Schulden – Die ersten 5.000 Jahre

Vor einiger Zeit hatte ich durch erlassjahr.de schon von dem Buch “Schulden – Die ersten 5.000 Jahre” gehört, aber mit dem Hinweis, dass es nur auf englisch und dann auch nicht ganz einfach geschrieben sei, so dass man sich da durch arbeiten müsste. Da ich Bücher ungerne ausleihe (Weiß nie, wann ich dazu komme, sie auch wirklich zu lesen) hatte ich aber erstmal nicht weiter daran gedacht. Gestern trudelte dann die Email mit den Neuerscheinungen der Bundeszentrale für politische Bildung in meinem Postfach ein und was sehe ich? Das Buch ist dort in der Schriftenreihe erschienen. Wer die Schriftenreihe nicht kennt: Aktuelle politische oder geschichtliche Bücher – vielleicht auch anderes – erscheinen dort stark vergünstigt. Statt fast 27 Euro für die gebundene Ausgabe zahlt man dort eben jetzt nur 7 Euro. Sieht dafür aber natürlich auch anders aus mit einem anderen Umschlag und nicht als Hardcover gebunden, aber der Inhalt ist der selbe und von daher spart man da schon so einiges. Hinzu kommen ggf. noch Portokosten. Mir wurden gestern keine angezeigt, mal gucken, ob da noch was nachkommt. Wenn ich das Buch gelesen habe, mehr dazu. Aber: Man weiß nie wie die Kontingente bei der BpB sind, also bei Interesse vielleicht direkt zuschlagen.

Hier noch der Vorstellungstext des Buches von der Seite:

“Schulden muss man doch zurückzahlen!” Ausgehend von dieser wie selbstverständlich erscheinenden Aussage erzählt der Anthropologe David Graeber, Vordenker der Occupy-Bewegung in den USA, eine Geschichte der Schulden und mit ihr eine Geschichte der menschlichen Gesellschaft – von den Anfängen des Kreditwesens vor 5000 Jahren bis in heutige Krisenzeiten. “Virtuelles Geld” als Maßeinheit von Schulden gab es lange vor der Erfindung des Münzwesens. Der entscheidende Unterschied zwischen moralischen Verpflichtungen und Schulden liege, so Graeber, in der “Fähigkeit des Geldes, Moral in eine Sache unpersönlicher Arithmetik zu verwandeln – und dabei Dinge zu rechtfertigen, die ansonsten empörend oder obszön erscheinen würden”. Überschuldung, die Gewalt, mit der Schulden eingetrieben wurden, und die Aussichtslosigkeit von Menschen, die in die Sklaverei getrieben wurden, waren wiederholt Anlass zu revolutionären Umbrüchen. Stehen wir heute wieder vor einer solchen Situation? David Graeber plädiert mit seiner Schrift für ein Denken jenseits des Primats der Ökonomie und der vermeintlichen Alternativlosigkeit zum kapitalistischen System.

Philip Roth: Nemesis

imageDen sonnigen Nachmittag hatte ich genutzt, um etwas ausgiebiger in der Sonne zu lesen und das Buch Nemesis zu ende zu lesen. Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Sportlehrers Bucky Cantor, der im Jahr 1944 in einer von Polio geplagten Newyark versucht die Ruhe zu bewahren und den Kindern- und Jugendlichen versucht ein normales Leben zu geben. Die Geschichte ist wunderbar beschrieben und während der gesamten Handlung fühlt man mit dem jungen Mann mit. Da er wegen seiner Augen nicht in den Krieg gehen kann, fühlt er sich bei dieser Krise fast ähnlich herausgefordert und sieht in Polio “seinen Krieg”. Klingt jetzt fast heroisch, endet aber eher tragisch. Sie etwas mehr als 200 Seiten lesen sich aber sehr gut und von daher klare Buchempfehlung :)

Die Landkarte der Zeit

Zeitreisen im viktorianischen London, eine Prise Jack the Ripper, Joseph Merrick und H.G. Wells und man hat das Buch “Die Landkarte der Zeit” von Felix Palma schon ganz gut beschrieben.

