenn es mit dem Ende vom Teil 4 richtig losgeht und nun etwas mehr “Action” hineinkommt, wurde die Serie dann für mich auch wieder interessanter. Eigentlich sollte es dann auch sofort in den fünften Teil gehen, aber Kevin warnte mich eingehendst doch erst das Buch zu lesen, da man dann alles besser verstehe: Und recht hatte er! Ich habe mir dann den fünften Teil gekauft und wenn man das schon liest, dann bitte auf englisch. Es hat ein wenig gedauert, bis ich mich durch die rund 950 Seiten gelesen hatte, wobei ich bewusst gestern den 150 Seiten Entspurt hingelegt habe, um den Samstag abend dann doch für den Film nutzen zu können. Und es bstätigt sich wieder, das ein Buch besser ist als der Film. Nagut, 950 Seiten kann man auch schwer in 2 Stunden pressen, aber ein wenig mehr Willkür der “Inquisition” hätte ich mir im Film schon gewünscht, denn der Totalitarismus hat mich im Buch besonders bewegt. Allgemein beschreibt das Buch einige Wendungen eben stimmiger. Dennoch ein guter, wenn auch düsterer Film und ich bin gespannt, wie es weitergeht. Teil 6 liegt schon – im englischen Original – bereit ;)

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(P.S. Weiss jemand, wann Teil 7 als Taschenbuch kommt? – Sieht im Regal sonst blöd aus :D )

Otherland – Stadt der goldenen Schatten

Puh! 990 Seiten geschafft vom ersten Teil des “Herrn der Ringe des 21.Jahrhunderts”, wie der Deutschlandfunk den ersten der insgesamt vier Teile der Otherland-Serie von Tad Williams bezeichnet hat. Otherland spielt in der Mitte des 21. Jahrhunderts in einer Welt, in der die neuen Medien immer mehr an Einfluss gewonnen haben und zu einem wirklichen zweiten Leben geworden sind. Einkaufen und Unterhaltung finden in digitalen Welten ab, in denen das Erscheinungsbild, aber auch das Einfühlen in dieselbe stark vom Einkommen abhängt. Eine geheime Gralsbruderschaft – soviel darf verraten werden – nutzt diese neuen Techniken um in der digitalen Welt unsterblich zu werden, wozu sie allerdings reale Kinder benötigen. Ein klarer Kampf von Gut gegen Böse beginnt… Continue reading

Lautlos

Heute hab ich endlich Frank Schätzings Buch “Lautlos” durchgelesen. Hatte es bereits letztes Jahr in New York dabei und naja, jetzt jedenfalls geschafft :)
Die Handlung spielt zum Zeit des G8 Gipfels in Köln 1999, wobei der Hauptcharakter O’Connor – ein Physiker auf Lesereise – mit dem Wiedersehen eines alten Studienfreundes, den es zur IRA verschlagen hatte, immer weiter in eine Verschwörung und Attentatsplanungen hineingezogen wird und Detektiv spielt… Continue reading

Der Freund vom Amokläufer

In dem Buch “Jesus von Texas” geht es um Vernon Little einen etwas eigenbröttlerischen und rebellischen Jugendlichen aus Texas, dessen Freund Jesus an der örtlichen Schule ein Massaker mit 16 Toten angerichtet hat und sich selber schließlich auch richtet. In der Jagd nach einem Schuldigen, der noch greifbar ist gerät Veron ins Visier der Medien und der Öffentlichkeit…

Soviel zum Inhalt. Die Bewertungen für das Buch haben sich überschlagen, aber ich muss sagen, dass ich es nicht soooo gut finde. Es ist schon okay, auch durchaus spannend, aber ich hatte mir eben mehr gewünscht, weil Veron eben eine etwas spezielle Person ist und nicht der “normale” Jugendliche, der in die Fänge der Ungerechtigkeit gerät. Er ist zwar unschuldig, aber … naja, ich will niemandem etwas vorweg nehmen und sage einfach mal 7 von 10 Punkten ;)

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Mein Amerika, Dein Amerika

meinamerikadeinamerika.jpgIn dem Buch Mein Amerika, Dein Amerika lassen der Tagesthemenmoderator Tom Buhrow und seine Frau Sabine Stamer ihre Zeit in Amerika Revue passieren und beleuchten dabei ein wenig die amerikanische Kultur. Anfangen vom Auto, welches mehr ist als ein Fortbewegungsmittel, über die amerikanische Prüderie, dem Spendenwesen und Rassenfragen, von Komsumterror zu Religion und Fast Food werden eigentlich alle Bereiche – gepaart mit einer guten Portion eigener Lebenserfahrung – vorgestellt. Das Buch bietet damit einen guten Überblick über amerikanisches Leben und somit einen einfühlsamen Einstieg in die amerikanische Kultur. In etwa genau das, was ich mir erhofft hatte – deshalb 7 von 10 Punkten.

Der Fussballkrieg. Berichte aus der Dritten Welt

fussballkrieg.jpgWie? Schon wieder was vom Fussballkrieg, aber das gab es doch gestern schon? Genau, deshalb gehts trotz gleichem Titel um ein Buch. Ein Buch, indem zwar viel über diesen Krieg steht, aber eben auch viel über andere Gegebenheiten der Dritten Welt. Geschrieben wurde es von dem im Januar verstorbenen polnischen Reporter Ryszard Kapuściński.

Kapuściński reiste Ende der 50er Jahre zum ersten Mal nach Afrika und nach einem Zwischenstopp in der polnischen Heimat war er ab 62 wieder dort aktiv. Sein weiterer Weg führte ihn dann entsprechend auch nach Lateinamerika und Asien.

Sein Buch folgt diesen verschiedenen Stationen seines Lebens und berichtet an verschiedenen Stellen von den gegebenheiten des Gastlandes oder der Situation. Ob nun Algerien, Südafrika, Nigeria oder eben Honduras – immer berichtet er von den Gegebenheiten, so dass man oft den Eindruck bekommt selber dabei gewesen zu sein.

Von daher ist das Buch ein interessanter Erfahrungsbericht, wer nicht große wissenschaftliche Betrachtungen erwartet wird sicher nicht enttäuscht werden :) Alles in allem gibts für das Buch 7 Punkte!

Bei Amazon gibts nur noch die gebundene Ausgabe :(