Vorbereitung auf die Präsidentenwahl 2012

In wenigen Stunden schließen die ersten Wahllokale an der Westküste der Vereinigten Staaten und anders als vor vier Jahren ist das Rennen um den Posten des wichtigsten Regierungschefs der Welt dieses mal offener als man es vermuten mag. Ich werde wieder live bloggen ab irgendwann zwischen 23 und 24 Uhr. Ganz genau kann ich es nicht sagen, denn wir werden die Wahl in einer kleinen Runde gucken. Aber dennoch habe ich mich auf die Wahl vorbereitet: Mit einer Excel Datei kann man den aktuellen Kampf gut verfolgen:

Länderliste

Mit einem Klick auf das Bild oder hier direkt könnt ihr euch das Excel Dokument herunterladen. Die Einstufungen stammen dabei von der Seite RealClearPolitics.com, die ich im letzten Wahlkampf schon schätzen gelernt hatte. Alle dort recht sicheren Zuordnungen hatte ich als “Sicher” angegeben. Die bei denen es wahrscheinlich ist als Prognose – eine wie sich erst im Nachhinein darstellte eher unnötige Kategorie. Tendenz ist meine eigene Prognose und hat die Staaten mit mehr als zwei Prozentpunkten Vorsprung für einen Kandidaten diesem zugewiesen, auch wenn es sich um “Battlegrounds” also umstrittene Staaten handelt. Und mit dieser Prognose dürfte Obama das Rennen machen:

Prognose

Ob es klappt, sehen wir erst heute Nacht. Die wichtigsten Staaten tauchen bereits um 2 und 3 Uhr auf, so dass man dort auf Ergebnisse hoffen kann. Wenn es nicht zu eng wird und nachgezählt werden muss. Dann kann sich das hinziehen :)

 

 

Weitere Interessante Links zur Wahl:

Unterstützt Mitt Romney für die Zombie-Apocalypse

Dieser Ansicht ist zumindest der Regisseur Joss Whedon in seinem aktuellen Wahlaufruf:

Wie es ausgeht, erfahren wir in genau einer Woche, wenn das Duell Obama gegen Romney entschieden wird. Und während wir das für eine sichere Angelegenheit halten und in Deutschland mehr als 90% Obama wählen würden, ist es in den USA durchaus knapp und da ich nicht so viel Spaß an Zombies in den USA hätte (irgendwann schwappt sowas ja dann auch meistens über :D ) hoffe ich, dass Obama es dann doch nochmal schafft.

Fair Game

Wieder ein Film am Abend – doch ein klein wenig eine Ausnahme. Heute war Fair Game im Blu-Ray Player. Bei dem Thriller geht es um die Palme-Affäre in den USA, bei der die Identität einer CIA Agentin vom Weißen Haus offen gelegt wurde, nachdem deren Mann Kritik an den vorgegeben Gründen zum Irakkrieg geäußert hatte. Hier der Trailer, der das vielleicht nochmal darlegt:

Der Film selber ist eine gute Mischung aus dem Privatleben und der Politik zum Irakkrieg und zeigt auch gut den Druck, der damals ausgeübt wurde, um ja zu “beweisen”, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt. Das schafft er auch sehr gut und schildert so die Begebenheiten damals sehr gut. Natürlich ist es kein Meisterwerk der Filmgeschichte, aber ich glaube, dass ist bei nachgespielten Filmen auch nicht so eben möglich und man kann ihn sich doch sehr gut angucken. Für ein paar Euro ist er auch als DVD oder Bluray erhältlich :)

Obamas Kriege

image Heute habe ich das neuste Buch von Bob Woodward durchgelesen, in dem dieser sich mit “Obamas Kriegen” beschäftigt, womit nicht nur der “wirkliche” Kritik in Afghanistan gemeint ist, sondern auch der “Krieg” mit oder zwischen Militär und Beratern im eigenen Land. Woodward der zusammen mit Carl Bernstein den Watergate Skandal recherchierte gilt als einer der renommiertesten Journalisten der Vereinigten Staaten und dies erkennt man auch an dem Buch. An vielen Stellen bekommt man fast den Eindruck, Woodward habe bei den Besprechungen im Oval Office oder Situation Room dabei gesessen. Von daher bekommt man einen Einblick in die amerikanische Politik und diesen Konflikt zwischen Militär und politischer Führung im ersten Jahr der Präsidentschaft von Obama.