In drei Teilen entführt er uns dabei wirklich in diese Zeit und lässt die Begeisterung der damaligen für neue Techologien und Wissenschaften sowohl an dem Erfolg von “Die Zeitmaschine”, aber auch an einer Firma “Murray Zeitreisen” miterleben. Zweitere bietet den Menschen eine Reise ins Jahr 2000 an und verlangt ein “angemessenes” Honorar dafür.

Die Geschichte wird anhand von mehr oder weniger drei Protagonisten dargestellt, dessen Verbindung (und damit vielleicht die wirkliche Hauptperson) der Schriftsteller H.G. Wells ist. Der Erzähler selber versteckt sich in dem Buch nicht als Beobachter, sondern er erzählt wirklich und nutzt mit einem Augenzwinkern die Kutschfahrt von zwei Personen, um die Geschichte deren Väter zu erzählen, anstatt sich über Polster und Landschaft auszulassen. Ab und an wird so also quasi von außerhalb kommentiert oder eingeordnet, was den Leser aber nicht komplett aus dem Lesefluss herausreißt, sondern eher eine amüsante Ergänzung bietet.

Die Geschichte wiederzugeben, würde doch viel spoilern, nutzen wir mal den Klappentext:

Eine Reise durch Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Phantasie. London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikanten­sohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wieder­zugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, den sie in der Zukunft lieben lernte, in ihrer Zeit wieder. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der seine Opfer mit ­Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar ­zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper ­begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.

Mir hat das Buch jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. Es liest sich sehr gut und spielt auf interessante Art und Weise mit dem Phänomen der Zeitreise. Also für Phantastikinteressierte definitiv ein Kauftipp!

Säulen der Erde

Säulen der ErdeKen Follets “Säulen der Erde” gilt ja durchaus als Beststeller. Dennoch hatte ich lange Zeit kein gesteigertes Interesse an einem Buch, bei dem es um den Bau einer Kathedrale gehen sollte. Es lockte mich einfach nicht. Vor kurzem landete es im Rahmen einer Rabattaktion dann doch in meinem Einkaufskorb und ich muss sagen, dass ich es nicht bereue – im Gegenteil.

Das Buch ist schon ein Machtwerk von 1.150 Seiten und die Tatsache, dass ich es doch in weniger als 14 Tagen durch hatte spricht – bei meinem sonstigen Leseverhalten – durchaus für sich. Es kommt selten vor, dass ich einen Roman abgesehen von der Fahrt mit der Bahn oder zum Tagesabschluss im Bett nochmal zu Hand nehme, aber bei “Säulen der Erde” war es so. Ob nun morgens noch einige Seiten oder am Tag einfach mal so. Das Buch bietet sich dafür aufgrund von kleineren Unterkapiteln oder Abschnitten auch sehr gut an, einfach mal 2-3 Seiten weiterzulesen – oder dann einfach nicht mehr aufzuhören. Continue reading

“Ich und die anderen”

Ich und die anderenWieder ein Buch geschafft: “Ich und die Anderen” von Matt Ruff wandert damit in das Regalbrett der gelesenen Literatur :) Und es hat sich gelohnt. Ich kannte Matt Ruff bereits über “Bad Monkeys”, welches ich im letzten Sommer gelesen habe und vor kurzem lief mir eben “Ich und die anderen” über den Weg. Worum gehts?

“Ich und die anderen” erzählt die Geschichte von Andrew Gage, der unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet. Wobei: Anders als Penny, die später auftaucht, hat er die verschiedenen Persönlichkeiten in seinem Kopf gut organisiert: Er – bzw. sein “Vater” – hat dafür ein imaginäres Haus gebaut, in dem die verschiedenen Seelen leben und so ist geregelt, welche Person wann die Kontrolle über den Körper übernimmt.

