“Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen”

imageTja, das Obama heute in Berlin war, ist keine Neuigkeit und viele von euch haben wahrscheinlich die Rede im Fernsehen oder gar direkt mit den 200.000 Menschen auf dem “Obamafest” ((wie es teilweise genannt wurde)) verfolgt. Die größte Zuhöhrerschaft hatte Obama bisher mit 60.000 Leuten in Portland im Mai. Also sein bisher größter Wahlauftritt war damit heute in Berlin, Germany. In seiner Rede ging es damit um das transatlantische Verhältnis und darum zur Lösung der Probleme doch verstärkter zusammengearbeitet werden müsste. Das ZDF ((und mein Bruder)) meinte er hätte sich damit als Weltpräsident präsentiert und nicht nur als Weltbürger. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man alle Wörter seiner Rede in einer Tag-Wolke zusammenstellt, ist Welt das häufig benutzte Wort seiner Rede:

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So, aber jetzt doch noch einige Anmerkungen zu der Rede: (Originaltext gibt es hier, Auszüge in Deutsch hier)

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Kennedy und Reagan in Berlin

Aus aktuellem Anlass hier die beiden Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan in Berlin:

(Deutsche Übersetzung der Rede von Kennedy)

Es wird ja gerne davon ausgegangen, dass die Rede heute Abend ähnlich historisch werden würde, wobei diese Erwartung schon etwas übertrieben ist. Obama wird sicherlich versuchen diese Reden einzubeziehen, aber beide Reden haben ihre Bedeutung eben auch aus dem historischen Hintergrund.

Kennedy kam nach dem Mauerbau in die nun geteilte Stadt. Die Teilung war ein gewaltiger Schock für die Bewohner Berlins, beendete aber auch faktisch die zweite Berlin Krise. Mit diesem Besuch stärkte Kennedy das Vertrauen in den amerikanischen Bündnispartner und dessen Sicherheitsgarantien für das freie Berlin. Und Reagans Rede gewinnt insbesondere durch den Wandel im Osten und schließlich den Mauerfall zwei Jahre später seine große Bedeutung.

Wenn ein nichtmal bestimmter Präsidentschaftskandidat ((die formelle Nominierung findet ja erst Ende August statt)) nun ohne großen historischen Hintergrund eine solche Rede hält, kann diese sehr gut werden – dass hat er bei seiner Rede zur Rassenfrage “A more perfect union” bewiesen – aber historisch ist schon etwas viel erwartet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, denn über das transatlantische Verhältnis wird es sicher gehen. Wie gesagt ab 18.30 ((vielleicht etwas später)) gibt es hier ja ein Live-Blog mit Kommentarmöglichkeit ;)

Obama in Berlin – Der Kampf um den Platz

Morgen ist es soweit: Barack Obama, womöglich nächster Präsident der Vereinigten Staaten, macht einen Wahlkampfbesuch in Berlin. Und was war das für ein Krampf: Brandenburger Tor ja, nein? Man merkt eben doch, dass irgendwie Sommerloch ist, wenn das Hauptthema der Politiker der Ort eines Auftritt eines amerikanischen Politikers ist. Und klar, die Symbolwirkung des Brandenburger Tors ist nicht zu unterschätzen, aber bei so vielen Werbeaktionen, die dort schon stattfanden, finde ich die Aufregung über die Wahlwerbung eines Amerikaners doch etwas merkwürdig – aber gut, lassen wir das mal der Diplomatie geschuldet.

Als dann aber die Siegessäule als Veranstaltungsort feststand, kamen auch wieder die gleichen Stimmen auf: Die Säule sei negativ belastet, sei ein Zeichen für den deutschen Imperialismus unter Hitler. Ähm… also mal abgesehen davon, dass jeder Ort in Berlin sicher irgendwie belastet ist, müsste man dann doch einfach Fragen, wieso eine solche „nationalistische Statue” (mal überspitzt formuliert) denn noch an so zentraler Stelle in Berlin steht? ((Es sei nur kurz angemerkt, dass nach dem zweiten Weltkrieg durchaus eine Sprengung vorgeschlagen, aber von Briten und Amerikanern abgelehnt wurde.)) Ist es nicht vielmehr so, dass die Statue – nicht zuletzt durch Loveparade und Co. – inzwischen kaum noch mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird? Es werden sogar Millionen in die Restaurierung gesteckt. Es ging Seitens der kritischen Politiker also wieder darum, seinen Namen mal wieder in der Zeitung zu lesen. Und ich helfe auch noch bei der Verbreitung dieser Aussagen – Mist ;)