Kern war dabei die Frage nach der Strategie und die Anzahl der dafür benötigten Soldaten. Kernbegriffe dabei sind die Aufstandsbekämpfung (die eine hohe Präsenz zum Schutz der Bevölkerung benötigt) und die Terrorbekämpfung (nach der man mit Spezialkräften gezielt gegen Terrorcamps vorgeht). Auch die Frage, was ein “Sieg” oder “Erfolg” ist, spielt dabei eine Rolle.

Während die Militärs eigentlich nur eine wirkliche Option – 40.000 Soldaten auf unbestimmte Zeit – zur Aufstandsbekämpfung haben wollten, ging es Obama vor allem auch um die Frage, wie man diesen Krieg so beenden kann, dass die afghanische Seite selber für die Sicherheit sorgen kann. Dabei geht es dann nicht mehr um eine schwer vorstellbare Vernichtung der Taliban, als viel mehr eine “Eindämmung”, die eine Machtübernahme durch diese unmöglich macht. Dies führte dann über einen langen Weg, viele Diskussionen und interne Konflikte zu dem Strategiepapier von Obama, nachdem 30.000 Soldaten geschickt werden, um die Dynamik der Taliban zu stoppen.

Neben diesem internen Konflikt wird aber auch deutlich, welche Probleme die afghanische und pakistanische Regierung einer Lösung des Konfliktes dienen und wie ratlos auch die Vereinigten Staaten dort stehen.

Man bekommt beim Lesen also einen interessanten Einblick in die Politik der USA. Der Krieg spielt natürlich seine Rolle, aber man kommt nach dem Lesen einer eigenen Lösung nicht wirklich näher. Im Gegenteil: Es scheint eher so, als ob die handelnden Personen in der USA selber einem Erfolg bis zum Juli – dann soll der Rückzug eingeleitet werden – skeptisch gegenüber stehen. Aber der Fokus des Buches liegt eher darin, die Entscheidungsprozesse in den USA und Beziehungen zwischen den verschiedenen zivielen und militärischen Beratern darzustellen. Dazu ist dieses Buch wirklich interessant geschrieben und wer wissen will, wie die Amerikaner über diesen Konflikt denken und wie sie “ticken”, sollte es gelesen haben.

Hier kann man es bei Amazon kaufen und hier auch erstmal einen Blick in das Buch werfen

“Dankt Gott für die toten Soldaten”

Über eine Scientology und dann eine Ku-Klux-Klan Dokumentation bei YouTube (die ich sicher in den nächsten Tagen nochmal einbinden werde) bin ich auf “Amerikas meistgehasste Familie” gestoßen. Der Name erinnert irgendwie an “die strengsten Eltern der Welt” und die Doku lief auch auf VOX, aber da es eine BBC Produktion war, ist der Titel zu verschmerzen und es ist eine gut gemachte Dokumentation. Jedenfalls großen Respekt für den Reporter, der kritisch aber zugleich respektvoll über die Gemeinschaft berichtet. Die ersten Minuten sagen eigentlich schon alles, aber guckt es euch vielleicht direkt bis zum Ende an. Wobei Ende ist relativ, leider fehlt der 5. Teil auf YouTube ;)

Es ist schon schockierend was man da sieht. Dabei meine ich nicht Mal abstruse Ablehnungen von Homosexualität oder die Meinung, dass der Krieg in Afghanistan oder der 11. September eine Strafe Gottes sei. Das mag man noch unter weitgehende Meinungsfreiheit packen, insbesondere wenn man es religiös einbettet.