Matt Ruff gelingt es in seinem Buch sehr gut zumindest einen Einblick in diese Welt zu verschaffen. Ob das Leben mit multiplen aktiven Persönlichkeiten wirklich so abspielt, kann ich natürlich nicht bewerten, aber die Thematik wird in dem Buch durchaus ernst dargestellt. Also weder Andrew noch Penny werden in irgendeiner Situation lächerlich dargestellt oder ähnliches. Die “Streitgespräche” zwischen verschiedenen Seelen oder deren Zwischenrufe im Kopf, die immer wieder in die Geschichte eingebunden werden, ebenso wie unvorhersehbare Charaktersprünge sind zwar durchaus auch mal komisch, aber andererseits wird auch an einigen Stellen die Last einer solchen Störung deutlich.

Marcel Korstian beschreibt das Buch in seiner Buchrezension bei read it wie folgt:

Matt Ruff beschreibt diese wirre Geschichte authentisch und liebevoll – da wo es sich anbringt mit einer Prise Humor. Insgesamt handelt es sich dann aber doch um einen mitreißenden, rührenden Roman um zwei Figuren, die ganz anders sind, als die üblichen Romanfiguren. Droht die Spannung des Romans gegen Mitte langsam abzuebben, dreht und wendet Ruff auf einmal die Geschichte, baut eine unglaubliche Wendung ein, und schließt den Roman glaubwürdig ab.

Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen und damit eine klare Leseempfehlung [Hardcover] ;)

Die Theorie hinter der Verschwörungstheorie

Im Zusammenhang mit einer Blogparade zur Mondlandung habe ich mich einem meiner Lieblingsthemen – den Verschwörungstheorien – ein wenig genauer gewidmet und werde wohl in regelmäßiger Unregelmäßigkeit hier die ein oder andere Theorie vorstellen.

Den Auftakt bietet hierfür aber zunächst etwas Theorie. Als erstes Buch hatte ich nämlich “Freimaurer, Illuminaten und andere Verschwörer. Wie Verschwörungstheorien funktionieren” von Thomas Grünter in die Finger bekommen, der in diesem eben der Frage nachgeht, wie Verschwörungen funktionieren und vor allem, wie man eine Verschwörungstheorie kreiert, die auch bei noch soviel unsinnigen Annahmen ihre Wirkung entfaltet.

Den Kern einer guten Verschwörungstheorie bietet demnach eine einfache Dreiteilung:

  • Der Verschwörungsglaube bietet dabei die Grundlage. Hier geht es um eine diffuse Grundeinstellung gegenüber einer bestimmten Gruppe, seien es nun Illuminaten, die USA oder die Juden ((In Europa war der Antisemitismus oder Verschwörungstheorien gegen die Juden weit verbreitet, deshalb fließt es das ein oder andere mal ein. Hierzulande sind die Vorstellungen von Juden, die Ritualmorde an Christen begehen inzwischen ja verpönt und werden als Unsinn zurückgewiesen – in Arabischen Ländern ist dies aber durchaus noch immer anders)). Das hier gesetzte Misstrauen ist Grundlage für alle weiteren Verschwörungstheorien. Wenn es nicht existiert hat die Theorie am Ende auch keinen Erfolg, weil es keine kritische Masse an Unterstützern oder “Gläubigen” gibt.
  • Auf diesem Glauben baut die Verschwörungslegende auf, nach der ein bestimmtes Ereignis eben entsprechend dem Glauben umgedeutet wird. Also wird aus dem Autounfall von Lady Di eben ein Mordanschlag des britischen Geheimdienst MI6.
  • Zu guter Letzt kommt dann eben die Verschwörungstheorie dazu und baut die Legende weiter aus. Grünter nennt dies dann ein “intellektuelles, pseudowissenschaftliches Gedankengebäude”, welches so aufgebaut wird. Das “Problem” all dieser Theorien ist aber die fehlende Falsifizierbarkeit, also die Möglichkeit die Theorie am Ende wissenschaftlich zu prüfen. Es wird stattdessen ein geschlossenes System erzeugt, bei der man dann ggf. darauf verweist, dass die entsprechenden Spuren verwischt worden wären.

