Spielemesse 2011

Ab morgen ist die Spielemesse in Essen. Seit Jahren gehe ich dort immer hin und dies wird auch in diesem Jahr so sein – trotz Diplomarbeit. Aber da steht morgen der Entwurf, der dann Gegengelesen wird und so kann man Samstag ruhigen Gewissens zur Spielemesse gehen. Eigentlich berichte ich ja immer im System Matters Rollenspielpodcast davon, was so neues für die Spielemesse ansteht. Dieses Jahr ist das leider echt nicht drin gewesen. Dafür war der Stress mit der Diplomarbeit irgendwann dochzu groß geworden. Nichts desto trotz soll es hier kurz auf die Dinge eingegangen werden, die bei mir ganz sicher, vielleicht und unter Umständen im Rucksack oder in Einkaufstüten landen. Als Grundlage dient in erster Linie dieser Artikel von Ron, in dem alle Rollenspielneuheiten dargestellt werden.

Der eine Ring

Ganz oben auf der Einkaufsliste steht “Der eine Ring”, das neue Herr der Ringe Rollenspiel, welches vom Uhrwerkverlag übersetzt wurde. Das Besondere daran ist, dass es eine Kampagne über 80 Jahre zwischen den Geschehnissen von “Der Hobbit” (was ich noch zuende lesen muss) und dem “Herrn der Ringe” darstellt. Wenn man Zwerge oder Elfen oder so spielt ist das kein Problem, bei Menschen gibt es die Möglichkeit Wissen und Gegenstände an den Nachfolger weiter zu geben. Hinzu sol die Möglichkeit eines Gruppenpools geben, der die Stärke der Gemeinschaft darstellt. Wenn jemand aus der Gemeinschaft gegen diese Arbeitet schadet das der Gemeinschaft ebenso, wie der Verlust eines wichtigen Freundes. Hinzu soll soetwas wie Hoffnung kommen, ein Wert, der die Motivation des einzelnen Charakters darstellt. Wie das genau ist, weiß ich noch nicht, aber diese lange Spielzeit, diese neuen Meschaniken und mehr klingt schonmal wirklich sehr interessant, darum wird es gekauft. Kostenpunkt: 50 Euro, denn die Limitierte für 100 Euro wird es wohl doch nicht werden, wenn man nichtmal sicher sein kann, ob mal es überhaupt wirklich in einer Kampagnenform spielt.

Das schwarze Auge

Regelmäßig spielen wir ja noch die Sieben Gezeichneten Kampagne in DSA. Für das System erscheint nun ein Aventurischer Atlas mit detailierteren Karten und Darstellungen. Der wird zumindest genauer angeguckt und kostet 30 Euro. Das Soloabenteuer “Im Griff der Schwarzen Eiche” muss wohl noch etwas warten, ebenso die Anthologie zum Horasreich. Eine Kampagne zu Al’Anfa kommt erst nach der Messe raus, die wäre wohl noch eher dran gekommen. In Überlegung war auch die Überarbeitung der Kampagne “Bis zum Horizont”, bei der es nach Myranor geht. Aber irgendwie sind 40Euro doch ein stolzer Preis dafür, dass man diese Kampagne womöglich nie spielen wird. Interessant fände ich es dennoch mal Myranor zu erkunden aber eben ohne gleich alles neu kennen zu lernen, sondern als aventurischer Charakter und Spieler den Kontinent zu erkunden. Und auch als Spielleiter wäre es etwas einfacher, wenn man nicht gleich alles wissen muss.

Ullises generell

Ebenfalls übelegt war das Battletech Starterset und vielleicht auch neuer Kram fürs John Sinclair Abenteuerspiel. Das hatte ich auf der Ratcon kennengelernt und fand diese abgespeckte Version des Rollenspiels garnicht mal so verkehrt. Das Grundregelwerk habe ich mir im PDF Shop schonmal gekauft, hatte darum überlegt, ob was physisches für das Regel nicht auch nett wäre. Aber ich denke das wäre eher etwas falls am Ende noch Geld übrig bleibt – und das ist bei der Spielemesse ja selten der Fall :D

 

Malmsturm

Ich glaube bei der RPC hatte ich mir das Malmsturm Regelwerk gekauft und auch signiert bekommen. Damals war es gedacht als Alternative zu D&D in einer freien Spielwelt, die ich mir selber ausdenken wollte. Nun habe ich aber gesehen, wie dick dieses Buch zur Welt ist und überlege es mir vielleicht doch nochmal anders. Und man muss sich klar machen: Das “dünne” Regelbuch ist nicht wirklich dünn, sondern dicker als manches DSA Buch. Kostenpunkt: 50 Euro.