Aber es schwingt doch auch eine extreme Form der Menschenverachtung gegen eigentlich alle anderen mit, wenn man bei Beerdigungen von US-Soldaten mit Schildern am Straßenrand steht und Gott für die Toten dankt und das Opfer als wertlos und Sünder verspottet. Es gibt in dieser verklärten Weltsicht nur eine Handvoll Auserwählter – eben die Westboro Baptist Church – und ansonsten eine Welt voller Sünder, die alle in die Hölle gehen werden. Und noch skurriler ist dann die Fixierung auf Homosexualität, denn ob die Soldaten nun homosexuell sind oder nicht, spielt ja keine Rolle! Die “Sünde” ist ja, dass der Staat und die Gesellschaft immer weniger Probleme mit Homosexualität hat.

Sie “schützen” ihren Hass zwar damit, dass Gott die Menschen und die USA hassen würde und nicht sie selbst, aber das ist im Prinzip nur vorgeschoben. Denn helfen wollen sie auch nicht. Ihre Aktionen dienen alleine der Provokation, ihre Weltsicht kennt keine Vergebung, was die Aktionen dann noch unsinniger macht. Aber mit Menschenverstand kommt man wohl nicht wirklich weiter.

Neben den Menschen, die durch diese Provokation verletzt werden, tun mir aber auch die Kinder leid. Ich glaub im dritten Teil sieht man ja, dass diese nicht Mal wissen, worum es geht und fast auswendig gelernte Sätze aufsagen, wenn sie gefragt werden. Diese Kinder werden wahrscheinlich niemals selbstständig denken können und werden entsprechend indoktriniert. Wie soll es auch anders enden, wenn die ganze Welt drum herum ja verdorben ist?

Ölpest und kein Ende

Hab ich irgendwas nicht mitbekommen oder sprudelt das Öl im Golf von Mexico noch immer lustig vor sich hin? BP hatte ja mal mehrere Versuche unternommen das Leck zu schließen, aber irgendwie tut sich da nichts, oder?

Also zumindest nicht, was den Austritt des Öls angeht. Für das Öl, was bereits im Meer rumschwimmt ist ja nun ein Riesentanker im Einsatz, der das Wasser reinigen soll. Wenn der wirklich so effektiv ist, wie im Artikel genannt, lohnt sich das ja sicher schon:

Die “A Whale” soll täglich knapp 80 Millionen Liter verdrecktes Wasser aufnehmen und es vom Öl trennen können. Das sind beinahe so viel wie innerhalb der fast 70 Tage nach dem Unglück auf der “Deepwater Horizon” insgesamt gefiltert wurden – von teilweise bis zu 650 kleineren Schiffen.

Bleibt nur eben das Problem, was mit dem restlichen Öl passiert. Bisher sind es ja “nur” fünf bis sechs Prozent des Ölvorkommens dort, die ausgetreten sind, wie man hier lesen kann. Und es kann noch schlimmer kommen, wenn das Erdreich tief im Meer aufreißen sollte und das gesamte Vorkommen ins Meer entlässt.

Vor einiger Zeit hatte ich ja schonmal eine Karte mit den Ausmaßen der Katastrophe gepostet. Inzwischen hätte eine solche Katastrophe in Gelsenkirchen beginnend nicht nur die Niederlande erreicht, sondern auch Großbritannien und Hannover:

mapöl2

Mehr als Abwarten kann man aber wohl nicht. Und selbst Informationen aus der Region könnten schwerer zu bekommen sein, wo die Presse in den USA nun offensichtlich in ihrer Berichterstattung eingeschränkt wird.

Bush vor Gericht?

In einer Woche ist es so weit und mit viel Brumborium wird Barack Obama zum 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Die Amtszeit seines unbeliebten Vorgängers George W. Bush endet dann und damit auch seine Immunität. Es gibt bereits einige “Ideen” dafür, wie man ihn hinter Gitter bringen kann.