Wichtig ist eben nur die Frage, wie stark der Verschwörungsglaube gesetzt ist: Während im Mittelalter eben Juden, Hexen oder in England zum Beispiel auch Katholiken als Bedrohung der eigenen Gruppe angesehen wurden, kann man damit heutzutage in Europa niemandem hinter den Ofen hervorlocken. Dafür bieten CIA, die Vereinigten Staaten heutzutage ja gerne die Angriffsziele.

Ein Kernelement jeder Theorie ist dementsprechend eben diese Bedrohung von “uns” durch “die”, wobei die andere Seite immer die negativsten Eigenschaften hat, die man sich nur vorstellen kann, während man selber für Gerechtigkeit, Frieden, Wahrheit und Ähnliches einsteht.

Ich will jetzt nicht das ganze Buch weiter vorstellen, denn man soll es ja noch lesen (was sich angesichts von nur 9 Euro bei 300 Seiten durchaus lohnt), aber dennoch sollen kurz die Regeln für eine erfolgreiche Theorie rezitiert werden:

  1. Grundlage der Theorie bildet einfach formulierter Verschwörungsglauben
  2. Unerklärtes wird zusammengefasst, Fragen aufgeworfen und bestehende Erklärungen angezweifelt
  3. Wo es sich anbietet nachprüfbare Zahlen nutzen, gewagte Schlussfolgerungen einfach einfließen lassen
  4. Etablierte Methoden und Erkenntnisse immer wieder in Frage stellen, sowie Wissenschaftler oder Jornalisten gerne pauschal angreifen und als parteiisch bezeichnen
  5. Scheinbar (oder tatsächlich) nicht zusammenhängende Ereignisse, Indizien und Aussagen zu einem neuen Sinnzusammenhang zusammenführen
  6. Wahres, Halbwahres und Erfundenes so eng zusammenbinden, dass der Aufwand zur Nachrecherche zu Aufwendig wird
  7. und Motive für die Personen oder Gruppen erfinden.

Wer dies beherzigt, kann durchaus einen Verschwörungsglauben erstellen. Selbst das von Grünter erstellte Beispiel einer weiteren Existenz von Neandertalern, die als “dunkle Männer” das Weltgeschehen seit Jahren mitbestimmen, ist so gut beschrieben, dass man trotz des Wissens einer erfundenden Verschwördungstheorie ein wenig ins Grübeln kommt :)

Also jedem, der sich mit Verschwörungstheorien eingehender beschäftigen und verstehen will, wie sie funktionieren und ihre Wirkung auf Menschen entfalten, sollte hier zugreifen und sich dieses Buch kaufen. Ich habe es sehr gerne gelesen, weil es diesen theoretischen Ansatz immer wieder mit Beschreibungen von Verschwörungstheorien aufwertet. Angefangen von den Verschwörungen einiger Katholiken in England und den folgenden Verschwörungstheorien gegen diese in Großbritannien, über Hexenverfolgung, dem Sich-verfolgt-fühlen Stalins bis zu modernen Theorien zum 11. September oder der McCathy Ära wird hier einiges aufgegriffen. Und ja: Natürlich auch die Illuminaten, Freimaurer und die “Protokolle von Zion” haben ihren Weg in dieses Buch gefunden.

Abschließend habe ich hier auch ein neues Lieblingszitat von Machiavelli gefunden:

“Dem Fürsten kann nichts Übleres als eine Verschwörung zustoßen, denn sie kostet ihm entweder das Leben oder beschädigt seinen Ruf. Eine gelungene Verschwörung bringt ihn um. Deckt er die Verschwörung auf und lässt die Verschwörer hinrichten, so glauben die Menschen, er habe die Verschwörung nur erfunden, um seinen Gegnern zu schaden.” (Stammt nach Angaben des Autors aus dem Buch Discorsi)

