Clinton vs. Obama: Der Streit um die Außenpolitik

Über die CNN Debatte hatte ich ja schon berichtet, ebenso wie die die darin etwas ungünstige Aussage von Barack Obama, dass er gleich im ersten Jahr mit Ahmadineschad oder Chavez zusammentreffen will und auch die neuste Äußerung von ihm, im Fall der Fälle auch in Pakistan militärisch aktiv zu werden ist bereits erwähnt worden. Seitdem versucht seine ärgste Konkurrentin ihm natürlich außenpolitische Naivität vorzuwerfen und ihn als Leichtgewicht darzustellen, während Obama mit der flammenden Zustimmung von Clinton zum Irakkrieg und deren Unterstützung durch Lobbyisten spielt. Inzwischen hat der innerparteiliche Wahlkampf das Stadium erreicht, bei dem man sich bewusst aus dem Weg geht.

Dabei sind sich die beiden außenpolitisch gar nicht so unähnlich, außer das Clinton sich viel vager ausdrückt. So sagte sie zur Pakistanäußerung ihres Konkurrenten:

“Man kann groß denken, aber man sollte nicht immer alles sagen, was man denkt, wenn man sich um die Präsidentschaft bewirbt.”

Unpolitisch bedeutet es: Man muss ja nicht aussprechen, was man denkt und im Zweifelsfall würde Hillary Clinton ebenso reagieren. Deutlicher wurde es auf die Aussage mit der sich Obama bei einer Diskussion vom Einsatz von Atomwaffen bei der Terroristenjagd distanzierte.

“Präsidenten sollten zu jeder Zeit vorsichtig sein, den Einsatz oder Nichteinsatz von Atomwaffen zu diskutieren”.

Auch sie wird dies faktisch nicht tun, aber auch hier wiedermal nur eine vage Aussage. Beide sind sie nach dem Artikel der FR jedoch sehr ähnlich was die eigentlichen Inhalte in der Außenpolitik angeht:

Sie wollen alte Allianzen stärken, ohne freilich dem Einsatz militärischer Gewalt – “wenn nötig unilateral” (Obama) – abzuschwören. Sie wollen den Irak-Krieg durch einen “verantwortungsvollen” Rückzug beenden, warnen aber vor neuem Isolationismus und einem Rückzug aus der Welt. Beide wollen die moralische Autorität der USA wieder herstellen, kündigen aber einen harten Anti-Terror-Kampf an.

Aus dem und den Aussagen zu schließen, dass Hillary nur eine etwas umsichtigere Außenpolitik betreiben würde, wäre wohl etwas überzogen:

Als er [Obama] im April gefragt wurde, wie er militärisch auf ein neues 9/11 reagieren würde, sprach Obama viel über Katastrophenhilfe für die Opfer – aber kein Wort über Vergeltung. Hillary Clinton wollte rasch zurückschlagen.

Mein Fazit: Momentan werden Worte auf die Goldwaage gelegt, aber m.E. spricht Obama deutlicher aus, was Grundlage und Mainstream amerikanischer Außenpolitik war und ist (und damit meine ich nicht die Bushadministration der letzten Jahre) und auch unter Clinton so sein wird, auch wenn sie eine blumigere Sprache nutzt.

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0 thoughts on “Clinton vs. Obama: Der Streit um die Außenpolitik

  1. Clinton hat ja nun allzu deutlich gemacht, die blumig ihre Sprache sein kann. Mit Tränen zum (Vorwahl-) Sieg, lautet der tenor derzeitiger Pressetexte :)

    Hier mal zur Abwechslung eine passende Karikatur:
    http://www.jenakompakt.de/Politik/3495/jenaer-buerger-schaut-auf-dieses-duell-clinton-vs-obama

    Ich bin gespannt, wie das Duell der Duelle ausgeht. Man könnte ja fast meinen, es ginge bereits um das weiße Haus. Allerdings spielt in den USA eben ein etwas anderes politisches Lied ;)

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