Deutschenfeindliche Übergriffe

Nach dem brutalen Übergriff auf einen Rentner in München gab es ja jemanden, der wieder davon profitieren will: Roland Koch, der um seine Wiederwahl fürchtet. Was liegt da näher als in der Statistik einen “deutschenfeindliche” Straftaten zu erfassen? Dazu zwei Anmerkungen:

1. Ist der Rentner angegriffen worden, weil er ein Deutscher ist? Soweit ich weiß, war es doch eher so, dass er sie gebeten hatte die Zigaretten aus zu machen und er darum (später) auf diese Weise verprügelt wurde. Das macht es nicht besser oder schlechter, aber “deutschfeindlich” kann eine Tat ja wohl wirklich nur sein, wenn der Grund für den Angriff darin zu finden ist, dass jemand deutsch ist – und ich wage zu behaupten, dass dies der Auslöser war, sondern einfach ein grundsätzlich asoziales Verhalten.

2. Im NPD-Blog wurde dazu die interessante Frage aufgeworfen, was überhaupt “fremdenfeindlich” bedeute. Denn selbst wenn es eine Tat mit dem Hintergrund, dass es ein Deutscher war gewesen wäre, wäre es ja noch immer im Kern eine fremdenfeindliche Tat, da hier – für den Täter – der andere ein Fremder ist. Oder nehmen wir ein anderes Beispiel:

Wenn ein schwarzer Mann, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt, von Rassisten verprügelt wird, spricht die Polizei von fremdenfeindlicher Gewalt und der Vorfall taucht, wenn überhaupt, in der Kategorie “mit fremdenfeindlichen Hintergrund” auf. Damit wird das schwarze Opfer zum Fremden gemacht. Und das nur, um den Begriff rassistisch zu vermeiden.

Ich finde man sollte zumindest mal darüber nachdenken. Zu Koch und dem Thema allgemein auch aus Zeitgründen ((hab wieder viel zu lange am Artikel zum Kalten Krieg gesessen :) )) nur eine kurze Reaktion: Es ist ja nicht so, dass bisher Ausländer hier machen dürften, was sie wollen. Es gehört auch zu den Möglichkeiten eines Gerichtes den Aufenthaltsstatus zu entziehen, aber es ist eben Aufgabe eines Gerichtes – nicht eines wahlkämpfenden Ministerpräsidenten.

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4 thoughts on “Deutschenfeindliche Übergriffe

  1. Die Täter haben sich doch den ganzen Abend schon deutschfeindlich-rassistisch geriert. Schließlich ist die Polizei den Verbrechern nur deshalb so schnell auf die Spur gekommen, weil einer der beiden einem anderen Deutschen das Mobiltelefon stahl, einen Bekannten anrufte und diesem mitteilte: “Heute bringe ich einen Deutschen um!”. Dazu kommt dann noch die rassistische Beschimpfung des Rentners als “Scheiß-Deutschen”. Es ist also offensichtlich, dass die beiden bzw. zumindest einer mit rassistischem Hintergrund agierten. Dass der Renter die beiden bat, die Zigaretten auszumachen, war der Auslöser für den Mordversuch, nicht der Grund. Die Zigarettengeschichte war der Grund dafür, warum es gerade diesen Deutschen traf, nicht dafür, dass ein Deutscher Opfer rassistischer Gewalt eines Griechen und eines Türken wurde.

  2. Wenn dem so sein sollte, muss ich den Beitrag diesbezüglich durchaus relativieren und denke, dass dies auch in das jeweilige Gerichtsverfahren einbezogen wird.

    Dennoch bleibt die interessante Frage, was denn “fremdenfeindlich” eben ist :)

  3. Also ich habe nun gelesen (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,525153,00.html), dass er diese Äußerung während der Tat getan hat. Wenn du eine andere Quelle hast, dann her damit :) Das macht die Äußerung keineswegs besser, aber stellt dann doch die Frage nach Anlass und Ursache. Und den “anderen Deutschen” betitelt Spiegel Online nur als “Bekannten”. Und selbst dann würde sich die Frage stellen, ob sie ihm ein Handy geklaut haben, weil er deutscher war, oder ob sie dies bei einem Türken, Italiener, Franzosen, etc. nicht auch getan haben, sonst würde die Nationalität hier keine Rolle spielen.
    Nochmal: Das entschuldigt nichts, aber man sollte das genau betrachten.

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