Erinnert mich irgendwie an die Theorien zum 11. September

Robert Harris: Ghost

imageAls das Buch “Ghost” von Robert Harris bei der Mayerschen als Mängelexemplar für nur 10 Euro zu haben war, habe ich sofort zugegriffen und es nun auch in knapp einer Woche durchgelesen – und es lohnte sich. Bei den fast 400 Seiten geht es um einen Ghostwriter, der für den ehemaligen Premierminister Großbritanniens Adam Lang die Biographie verfassen soll. Der Problemfall: Sein Vorgänger McAra war kurz zuvor auf mysteriöse Weise gestorben und dem Autor bleiben damit nur wenige Wochen zur Fertigstellung übrig. Als er sich dann aber doch nach einigen zweifelhaften Fakten auf die Untersuchungen seines Vorgängers einlässt offenbart er Geheimnisse, die die Amtszeit des Premierminister in einem anderen Licht erscheinen lässt.

Wie genau soll hier nicht verraten werden, aber es ist jedenfalls ein aktueller politischer Thriller, inklusive Anklage des britischen Ex-Premier vor dem internationalen Strafgerichtshof, der Diskussion über Folter und das enge Verhältnis zwischen Großbritannien und den USA.

Das Buch von Harris wird auch als Parabel auf den früheren Premierminister Tony Blair gesehen. Ich muss zugeben, dass ich bis auf die politische Ähnlichkeiten diese Verbindung nur am Rande mitbekommen habe, aber zugegeben kenne ich Tony Blair auch nicht genau genug um das Verhältnis von ihm zu seiner Frau oder seiner Sekretärin einschätzen zu können, aber ich glaube es einfach mal. (Siehe dazu eine Rezension der FAZ)

Alles in allem ist Ghost auch für diejenigen, die diese Chiffren nicht direkt zuordnen können, aber Lust auf einen kurzweiligen Krimiroman mit starkem politischen Hintergrund haben genau das Richtige.

Robert Harris: Ghost, erschienen im Heyne Verlag, Oktober 2007, 400 Seiten, 19,90 Euro, Amazon Link

Jonathan Strange & Mr. Norrell

jonathanstrange Über 1.000 Seiten hat das Buch, welches ist nun endlich geschafft habe und bei der Blogparade Bücher bereits vorgeschlagen hatte: “Jonathan Strange & Mr. Norrell” heißt das Erstlingswerk von Susanna Clarke und es spielt im England des beginnenden 19. Jahrhunderts im England, welches sich noch im Krieg mit Napoleon’s Frankreich befindet. Soweit klingt es nach einem normalen historischen Roman, aber was, wenn ich nun hinzufüge, dass während dieser kritischen Kriegszeit ein Mann vom Lande die Politik und das Kampfgeschehen deutlich aufmischt. Mr. Norrell hat nämlich beschlossen, die Magie in England wieder aufleben zu lassen. Als er schließlich noch den jungen Zauberer Jonathan Strange als Lehrling aufnimmt scheint die Erstehung der neuen Traditionen nicht mehr aufzuhalten. Aber irgendwann kommt es genau wegen diesen Traditionen zum Streit und eine Rivalität entsteht…

Naja, wie es genau weitergeht, soll nicht verraten werden, aber das Buch kann jedem, der ein gewisses Interesse an Fantasy hat, aber die Verbindungen zur Realität dennoch schätzt, nur empfohlen werden. Es liest sich sehr gut, auch wenn es den großen Push-Effekt nicht direkt gab, also andauernde Spannung kann ich jetzt nicht versprechen. Aber durchgehend eine schlüssige Darstellung der Welt mit Magie ohne damit gleichzeitig langweilig zu werden. In dem Sinne kann ich die Kritik von Noch etwas Salz ((Teilweise zu langatmig, Charaktere nicht lebendig genug, keine “Buch nicht aus der Hand zu legen” Situation)) nachvollziehen und sie ist durchaus auch berechtigt, aber die Sprache hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die Beschreibung dieser Welt.

Dementsprechend hat das Buch einige Mängel und könnte in diesen Dingen noch etwas besser sein, aber wer weiß – vielleicht ist das nächste Buch der Autorin ja in diesen Dingen etwas ausgefeilter. Ob es dafür allerdings wieder 10 Jahre braucht, ist aber angesichts des Erfolges von diesem wohl eher zu bezweifeln…