Deutsche Bahn gibt auf

Der Rechtsstreit zwischen Markus Beckedahl und der Deutschen Bahn über die Veröffentlichung eines Protokolls zum aktuellen Datenskandal bei dem Staatsunternehmen ist offenbar beendet. Die Bahn hatte diesen per Abmahnung ja aufgedordert besagtes Dokument vom Blog netzpolitik.org zu entfernen. Der Fall hatte einige Entrüstung in der Blogospähre hervorgerufen (siehe auch bei mir) und Markus hatte heute auch rechtlich begründen lassen, wieso er der Aufforderung der Bahn nicht nachkommt. Eine Antwort der Bahn gab es nicht, nur eine Anfrage von Matthias Schindler brachte Klärung:

Die Position der Deutschen Bahn (heute, Freitag 13:30 Uhr, sowas kann ja schnell anders sein mit den Positionen) lautet also wie folgt:

  • Die rechtliche Bewertung der Bahn ist unverändert, also “Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen” durch die Veröffentlichung des Memos.
  • Man habe die Abmahnung als ein Mittel erachtet, um dieses Memo aus dem Netz zu bekommen.
  • Dieser Versuch ist ja nun offensichtlich gescheitert.
  • Es wird keine gesonderte Mitteilung an die Presse zu diesem Thema geben, auch Markus Beckedahl wird nicht direkt darüber informiert werden, dass die Bahn ihn in dieser Sache nicht mehr behelligen wird.

Damit sicher kein KO Sieg, aber schon deutlich nach Punkten und durchaus ein Zeichen für den Erfolg des Drucks von Blog-Netzwerken. Und auch ein Zeichen für ein ziemlich Mieses Verhalten der Bahn, welches trotz allem nicht mal bereit war Markus darüber zu informieren. Ihm nochmal einen Glückwunsch aus der Geschichte rausgekommen zu sein ;)

Blog zu verkaufen!

Nein, nicht mein Blog, das würde wahrscheinlich niemand für einen nennenswerten Betrag kaufen. Es geht – wie momentan ständig in der Blogospähre – um Robert Basic, der basicthinking.de, das größte oder meistverlinkteste Blog momentan bei eBay versteigert. Grund für den Verkauf ist, dass er komplett neu starten wollte. In dem ersten Beitrag strebte er einen Betrag zwischen 10.000 und 100.000 Euro an, momentan steht die Auktion bei 22.550 Euro und die Strategie scheint demnach aufzugehen.

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Ich will jetzt nicht nochmal groß auf dieses Thema eingehen, denn da ist schon viel (zu viel?) in der Blogospähre drüber geschrieben worden. Ich wünsche Robert jedenfalls alles gute und bin mal gespannt, was am Ende rauskommt. Nicht nur finanziell, sondern vor allem auch inhaltlich. Also was kommt auf basicthinking.de? Und wieso ist jemand bereit mehrere tausend Euro in dieses Projekt zu investieren, was doch – wie jedes Blog – vor allem doch auch von seinem Autor lebt. Und ob sich die Investition langfristig auszahlt muss sich ja damit noch zeigen. Denn hohe Zugriffszahlen und Verlinkungen bleiben nur bei hoher Qualität erhalten und demnach bleibt auch im Raum stehen, ob die Werbeeinnahmen von 37.000 Euro im Jahr so zu halten sind. Abschließend sei noch auf einen interessanten Artikel zur Ökonomie von Blogs von Jörg Friedrich hingewiesen.

Wenn sich Publizisten streiten…

Bereits seit mehreren Wochen verstehen sich Henryk M. Broder und Stefan Niggemeier nicht mehr wirklich gut. Zweiterer hatte einige Artikel über den nicht unumstrittenen Publizisten verfasst, in denen er vermeindliche Fehler aufzeigte, aber dabei auch ganz polemisch mit Titeln wie “Doof wie Broder” oder “Gehirnfasten mit Henryk M. Broder” arbeitete. Dieser reagierte natürlich postwendend, aber es geht jetzt auch nicht darum, das ganze hin und her nochmal darzustellen. Das hat Jörg bereits in einer längeren Darstellung gemacht und wie ich finde auch inhaltlich richtig abgerundet.

Im neusten Schlagabtausch hat sich Broder jedenfalls das BILDblog vorgenommen und stellt dazu fest:

[Stefan Niggemeier] hat nicht einfach einen Riesenspaß daran, täglich BILD zu lesen, er braucht dafür ein Alibi, um nicht in den Verdacht zu geraten, dass es ihm einen Riesenspaß macht, BILD zu lesen. Und Niggemeier treibt es nicht mit sich allein. Einige zehntausend Afficionados, die nicht einmal eine gelesene BILD aus der U-Bahn mitnehmen würden, besuchen regelmäßig den BILDblog, um sich darüber zu informieren, was ihnen so zuwider ist wie einem Vegetarier eine Portion Tartar. So wichst zusammen, was zusammen gehört.