 

Cthulhu

Für das Horrorrollenspiel Cthulhu sind zwei neue Bände für mich besonders interessant. Zum einen mit Kingsport ein weiterer Ort aus Lovecraft Country, der vorgestellt wird. Steht aber auch nicht ganz oben auf der Liste, ist eher für die Sammlung, hoffe dass jemand aus meiner Spielrunde da vielleicht zugreift und leitet :) Ansonsten ist ein Artikel zu den Kreuzzügen erschienen, der wird genauer angeguckt und vielleicht gibt das eine nette kleine Kampagne. Fänd ich zumindest bis zu Freigabe von den Bergen des Wahnsinns irgendwann nochmal interessant.

Auch wenn es nicht von Pegasus ist, steht auch “Trail of Cthulhu” noch irgendwie auf der Kaufen-Liste. Ich habe ja mit den Armitage-Files eine Kampagne dazu und das andere System würde mich auch schon interessieren.

Englischer Kram

Es sind noch zwei englische Bücher in der Überlegung: Der Kampagnenband zu A Song of Ice and Fire ist so nicht mehr mal eben zu bekommen. Das System hatte ich noch günstig bekommen, beim Hintergrundband fehlte aber noch das Glück, mal sehen was die Messe bietet. Dann ist auch das Mouse Guard Rollenspiel mir sehr empfohlen worden. Werde mal den Comic lesen ob mir der zusagt und dann überlegen, ob ich das Risiko 55 Euro auszugeben, wo die Chancen noch geringer sind das zu Spielen als bei “Der eine Ring”.

Shadowrun

Bei der Ratcon habe ich mir Shadowrun gekauft und will das gerne mal ausprobieren – was schon ein großer Schritt für mich ist. Werde auf der Spielemesse wohl auch das ein oder andere Buch dazu kaufen. Relativ sicher ist die neue Box “Schattenrüstzeug” dazu, die mir als Einsteiger in das System bestimmt helfen wird. (Inhalte hier) Aber was sonst? Der Band zum Rhein-Ruhr-Komplex soll erst in einem Monat in der normalen Version entscheiden und 50 Euro dafür ist dann für einen Einsteiger doch etwas viel. Aber ich brauche da auch noch eure Hilfe: Was ist noch hilfreich für einen Einsteiger? Ist eine der 4er Kampagnen gut genug, um eine Einsteigerrunde zu überzeugen ohne zu überfordern? Irgendwelche Quellen- und Regelbände die besonders gut sind? Helft mir und antwortet fleißig :D

Brettspiele

Bei Brettspielen gehe ich immer sehr spontan an die Spielemesse heran. Das Civilization Brettspiel ist ein Kaufkandidat, aber sonst lasse ich mich gerne überraschen – oder auch hier von euch überraschen :D

 

Das ist bestimmt nur ein kurzer Überblick. Bei der Spielemesse wird auch  immer eingekauft, was gerade so in den Sinn kommt, aber ich bin auch immer für eure Ratschläge offen. Insbesondere zu Shadowrun würde ich mich über jeden Ratschlag freuen – auch vor Warnungen. Aber bestimmt habe ich auch echt tolle Sachem übersehen und bei Brettspielen freue ich mich auch Vorschläge von neuen (am liebsten kooperativen) Spielen. Also legt los :)

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7 thoughts on “Spielemesse 2011

  1. Pingback: System Matters − Was bei der Spielemesse in Patrick’s Rucksack landet

  2. Bezüglich Shadowrun: Eben diese Tage machen wir hier bei uns auch eine Runde auf, die einige Neulinge enthält. Mehr als bei jedem anderen RP, das ich kenne, kommt es bei SR auf die Gruppenabsprache und den Spielleiter an, ob alle Spaß dran haben. Regeltechnisch würde ich Anfängern empfehlen, erstmal beim Grundregelwerk zu bleiben und die Zusatzbücher (“Bodytech”, “Straßenmagie”, “Vernetzt”) erst zu besorgen, wenn alle firm mit den Möglichkeiten des Systems und der Welt sind – lediglich beim “Arsenal” kann man ruhig schon vorher zugreifen, vor allem die zusätzlichen Fahrzeugaufrüstoptionen und andere Ausrüstung darin können dem Spiel deutlich mehr sinnvolle Optionen geben.