Sei es drum: Obama kommt morgen und ab 16 Uhr ist die „Fanmeile” in umgekehrter Richtung geöffnet ((im Vergleich zu WM und EM)). Taschen und Schilder sind verboten. Erstes aus Sicherheits-, Zweites aus wahltaktischen Gründen: Antiamerikanische oder auch Bush-feindliche Sprüche kommen in den USA weniger gut an als erwartet. Ich hatte, als ich zuerst davon gehört hatte, auch kurz überlegt nach Berlin zu reisen. Jetzt sind mir 135 Euro doch zuviel und die über 8 Stunden Fahrtzeit kann ((oder eher muss)) ich sinnvoller nutzen. Stattdessen werde ich die Übertragungen im Fernsehen ((oder zumindest eine davon :D )) betrachten und morgen entsprechend ab ca. 16 Uhr hier auch ein Live-Blog anbieten, bei dem man bekanntlich nicht nur lesen, sondern auch direkt kommentieren kann. Live Chat würde ich es noch nicht nennen, aber es kommt nah dran und wer Lust hat, kann ja vorbei gucken ;) Morgen gibt es dann auch ein allgemeines Update zum Wahlkampf in den USA.

Der Präsidentschaftswahlkampf in 8 Minuten

Wer – wie ich in letzter Zeit – an Zeitmangel leidet, wird zu schätzen wissen, was eine gute Zusammenfassung wert ist. Auch für diejenigen, die einfach nur nochmal schnell zurückblicken wollen, fasst dieses Video den US Präsidentschafts-Vorwahlkampf der Demokraten nochmal in rund 8 Minuten zusammen. Viel Spaß – sowohl bei dem Video, als auch beim Fußball heute abend :D

(via)

Obama ist demokratischer Präsidentschaftskandidat

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Ich habe die Nacht doch durchgeschlafen, auch wenn sich bereits bei einem kurzen Aufstehen um drei Uhr der Trend von gestern Abend festigte: Schon vor dem Ausgang der Wahlen in South Dakota und Montana strömten die Superdelegates ins Obama Lager und der Wahlausgang in den beiden Staaten ist demnach fast nebensächlich. Dennoch natürlich der Vollständigkeit halber das Ergebnis aus Obama Sicht:

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image Benötigen würde er die 26 Delegierte aus den beiden Staaten praktisch nicht mehr. Mit 2156 Delegierten hat er fast 40 mehr, als die absolute Mehrheit erfordert.

In ihrer Rede in der Nacht hatte Hillary Clinton Obama zwar gratuliert, aber noch darauf verzichtet eine eigene Niederlage einzugestehen. Sie wolle heute nacht keine Entscheidungen treffen, so die Kandidatin nach einem Bericht von Spiegel Online.

In St. Paul, Minnesota hatte Obama allerdings die erhoffte Siegesrede gehalten und nach vielen, vielen Dankesworten schließlich erklärt, dass er der der demokratische Präsidentschaftskandidat sei. Im weiteren Verlauf seiner Rede lobte er aber auch Hillary Clinton’s Leistungen – nicht in erster Linie wegen der Bühne, die sie Frauen in der amerikanischen Politik eröffnet habe, sondern wegen den Menschen, die sie bewegt habe. Nun sei es Zeit gemeinsam in die Zukunft, zu dem Präsidentschaftswahlen in November zu blicken.

Demnach bildete der zweite Teil dann eine Beschäftigung mit seinem Gegenkandidaten John McCain. Inzwischen kann man es sich direkt online angucken:

 

Nun geht es also darum, diesen Sieg auch national durchzuführen, denn wie schon mehrmals gesagt, ist es keineswegs so, dass der demokratische auch gleich der nächste Kandidat sein muss. Nationale Umfragen zeigen momentan eher ein Kopf-an-Kopf Rennen von McCain und Obama.