Man muss BILD nicht lesen. Echte Genießer tun es aber in einem BILDblog-Sweat-Shirt zu 26.9o über einem BILDblog-T-Shirt zu 14.9o mit einer BILDblog-Strickmütze auf dem Kopf zu 12.- Euro.

BAM…Ich würde sagen, das hat gesessen und: Ganz falsch ist das ja nicht. Ich mag Bild nicht, ich lese sie nicht, aber ich brauche auch kein BILDblog um mich zu vergewissern, dass die Zeitung Mist ist, da reicht ein flüchtiger Blick auf den Zeitungsständer.

Nun, sei es drum. Jedem das seine und ob die Welt mein Blog bräuchte ist sicher auch zu bestreiten, aber manche Dinge kann Broder nunmal gut auf den Punkt bringen. Robert Basic hat schonmal Popcorn und Cola bereit gestellt und 5 Goldtaler auf Broder gesetzt und auch Media-Blog hat das Thema bereits aufgegriffen. Ich bin mal gespannt, wie sich der Kleinkrieg der beiden Publizisten weiter entwickelt :)

(via Rivva/turi)

Life must go on

Die Situation im Nahen Osten ist ziemlich verfahren und mit jeder Bombe und jeder Rakete die auf oder von Gaza aus abgeschossen wird, glaubt man weniger, dass es ein Zusammen – in welcher Form auch immer – noch geben kann. Das aber grade diese Situation und der gemeinsame Wunsch nach Frieden die Menschen auch zusammen rücken lässt, zeigt das Blog von einem Israeli und einem Palästinenser nahe des Gazastreifens. Der eine berichtet von israelischen Kampffliegern, der andere von palästinensischen Raketen. Ziel des Blogs: Ein Ende der Gewalt. Dabei sind sie sich der verfahrenen Situation durchaus bewusst:

 I know its not easy to do, but I believe if all people who care about peace will be one voice then something will happen.
I believe that a lot of people would like to do some thing to help ,and I think we are the first step then we all will think how we will go to the next step.

Insgesamt ein lesenwertes Friedensprojekt, welches ich über Robert Basic gefunden habe (der es gleich für den Nobelpreis vorgeschlagen hat *g*) und das damit als erstes nah-östliches Blog im Feedreader aufgenommen wurde.

Meine Mutter bloggt nun auch…

Lange hatte sie sich gesträubt und auch gestern abend sah es noch so aus, als wären die Hindernisse des WordPress Editors größer als der Versuch selber ein Blog zu starten. Und dann doch: Mit gleich drei Beiträgen startete meine Mutter ihr Blog unter anje.patje.de. Neben einem Bericht zu Nepal und einer Buchvorstellung über Engelsgeschichten findet sich dann auch gleich die Frage, ob Bloggen süchtig macht und ja: Vielleicht tut es das. Ich bin jedenfalls gespannt, was sich auf dem zweiten Blog in der Familie so tun wird, die Themenpalette ist jedenfalls groß genug und wenn es euch auch interessiert, besucht ihr Blog und abonniert ihren RSS Feed. An Mutti viel Spaß und immer gute Ideen für Blogeinträge :)

Zufallsbloggen

Lustige Idee bei Blog-Sprache.de:

  1. Schnapp Dir das nächste greifbare Buch.
  2. Blättere zu Seite 23.
  3. Finde den 5. Satz.
  4. Poste den 5. Satz und setze diese Anleitung davor.

Aber der Pate der Taliban und oberste Lenker der “Internationalen islamischen Front für den Dschihad gegen Juden und Kreuzritter” bereitete noch ein monströseres Unternehmen vor: die Terroranschläge des 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit fast 3000 Toten.

aus: Geliebtes, dunkles Land. Menschen und Mächte in Afghanistan von Susanne Koelbl und Olaf Ihlau

Das erste Mal zum BarCamp

BarCampRuhr.png

Heute habe ich mich zum ersten BarCamp angemeldet – dem BarCamp Ruhrgebiet. Ein BarCamp ist dabei ein Treffen oder eine (Un-)Konferenz von Bloggern und anderen technisch Interessierten. Oder wie Wikipedia es ausdrückt:

BarCamp ist ein internationales Netzwerk von “Unkonferenzen” (offenen, partizipativen Veranstaltungen, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern bestimmt werden), zu Themen wie Webapplikationen in frühem Stadium, Open-Source-Technologien und Social Software.