    Wichtiger noch sind aber Absprachen bezüglich der gewünschten Kampagne und der Auslegung des Settings. SR hat das Problem, dass ganz essentielle Konzepte der Spielwelt (z.B. was genau eine SIN ist, wer sie wie kontrollieren kann, was genau drauf gespeichert wird etc.) schlecht bis gar nicht expliziert werden, und die Gruppe hier zu einem Konsens finden muss. Das stelle ich mir für lauter Anfänger sehr schwierig vor. Dann kommt die Wahl des Spielortes dazu – die ADL hat mir persönlich nie so wirklich gefallen, ich würde für Einsteiger immer Seattle empfehlen (für das es das schöne Quellenbuch “Seattle 2072″ gibt), das ist nicht zu Unrecht das beliebteste Setting.

    Die offiziellen Abenteuer sehe ich mit gemischten Gefühlen; leider sind die, die ich bisher gesehen habe, entweder sehr storytellinglastig (beinahe railroad), gerade was den Aufbau angeht, oder es sind Sammlungen von Szenariovorschlägen, die der SL komplett ausarbeiten muss. Da hilft leider nichts, letzteres würde ich – der ich mich aber mit SR auskenne – jederzeit bevorzugen.
    Denn die große Schwierigkeit bei SR sind die nahezu unbeschränkten Handlungsmöglichkeiten in einer gigantischen, kaum beschriebenen Spielwelt. Etliche Charaktertypen, namentlich Magier und Hacker, können einen vorgeplanten Abenteuerablauf sehr schnell über den Haufen schmeißen (lange VR-Hacks, Astralreisen etc.).

    Ich würde deswegen empfehlen, sich erstmal nicht mit zusätzlichen Quellenbüchern zu überladen, sondern beim GRW zu bleiben, vielleicht auch mal ein Einsteigerabenteuer (“On the Run” z.B.) auszuprobieren, aber vor allem viel Zeit in ein klärendes Gespräch mit den Mitspielern investieren, damit man gleiche Vorstellungen der Welt hat (Weiß jeder, dass man eine falsche SIN haben sollte? Hat jeder ein Kommlink, und weiß, was der versteckte Modus ist? Hat jeder dem SL seine ausgearbeiteten Connections geschickt? Kann jeder seinen Lebensstil/Wohnung beschreiben? etc.) – und wenn möglich verbindende Elemente einbauen, die den Charakteren erlauben, auch abseits vom klassischen Shadowrun etwas zusammen zu erleben. Beispielsweise über gemeinsame Connections, eine gemeinsame Vergangenheit, oder auch ein Einstiegsabenteuer, das auf abgeschlossenem Raum spielt und Zusammenarbeit erzwingt, wenn die Charaktere überleben wollen.

    Ich wünsch’ dir jedenfalls viel Spaß – SR ist für Einsteiger mAn ein schwieriges System, nicht regeltechnisch, aber wegen der unbeschränkten Möglichkeiten des Hintergrundes. Würde mich interessieren, wie ihr damit zurechtkommt.

  3. Dem “erst mal beim GRW bleiben, eventuell noch das Arsenal und einarbeiten, später mehr” schließe ich mich an. Generell gilt bei SR4: Deutsche Pegasus-Version kaufen, da ist Errata drin, die sind auf dem neuesten Stand und haben Bonusmaterial, während gerade die letzten US-Ausgaben, na ja, lassen wir das…

    Dazu würde ich halt noch ein Settingbuch empfehlen. Schattenstädte fällt da natürlich gleich ins Auge, da sind nämlich Seattle, Hongkong und Hamburg, Marseille, Kapstadt, Caracas und Istanbul drin und der Seattle-Teil ist imho eigentlich ausführlich genug. Alternativ bieten sich natürlich noch Berlin oder RRP Quellenbuch an, wenn man keine unbegründete Aversion gegen die ADL hat.

    Ganz wichtig ist aber wirklich die Absprache mit der Spielrunde! Sowohl was die Möglichkeiten von SR angeht, als auch welche Richtung man beim Spielstil einschlagen will(mehr stealth, ruhig mal auffe Omme, ganz viel Planung und Realismus, oder… usw.).