bushanklagebuchVor einiger Zeit hatte der ehemalige Staatsanwalt und Autor Vincent Bugliosi bereits das Buch “Anklage wegen Mordes gegen George W. Bush” veröffentlicht, in dem er – quasi als Vorarbeit für einen anderen Staatsanwalt – darlegt, wie man George W. Bush des Mordes überführen könnte. Eins vorweg: Die Zahl getöteter Iraker spielt keine Rolle. Um ihn nämlich vor einem amerikanischen Gericht zu verurteilen, zählen nur getötete Amerikaner, also Soldaten. Und diesbezüglich wird es dann – nach einer Lektüre des Buches bis zur Hälfte – meines Erachtens schwierig stichfest nachzuweisen. Da George W. Bush ja nicht selber mit der Kanone auf die Soldaten geschossen hat, wird also zunächst herangezogen, dass er sie wissentlich in den Tod geschickt habe. Und schließlich muss dann noch nachgewiesen werden, dass dies nicht in einem Akt angenommener Notwehr stattfand, sondern eben vor dem Hintergrund einer nachweislichen Lüge. Klingt im ersten Moment jetzt auch nicht so schwer, aber es gibt eben den Unterschied zwischen der Bauchmeinung und dem, was man am Ende vor Gericht wirklich  eindeutig und zweifelsfrei vorlegen kann. Und darum bezweifle ich ein wenig, dass es zu einem solchen Schritt kommt, denn das Risiko für einen Staatsanwalt am Ende zu unterliegen ist – nach meinem Laienverständnis – doch etwas zu hoch und bei der Medienöffentlichkeit ist die Karriere so schnell beendet, wie man sie begonnen hat. Im übrigen ist die Staatsanwältin, von der ich entsprechendes in dem Bericht von TTT gehört hatte, bei den Wahlen im November gescheitert. Wohl nicht wegen Bush, aber wohl, weil sie sonst nichts vorzubringen hatte als Bush. Und das alleine reicht – vielleicht zum Glück – für ein solch wichtiges Amt nicht aus.

Aber auch von anderer Seite könnte Bush Übles drohen: Obama hatte angedeutet, dass Bush sich womöglich für die Genehmigung von Folter rechtfertigen müsse. Und nicht nur das: Der Kölner Stadtanzeiger, der dies unter anderem berichtete, sieht auch einige andere Verwicklungen:

Wenn der Rausch der Obama-Amtseinführung vorüber und der Alltag wieder ins Weiße Haus eingekehrt ist, werden weitere haarsträubende Details ans Licht kommen, die unter anderem belegen, dass das Finanzgebaren der Bush-Regierung teilweise nicht viel seriöser war als das Schneeballsystem des Finanzbetrügers Bernie Madoff.

Wie es weitergeht, wird man wohl kaum sagen können. Obama wird in den ersten Tagen sicherlich mit Finanzkrise, Millardenloch im Haushalt, zwei Kriegen und anderen Problemchen dieser Welt mehr zu tun haben, als mit dem Amtsvorgänger abzurechnen. Aber egal wer diesen Schritt tut: Er wäre für das Ansehen der USA als Rechtsstaat sicherlich förderlich. Aber womöglich genauso unwahrscheinlich…

Kennedy und Reagan in Berlin

Aus aktuellem Anlass hier die beiden Reden von John F. Kennedy und Ronald Reagan in Berlin:

(Deutsche Übersetzung der Rede von Kennedy)

Es wird ja gerne davon ausgegangen, dass die Rede heute Abend ähnlich historisch werden würde, wobei diese Erwartung schon etwas übertrieben ist. Obama wird sicherlich versuchen diese Reden einzubeziehen, aber beide Reden haben ihre Bedeutung eben auch aus dem historischen Hintergrund.

Kennedy kam nach dem Mauerbau in die nun geteilte Stadt. Die Teilung war ein gewaltiger Schock für die Bewohner Berlins, beendete aber auch faktisch die zweite Berlin Krise. Mit diesem Besuch stärkte Kennedy das Vertrauen in den amerikanischen Bündnispartner und dessen Sicherheitsgarantien für das freie Berlin. Und Reagans Rede gewinnt insbesondere durch den Wandel im Osten und schließlich den Mauerfall zwei Jahre später seine große Bedeutung.

