Rückblick auf die WM

Okay, ganz ist es noch nicht vorbei, denn heute Abend spielen ja noch Holland und Spanien um die Krone der WM in Südafrika. Aber zum einen hat Paul da ja schon das Ergebnis entschieden und zumindest für Deutschland ist die WM nun ja doch vorbei.

Und sie hatte mir Spaß gemacht. Wenn man überlegt, wie vorher über die deutsche Nationalmannschaft geunkt wurde, weil eigentliche Stammspieler krankheits- oder verletzungsbedingt ausfielen. Ich war eher davon ausgegangen, dass vielleicht die “Zweite Garde” nun mal zeigen wollte, was in ihr steckt. Und das hat sie gut getan. Bis auf die Niederlage gegen Spanien war es doch ein tolles Turnier. Klar wäre mir lieber gewesen, man hätte heute abend gespielt um den Titel, aber ich denke auch ein dritter Platz ist wieder ein gutes Ergebnis.

Innenpolitisch kann man wieder festhalten, dass Deutschland trotz vier Wochen Jubelstimmung nicht in einen faschistischen Schreckensstaat entwickelt hat. Die Jagd nach Nationalflaggen war von daher überzogen, insbesondere, wenn man einem Libanesen die Fahne klauen will. Im Gegenteil zeigt dieses wiedereinmal, dass zu starres Nationaldenken wirklich von gestern ist. Sowohl bei denen, die die deutsche Nationalmannschaft nicht unterstützen, weil sie nicht deutsch sei. Aber eben auch von denen, die hinter jeder deutschen Fahne einen verkappten Nationalisten vermuten. Es ist eben so, dass man durchaus mehrere Identitäten besitzen kann – zwar in unterschiedlicher Gewichtung aber eben nicht so eindeutig wie dann gerne behauptet.

Und dann gibt es ja noch eine Neuerung: Die Vuvuzela. Ich hoffe aber, dass es bei den vier Wochen bleibt, denn das “Röööö” hat doch ein wenig das Fußballfeeling genommen, wenn es Fangesänge und ähnliches übertönt.

Nun kehrt also wieder das normale Leben zurück, denn die WM war doch schon ein Event, über das man gesprochen, bei dem man gemeinsam gefiebert hatte oder abends oft wusste, dass zumindest Fußball im Fernsehen läuft – wenn sonst nur Mist dort zu finden ist. “Normales Leben” bitte ich demnach in dem Zusammenhang zu sehen. Und nun heißt es zu warten bis zur EM 2012 oder der WM 2014.

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4 thoughts on “Rückblick auf die WM

  1. Ach ja, Du hast so recht. Der Alltag hat uns wieder. Noch läuft das Finalspiel in der Verlängerung, eine Viertelstunde noch, wenn wir dann noch keinen Weltmeister haben, geht es ans Elfmeter schießen.
    Irgendwie bringt die WM eine Leichtigkeit ins Land, durch die vielen Fahnen sind die Straßen bunter, die Menschen sind aufgeschlossenener, man hat etwas Gemeinsames über das man redet, sei es an der Sußermarktkasse, beim Tanken, im Freundeskreis und wo auch immer.
    Deshalb bin ich auch gar nicht so traurig, weil Deutschland wieder mal kein Weltmeister geworden ist, ich bin eher traurig, genau wie vor vier Jahren, dass nun alles wieder vorbei ist.
    Auf der anderen Seite: Es kann ja nicht immer WM sein. Dann wäre es bald was alltägliches. Darum:
    Tschüss Südafrika 2010
    Hallo Brasilien 2014

  2. Übrigens, auch wenn Doppelkomments nerven… die größte Protestaktion der Netzgeschichte ist wohl voll an dir vorbei gegangen, oder? Real ID? Blizzard? Ist das nicht normalerweise Dein Thema?

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