  4. Pingback: Links anne Ruhr (20./21.10.2011) » Pottblog

  5. Moin Patrick…

    also Du willst mit SR4 anfangen? Sehr löblich! Ich spiele das System seit dem es auf dem Markt ist und bin immer noch begeistert von den Möglichkeiten, welche es dem Spiel liefert.

    Komplexe Regeln, die in ihrem Basismechanismus jedoch so einheitlich sind, das man als Meister leicht Regeln improvisieren kann ohne ewig in den Regelwerken zu blättern.

    Interessantes Setting, dass sich erfolgreich neben dem klassischen Fantasy (Wir sind alle solche Gutmenschen) etabliert hat.

    Also was braucht man für den Anfang?
    Ich empfehle Dir das Grundregelwerk. Mehr Regeln braucht man für den Anfang nicht.
    Dazu empfehle ich Dir den Band Schattenstädte. Suche Dir aus den drei beschriebenen Sprawls einen raus und gestallte eigene simple Aufträge.
    Ich persönlich bin immer noch ein Fan von Seattle.

    Ach ja, für den Anfang empfiehlt es sich, dass man dem Sprawl den man gewählt hat treu bleibt. Die Runner sollten mehrere Runs in ihrer Heimatstadt machen… so können sie sich einen Namen in der heimischen Runnerszene machen, neue Leute kennen lernen, und die Spieler können die Stadt entdecken und mit gestalten.

    Ein Run sollte am Anfang eher als OneShot (Open Einzel Knaller ^^) gestaltet werden. Lange Abenteuer und Kampangen entwickeln sich meiner Erfahrung nach von selbst…
    …z.B.: Die Runner haben in einem Run eine Schiffswerft von Ares sabotiert in der hoch moderne U-Boote gebaut werden sollten… Ares wird erst einmal über ihren Tochterkonzern Night Errant den Vorfall untersuchen lassen… falls der Konzern die Runner entlarvt, dann kann er ein SWAT Team auf sie ansetzten um sie aus dem Verkehr zuziehen… sie für einen “Einfachen Job” anwerben von dem man nicht lebend zurück kehren sollte, etc… also die Story schreibt sich von ganz alleine.

    Ich hoffe meine Post konnte Dir helfen. Mich würde dein Einstieg in SR4 interessieren. Erzähl doch dann bitte einmal von deinen Erfahrungen (ich bin ein Fan von eurem Podcast ^^)

    Gruß Sebastian

  6. EDIT:

    Ach ja… noch ein paar Hinweise:

    Für den Anfang ist es zu empfehlen einen Run zu gestalten, in dem man einen besonderen Regelmechanismus des Systems verwendet.
    z.B.: Gestalte einen SchmuggleRun, bei dem Du die Straßenkampfregeln verwenden kannst, etc.

    Lass das Powerniveau niedrig. Die Charaktergenerierung bei SR ist recht komplex und teilweise unübersichtlich (mMn komplexer als bei DSA4).
    Um es Dir und den Spielern einfacher zumachen, mache die Vorgabe das sie alle Mitglieder der selben Gang sind… also jeder baut sich einen Ganger. Sie können Aufträge für ihre Gang machen, kennen sich bereits und haben den selben Boss… daher sollten sie ihren Job auch verdammt gut machen, ansonsten kann es ärger geben!
    z.B.: Die Runner sollen im Autrag der Gang ein Paket vom Hafen abholen und das durch Hochsicherheitsgebiete, oder verfeindetes Gangterritorium schmuggeln.

    Bereite Dir gute Handouts vor.
    z.B.: Eine Route vom Hafen zum Ziel. Die Runner können dann bei der Vorbereitung des Runs Informatinen einholen und diese gleich auf der Karte vermerken (also, wo sind Hochsicherheitsgebiete? Wo ist das Territorium der verfeindeten Gang? Deren Treffpunkt? Gibt es besondere Hindernisse wie Combatbiker, etc auf die man sich vorbereiten muss?)

    Arbeite deine NSC’s gut aus. Und arbeite nur die NSC’s aus, die unbedingt nötig sind… zu viele NSC’s überfordern die Spieler meist am Anfang… besonders bei SR, wo es üblich ist ganz viele Freunde und Feinde im Laufe einer Runnerkarriere zusammeln.

    So nun dürfte ich aber meinen gesamten Senf über deinen Block ergoßen haben ^^

    Ich hoffe mein Beitrag ist Dir hilfreich

    Gruß Sebastian

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