Wenn ein nichtmal bestimmter Präsidentschaftskandidat ((die formelle Nominierung findet ja erst Ende August statt)) nun ohne großen historischen Hintergrund eine solche Rede hält, kann diese sehr gut werden – dass hat er bei seiner Rede zur Rassenfrage “A more perfect union” bewiesen – aber historisch ist schon etwas viel erwartet. Ich bin jedenfalls mal gespannt, denn über das transatlantische Verhältnis wird es sicher gehen. Wie gesagt ab 18.30 ((vielleicht etwas später)) gibt es hier ja ein Live-Blog mit Kommentarmöglichkeit ;)

John Adams (1797-1801)

* 1735 | † 1826 | Partei: Föderalist | Herkunft: Massachusetts

image Nach George Washington folgt nun der zweite Präsident der Vereinigten Staaten John Adams, der an der Unabhängigkeitserklärung mitschrieb, erfolgreicher Diplomat in Europa und vor seiner Amtszeit Vizepräsident unter Washington war. Nach einer Studie des Wall Street Journals gilt er als überdurchschnittlich (Platz 13). Charakterlich gilt er als übertrieben Eitel.

Geboren wurde Adams 1735 in Braintree in Massachusetts etwas südlich von Boston. Bei seinen Vorfahren finden sich auch die ersten Puritaner 1630 in Massachusetts, aber auch auf einen Pilgervater der “Mayflower” kann Adams zurückblicken.

Adams Eltern waren Farmer und nicht wirklich reich, konnten dem Jungen jedoch eine gute Schulbildung finanzieren. 1751 zog es Adams zum Havard College in Cambridge. Nach seinem Abschluss unterrichtete er zunächst als Lehrer, bevor er in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitete und ab 1758 auch als Anwalt zugelassen wurde. 1764 ehelichte er Abigail Smith, die sich für ihn zu einer wesentlichen Stütze des oft von Depressionen geplagten Mannes entwickelte. Continue reading

Die Waffen-Entscheidung in den USA

Vor etwas über eine Woche hatte der Supreme Court eine Entscheidung zum Waffenbesitz in den USA gefällt, der hierzulande entweder mit Unverständnis aufgenommen wurde oder einfach falsch dargestellt wurde, wie beispielsweise bei Spiegel Online:

Zum ersten Mal in der US-Geschichte hat der Oberste Gerichtshof den Bürgern ein Grundrecht auf den Besitz von Handfeuerwaffen bescheinigt.

So kann man das nicht sagen, erst recht nicht so, wie es dort die Überschrift bescheinigt: “Oberes Gericht spricht US-Bürgern Recht auf Waffen zu”. Fakt ist: Das Gericht hat ein Recht bestätigt – kein neues geschaffen. Einen interessanten Bericht dazu mit den entsprechendem Hintergrund der amerikanischen Kultur findet man bei USA erklärt.

In jedem Fall finde ich die Diskussion und manchmal die Häme hier in Deutschland interessant – insbesondere wenn sie von denjenigen kommen, die sonst meinen, man könne anderen Gesellschaften doch keine Kultur aufdrücken.

Die USA haben im Bezug auf das Verhältnis von Staat und Bürger eine andere Einstellung als “wir” in Deutschland oder Europa. Während hier eher der sorgene Staat gewünscht wird, ist der Staat in den USA eben noch eher im Hintergrund und Grundrechte müssen auch gegen den Staat geschützt werden. Also die Aussage “Was ist wenn der König von England kommt” aus Bowling for Columbine (oder so ähnlich) für den Waffenbesitz bezieht sich nicht nur auf eine Bedrohung von außerhalb, sondern eben auch den besten Schutz gegen einen totalitären Staat. Der Staat soll dort nicht vor seltsamen Sekten schützen, denn dies ist Religionsfreiheit – sagen selbst Eltern von Kindern, die durch solche umgekommen sind. Auch in der Sozialpolitik ist der Staat ja bewusst eher schwach aufgestellt.

Man mag vieles hier anders sehen oder von mir aus auch belächeln, wie man auch skurrile Dinge aus anderen Ländern, aber man sollte die andere politische Kultur eben auch respektieren, vor allem wenn diese – anders als in die vielen anderen Staaten, denen angeblich “westliche Werte aufgezwungen” werden – diese demokratisch anpassen könnten.