Am 15. und 16. März findet das Ereignis mit bis zu 180 Teilnehmern im Essener Unperfekthaus statt. Die Themen stehen entsprechend dem Konzept der BarCamps natürlich keineswegs endgültig fest, sondern werden oft erst am Morgen beschlossen, aber angekündigt ist schon etwas zum Geld verdienen mit Blogs und dem Verhältnis zu Journalisten.

Einen eigenen Vortrag werde ich mir noch nicht zutrauen, dafür kenne ich die Interessenslagen und den Ablauf doch zuwenig. aber vielleicht kann ich mich ja noch anders einbringen :)

Wer im übrigen denkt, dass der Begriff BarCamp etwas damit zu tun hätte, eine Nacht am Tresen zu verbringen sei beruhigt: Damit hat der Name nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine Spielerei mit Begriffen aus der Programmierung. Genaueres zur Entstehungsgeschichte der BarCamp Bewegung und dem Hintergrund überhaupt kann man in diesem sehr guten Artikel nachlesen.

Wenn also nichts mehr dazwischen kommt, werde ich am 15. und 16. März im Unperfekthaus sitzen und vom ersten BarCamp im Ruhrgebiet berichten.

Linktipps 18.10.2007

Dabeisein ist alles « Stefan Niggemeier Annotated
Sie sind ungefähr immer Unsinn, diese Live-Schaltungen in Nachrichtensendungen zu bemitleidenswerten Reportern vor Ort, die schon deshalb nicht mehr wissen als ihre Kollegen in den Redaktionen, weil sie die ganze Zeit irgendwelche Live-Schaltungen in Nachrichtensendungen absolvieren.

 

Jeder Vierte gewinnt Hitler-Zeit etwas Positives ab Annotated
In einer Umfrage des Forsa-Instituts für die Illustrierte “stern” vertraten 25 Prozent der Befragten die Ansicht, dass unter der nationalsozialistischen Diktatur nicht alles schlecht gewesen sei. Als positive Beispiele wurden zum Beispiel der Bau der Autobahnen oder die Förderung der Familie genannt. 70 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass dass die NS-Zeit keinerlei gute Seiten hatten. 5 Prozent antworteten mit “weiß nicht”.

 

»Wir sind viele«, oder: Die Blogosphäre gibt es nicht | Werkstattnotiz XVI | Wissenswerkstatt Annotated
Kategorien, Etiketten, Schlagworte – sie sind notwendig, wir gebrauchen sie alltäglich und doch verstellen sie oftmals die Sicht auf die tatsächlichen Sachverhalte. Jeder weiß, daß es die Politik nicht gibt, wenn er auf bestimmte politische Mißstände hinweist. Jeder weiß, daß Politik von unzähligen unterschiedlichen Akteuren bestimmt wird und dennoch werden pauschale Kategorien genutzt.

 

Über 100 Social Networks aus Deutschland » Beitrag » zweinull.cc Annotated
Liste mit 100+ Social Networks aus Deutschland

 

Umfrage: Mehrheit der Deutschen mit Parteien unzufrieden – Politik – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten Annotated
Der Frust über die Parteien in Deutschland ist groß. Laut einer Umfrage lehnen 82 Prozent der Befragten eine Mitarbeit ab. Besonders schreckt der “Parteiklüngel” die Deutschen von einem Engagement ab.

 

Blogs aus Burma

Es ist nicht leicht, frische Informationen aus Burma zu bekommen, da ausländische Journalisten in dem Land nicht willkommen sind und auch sonst Zensur an der Tagesordnung ist. Umso gefährlicher leben dort diejenigen, die über das Internet Informationen in die Welt streuen. Der Startupblogger und Robert Basic haben dazu eine Liste von burmischen Blogs zusammengestellt:

Update: Die Militärregierung in Burma hat die Internet und auch Telefonverbindungen von und nach Burma inzwischen gekappt. Von daher kann nur gehofft werden, dass auf irgendeinem weg doch noch Bilder und Informationen in die obenstehenden Blogs gelangen. Siehe hierzu meinen aktuelleren Beitrag zur Situation in Burma.

Update 2: In einem noch neueren Artikel gibt es neben zwei Verlinkungen zu Sammlungen von aktuellen Informationen auch Neues aus den Vereinten Nationen, zu Produkten, die das Regime in Birma unterstützen, und zur Situation Chinas.  Continue reading