Streik als Dauerzustand?

Nun der erste Streiktag ist vorüber und ich bin – zuhause – davon verschont worden. Aber auch andere schienen damit auszukommen (Umstieg auf IC), aber die Kuh ist damit natürlich nicht vom Eis. Bis morgen Mittag hat die GDL die Bahn nun aufgefordert einen neuen Vorschlag einzureichen, sonst werde erneut gestreikt – und dies auch ohne größere Vorwarnung. Die Bahn hingegen lehnt gleich ab und stellt fest, dass die Bahn sich die Forderungen “schlicht nicht leisten” könne. Und somit ist man nicht weiter, als bisher – wieso sollte sich auch etwas geändert haben? 

Für die Bahnreisenden beginnt damit nun eine Zeit der Ungewissheit: Fährt mein Zug heute oder gilt der Notfahrplan? Werde ich gleich am Bahnhof eine Bahn bekommen oder hat just in dem Moment der Streik begonnen?  Wie ich vor wenigen Tagen schon sagte, scheint sich die Lage immer mehr zuzuspitzen und für uns Kunden bleibt nur die Frage, wie schnell die Bahn ggf. reagieren kann oder ob man aus Vorsicht gleich auf den Notfallplan umschaltet?

Gestern abend war Bahnchef Mehdorn bei Anne Will und ich muss sagen, die Sendung macht sich – gute auch bissige Fragen wurden gestellt und auch wenn GDL Vorsitzender Schell ausgeladen wurde (laut NDR war er nicht eingeladen, sondern nur angefragt), gab es durchaus Gegenwind für das Privatisierungsdou Tiefensee und Mehdorn. Und – ohne das Fass jetzt auch noch aufzumachen – fand ich witzig, wie unter anderem deutlich gemacht wurde, dass in Osteuropa nun neue Schienennetze aufgebaut werden sollen und die Bahn dort doch ein guter Partner wäre – wenn sie dafür Geld bekommt, wofür man dann die Privatisierung braucht. Also der Jusovorsitzende Böhning hat recht, wenn er darstellt, dass es bei der Bahn in erster Linie um eine Grundversorgung der Bürger geht und weniger um Rendite oder Auslandsinvestitionen. Vielleicht ist hier aber nur etwas rausgerutscht, denn sonst wurde alles schön begründet. Schienenverbindungen seien zum Beispiel nur abgeschafft worden, um dort den Bedarf mit Bussen zu decken oder die Übergabe des Schienennetzes sei auch nur mit einem Leasingvertrag zu vergleichen. Nungut, das wäre alles schon wieder genug Stoff für einen eigenen Artikel, aber da spiele ich doch lieber eine Runde Bahnopoly ;)

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