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Es bleiben demnach spannende Wochen und Monate im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf und viel Zeit zum Durchatmen dürfte Obama nun nicht haben…

Sie gibt nicht auf

Auch wenn Hillary Clinton die Wahlen in Puerto Rico abermals eindeutig gewonnen hat, kann sie das Rad einfach nicht mehr umdrehen. 68 zu 32 Prozent erhielt die Senatorin auf der assoziierten Insel, die im November allerdings nicht den Präsidenten mitbestimmen darf.

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Nicht ganz nach Wunsch verlief allerdings die Entscheidung der Demokratischen Partei im Bezug auf Florida und Michigan. Die Delegierten dürften zwar alle teilnehmen, aber haben nur eine halbe Stimme. So bekam Clinton zwar mit 174 Delegierte fast fünfzig mehr als Obama (126), aber kann sich nur über einen Stimmenzugewinn von 24 freuen.

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Zählen Florida und Michigan?

image In diesen Minuten fällt im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf der Demokraten in den USA eine wichtige Entscheidung: Zählen die Delegierten von Florida und Michigan? In beiden Bundesstaaten war bereits gewählt worden, aber aufgrund vorgezogener Wahltermine waren sie nach den Regeln der Demokratischen Partei vom Nominierungsparteitag ausgeschlossen worden. In Florida erhielt Hillary Clinton 50 Prozent der Stimmen, in Michigan gar 55, wobei Barack Obama hier nicht auf dem Wahlzettel auftauchte und 40 Prozent für unbenannte Kandidaten ((“uncommittet slate”)) stimmten. In Florida konnte er 33 Prozent gewinnen.

image Aktuell führt Obama mit etwas über 200 Delegierten und benötigt nur noch 42 weitere um die Mehrheit für sich zu gewinnen. Sollte sich das Clinton-Lager durchsetzen und beide Staaten komplett gewertet werden wobei Obama in Michigan keine Stimmen erhält, würde sein Vorsprung auf rund 81 sinken und er würde noch 155 benötigen.

Für Obama wäre maximal eine Splittung, also die Hälfte der Delegierten tragbar, wobei die nicht zugewiesenen Wähler in Michigan für ihn gerechnet werden. Dies würde weiterhin bedeuten, dass er mit rund 167(,5) Delegierten führt und damit noch 73 Delegierte benötigt.

In dem “popular Vote”, also der Mehrheit aller Stimmen könnte Hillary Clinton auch nur nach erstem Modell gewinnen, wenn man in Michigan Obama wirklich null Stimmen anrechnen würde.

Heute Nacht wird auch gewählt und zwar in Puerto Rico. Die 63 Delegierten dieses Bundesstaates – der im übrigen bei den Wahlen im November nicht mitbestimmen darf – dürften dabei eher an Hillary Clinton gehen. Die Umfragen stehen hierbei bei ca. 50 Prozent für sie gegen 40 Prozent für Barack Obama.

Die Diskussion des Rules Committee kann man bei CNN live verfolgen. Das Resultat sicher auch später hier…

John Edwards unterstützt Barack Obama

Gestern abend wurde es amtlich: Der ehemalige Präsidentschaftskandidat und dritte im Rennen um die demokratische Nominierung John Edwards unterstützt Barack Obama. Wichtiger als die fast 30 Delegierten dürfte dabei allerdings die Wählerschicht sein, die John Edwards angesprochen hatte: Weiße Arbeiter. Hier die komplette Rede von Edwards, die ich selber noch nicht gesehen habe ((kenne nur einen Ausschnitt von CNN)), aber da jetzt erstmal die Uni wartet, muss das so reichen :D

Wichtiger ist wohl die Frage, welche direkten Folgen dies im Bezug auf die Wahl hat. Auch wenn man es annehmen kann, wird Hillary Clinton wohl noch immer nicht aus dem Rennen aussteigen. In einem Interview mit CNN machte sie nochmal deutlich, dass sie nicht ausscheiden wolle und es wichtig finde nicht früher aus einem solchen Rennen auszuscheiden. Man müsse bis zum letzten kämpfen. Also wird die Entwicklung direkt keine größere Wirkung haben oder zumindest muss man dies abwarten, wie dies bei den kommenden Wahlen  niederschlägt, also wieviele weiße Wähler sich von John Edwards Empfehlung nun überzeugen lassen. Aber dazu sicher in den nächsten Tagen noch mehr.